Prävention

Informieren - vorbeugen - sicher handeln

Präventionsbausteine bieten ...

⇒ Sportler und Sportlerinnen : Vertrauen 

⇒ Eltern : Sicherheit für ihre Kinder

⇒ Täter und Täterinnen : klare Ansage: 'Bei uns nicht'

Täterinnen und Täter meiden häufig Vereine, die sich öffentlich mit der Thematik "sexualisierter Gewalt" auseinandersetzen. Deshalb ist es unerlässlich, sexualisierte Gewalt zum Thema zu machen.

Schutzkonzept vor sexualisierter Gewalt

Dem STB liegt der Schutz seiner Sportlerinnen und Sportler besonders am Herzen und er ist sich seiner Fürsorgepflicht für alle im Verbandsgebiet bewusst. Anhand des dsj-Stufenmodells, der Konzeption des Deutschen Turnerbundes und der Empfehlungen des WLSB wurde ein gesamtverbandliches Präventions- und Interventionskonzept erstellt, welches vom STB Präsidium am 08.09.2020 beschlossen wurde. Ziel des Konzeptes ist es eine Kultur der Aufmerksamkeit und des Hinsehens zu schaffen, um allen im Verband eine größtmögliche Sicherheit zu bieten und potentielle Täter fernzuhalten. Der Schwerpunkt liegt auf dem Schutz Kinder und Jugendlicher vor sexualisierter Gewalt. Die Inhalte lassen sich aber zu großen Teilen auf Erwachsene und andere Formen von Gewalt übertragen.

Hier geht's zum Konzept

Präventionsbausteine aus dem Schutzkonzept

sexualisierte Gewalt enttabuisieren

Es ist essentiell wichtig, dass im Verein ein Problembewusstsein über sexualisierte Gewalt herrscht, um entsprechende Situationen zu erkennen und dementsprechend darauf reagieren zu können. Je besser das Thema im Verein kommuniziert wird, desto einfacher ist es für Betroffene, sich jemandem anzuvertrauen. Dies wiederum hat zur Folge, dass potenzielle Täter abgeschreckt werden. 
Mit einem systematischen Präventionskonzept haben Übungsleiter*innen mehr Handlungssicherheit im Umgang mit Kindern und Jugendlichen im Sportverein und können von Pauschalverdächtigungen geschützt werden.

Kinder stärken

Nicht alle Kinder kennen ihre Rechte. Daher sollten Mitarbeiter*innen des Sportvereins bei Gelegenheit mit den Kindern über ihre Rechte auf Gewaltfreiheit und sexuelle Selbstbestimmung sprechen. Darüber hinaus ist es wichtig, dass zwischen Kindern und Jugendlichen und den Mitarbeitern*innen des Vereins ein vertrauliches Verhältnis besteht, denn es sollte für sie kein Problem sein um Hilfe und Rat zu fragen. Dazu gehört allerdings auch, dass die Stimme der jungen Menschen gehört und ernst genommen werden muss.

Positionierung im Verein

Schutzbeauftragte benennen

Um Prävention sexualisierter Gewalt in der Strukur des Vereins zu verankern, ist die Benennung von Beauftragten mit dem Aufgabenfeld Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt ratsam. Optimal findet ihr ein Team von zwei verlässliche Personen- (weiblich/männlich) , die sich als Ansprechpersonen für eure Vereinsmitglieder zur Verfügung stellen und eventuell Aufgaben übernehmen

Beispiele:

  • Sie sind vertrauensvolle Ansprechpartner für Betroffene und diejenigen, die etwas beobachtet haben und leiten im Falle eines Verdachts entsprechende Interventionsschritte ein.
  • sie koordinieren die Präventionsmaßnahmen im Verein (Estellen Schutzkonzept, Leitfaden, ...)
  • sie erweitern ihr Wissen zum Thema und geben es an den Verein weiter
  • sie knüpfen Kontakt zu Fachberatungen

Wissen und Handlungskompetenzen entwickeln

Eine kontinuierliche Kommunikation dieser Thematik ist grundlegend für eine gelungene Prävention im Sportverein. Das bedeutet im Konkreten, dass Übungsleiter*innen regelmäßig das Thema der sexualisierten Gewalt bei Vereinssitzungen ansprechen sollen, um dessen Wichtigkeit zu verdeutlichen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit für jeden Verein, eine vereinsinterne Qualifizierung mit Referenten*innen kommunaler Präventionsstellen oder der Landessportverbände (Fortbildungen der WSJ) sowie der örtlichen Polizeikommissariate durchzuführen. Haben einige Mitarbeiter*innen eine solche interne Qualifizierung bereits gemacht, können sie darüber hinaus noch an weiteren externen Fortbildungen zu diesem Thema teilnehmen.

Verhaltensleitfaden

Sportliche Aktivitäten transparent gestalten

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist es, den gesamten Sportbetrieb transparent zu halten. Gerade das Stichwort Teamarbeit hilft, um eine "offene Sportstunde" zu gestalten. Diese Durchsichtigkeit hat auch in Zusammenarbeit mit den Eltern einen hohen Stellenwert. Eltern soll immer gewährleistet sein, dass sie während der Übungsstunden ihrer Kinder anwesend sein dürfen. Damit jedoch auch die Übungsleiter*innen Verhaltenssicherheit im Umgang mit Kindern und Jugendlichen entwickeln, ist es sinnvoll, einen gemeinsamen Verhaltensleitfaden aufzustellen. Dieses Regelwerk sollte gemeinsam in der Gruppe erarbeitet und regelmäßig überarbeitet werden.

 

Ehrenkodex für alle Trainer und Übungsleiter

Ein Ehrenkodex kann sicher keine sexuellen Übergriffe verhindern, doch die Unterzeichnung des Ehrenkodex sendet ein deutliches Signal von Seiten der Vereine und Verbände in Richtung potenzieller
Täter, in dem die erhöhte Aufmerksamkeit auch zur Thematik sexualisierter Gewalt imVerein verdeutlicht wird.

Ehrenkodex des STB finden Sie hier.
 

erweitertes polizeiliches Führungszeugnis für alle Trainer und Übungsleiter

Die Einsichtnahme in das erweiterte Führungszeugnis kann als ein weiterer Bestandteil eines umfassenden Präventionskonzepts dienen. Die Vorlage eines erweiterten
Führungszeugnisses gibt Vereinen mehr Sicherheit, es sollte nicht die Frage im Vordergrund stehen, ob es eine rechtliche Verpflichtung gibt, sondern was notwendig, sinnvoll und machbar ist, um die
Kindern und Jugendlichen im Verein zu schützen.

Das Führungszeugnis ist ein persönliches Eigentum und wird nur zur Einsicht vorgelegt. Wir empfehlen unseren Vereinen die Einsicht und Dokumentation der Führungszeugnisse von einer neutralen, juristischen Person vornehmen zu lassen