„Die Vorbereitungen in der SCHARRena sind abgeschlossen, es kann losgehen“, schildert Uwe Schneider, Vorstandsvorsitzender von Faustball Deutschland und Chef des Organisationskomitees, den Stand der Dinge unmittelbar vor der deutschen Hallen-Meisterschaft. Am Samstag und Sonntag (28.2.+1.3.) werden in Stuttgart die Titel in den Final-4 der Männer und Frauen ausgespielt. Die moderne Sporthalle, die in eine Tribüne des VfB-Fußballstadions in Bad Cannstatt integriert ist, wird gut gefüllt sein. Mit über 1.000 verkauften Wochenend-Tickets wurde schon Anfang dieser Woche eine magische Marke geknackt. An der Tageskasse in der SCHARRena gibt es noch Tages- und Wochenend-Tickets für Kurzentschlossene.
Wenn am Samstag ab 11 Uhr die Spiele beginnen, soll alles tiptop funktionieren. Die LED-Banden rund ums Spielfeld werden leuchten, der Livestream laufen werden. 30 Volunteers übernehmen Aufgaben in der Halle vor und hinter den Kulissen. Die kleinsten DM-Helfer sind die rund 50 Einlauf-Kids im Alter von 5 bis 12 Jahren, die ihre Faustball-Idole zur Begrüßung aufs Spielfeld begleiten dürfen. Zur Versorgung der Zuschauer tragen der TSV Gärtringen (Getränke) und der TV Unterhaugstett (Kaffee und Kuchen) bei. Fun Fact: Mehr als 90 Torten und Kuchen werden süßen Zähnen zur Wahl stehen.
Zwei weitere Vereine aus der STB-Region sind erst recht im DM-Fieber: Der TSV Dennach stellt mit seinem Frauen-Team den Titelverteidiger, der TV Stammheim mit seinen Männern einen Herausforderer, der erstmals seit vielen Jahren die DM-Bühne betreten darf.
Der TV Stammheim hat als Stuttgarter Stadtteil-Verein so etwas wie ein Heimspiel und bekommt es im Halbfinale mit dem Titelverteidiger und einmal mehr großen Favoriten TSV Pfungstadt zu tun. Dessen Regisseur im Zuspiel, der mehrmalige Weltmeister Sebastian Thomas, hat aber Respekt vor den Stammheimern: „Die zwei Brasilianer Gabriel Heck und Gabriel Drumm sind Riesenverstärkungen. Ich erwarte ein spektakuläres Spiel. Der TV Stammheim ist eine junge, starke Mannschaft, der vielleicht die Zukunft gehört.“
Stammheims Trainer Alwin Oberkersch jedenfalls freut sich auf den „Fast-Zuhause-Auftritt“. „Die Unterstützung ist bei uns traditionell sehr gut. Wir haben sensationelle Zuschauerzahlen bei den Heimspielen, um die 300. Ich gehe davon aus, dass uns mehrere Hundert Personen lautstark und mit Trommeln unterstützen werden.“ In der SCHARRena hatte der TVS 2012 – die Halle war gerade neu gebaut – die Männer-DM ausgerichtet, die Teilnahme aber knapp verpasst. „Umso mehr freuen wir uns jetzt. Mit uns konkurrieren drei absolute Top-Teams. Es gibt kein klares Ziel, aber wenn wir am Ende mit unserer Leistung zufrieden sein können, dann müsste es auch passen, was die Platzierung anbelangt.“ Und über Halbfinalgegner TSV Pfungstadt: „Wir haben den schwerstmöglichen Gegner, das dominierende Team der letzten 10 Jahre. Aber wir vertrauen auf unsere Stärke und wollen das Spiel so eng wie möglich gestalten.“
Die Pink Ladies des TSV Dennach sind ein Dauerbrenner im Frauen-Faustball mit brechend vollen Pokalvitrinen, gefüllt mit Welt-, Europa- und Meisterpokalen. In der heimischen Halle in Neuenbürg gelang vor einem Jahr nach langer Durststrecke der Titelgewinn. In dieser Saison mussten sie sich gleich zwei Mal in der Südstaffel dem TV Segnitz geschlagen geben, doch bei DM-Turnieren werden die Karten bekanntermaßen neu gemischt.
Halbfinalgegner ist der Ahlhorner SV, der vergangenen Sommer in Dresden den Titel im Feld holte. Das Duell der beiden Vereine aus dem Enzkreis und aus dem Landkreis Oldenburg ist ein wahrer Klassiker. Sonja Pfrommer, Schlagfrau und Kapitänin in Dennach, ist hoch motiviert. „In meiner persönlichen Titelsammlung fehlt nichts mehr, und trotzdem hat man vor einer DM-Endrunde immer diese positive Anspannung. Man freut sich, gegen starke Gegner anzutreten und will abliefern. Wir sind Titelverteidiger und wissen, was wir können. Wenn wir das aufs Parkett bringen, das Herz in die Hand nehmen, dann haben wir alle Möglichkeiten. Ich freue mich auf diese Meisterschaft.“
Infos für Besucher
Es empfiehlt sich die An- und Abreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Neckarpark Stuttgart, insbesondere am Sonntag, wenn Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart den VfL Wolfsburg im eigenen Stadion empfängt.
Samstag, ab 11 Uhr
Frauen, Halbfinale 1, TV Segnitz – VfL Kellinghusen
Männer, Halbfinale 1, TV 1880 Käfertal – TV Brettorf
Frauen, Halbfinale 2, Ahlhorner SV – TSV Dennach
Männer, Halbfinale 2, TSV Pfungstadt – TV Stammheim
Sonntag, ab 10 Uhr
Frauen und Männer, Spiele um Platz 3
13.30 Uhr Finale Frauen
15 Uhr Finale Männer

