Frauen-Bundesliga: Dresden ist das Ziel

Drei der neun Frauen-Teams in der 1. Bundesliga Süd kommen in der am Sonntag beginnenden Feldrunde aus dem Schwäbischen. Zwei davon haben Edelmetall bei der deutschen Meisterschaft in Dresden im Visier, eine weitere möchte sich im Oberhaus etablieren.

Der Weg in die sächsische Metropole ist hart. Denn im Gegensatz zu bisherigen DM-Endrunden dürfen diesmal nur vier statt sechs Mannschaften aus ganz Deutschland teilnehmen. Hintergrund ist, dass der Faustball sich in „Elbflorenz“ einem breiten Publikum präsentieren darf: im Rahmen der „Finals 2025“. Bei diesem erfolgreichen TV-Format werden die Meister zahlreicher Sportarten, von Leichtathletik bis Badminton, Turnen bis Triathlon, in einer Stadt und vor den Live-Kameras des ZDF ermittelt.

Die Pink Ladies des TSV Dennach und die Löwinnen des TSV Calw wollen bei dieser Premiere gern dabei sein. „Das ist eine große Chance für unseren Sport auf mehr mediale Aufmerksamkeit“, weiß Calws Kapitänin Leonie Pfrommer und Dennachs Spielertrainerin Anna-Lisa Aldinger ist sicher: „Das Final Four in Dresden wird etwas Besonderes.“ Dafür wird auch in Kauf genommen, dass die Halbfinals (30. Juli) und Endspiele (31. Juli) bei Frauen und Männern unter der Woche stattfinden.

Die herausragenden Süd-Teams aus Dennach und Calw standen sich letztmals im Endspiel der deutschen Meisterschaft in der Halle gegenüber. Ausrichter und Europapokalsieger Dennach gewann das Nordschwarzwald-Duell. Mit dem TV Stammheim ist ein weiteres Schwaben-Team im Bundesliga-Zirkus dabei. Im Vorjahr gelang den Stuttgarterinnen zum Saisonende ein Kunststück: der knappste Sieg mit 3:2-Sätzen beim TSV Pfungstadt, wobei erst der letztmögliche Ballwechsel im entscheidenden Durchgang zum 15:14 für den Klassenerhalt des TVS entschied. Auf Spannung dieser Art kann Trainer Flo Gruner (oben/Foto: Roland Wurster) verzichten. Er fordert von seinem Team, dass es sich im Oberhaus sicher etabliert. Gegner wie die Aufsteiger SV Energie Görlitz aus Sachsen und Bundesliga-Frischling TV SW-Oberndorf aus Schweinfurt sowie das junge Team des ASV Veitsbronn müssen dafür definitiv besiegt werden. Die 16-jährige Sarah Abramek soll ihr Talent im Stammheimer Trikot einbringen. Im Angriff punkten Larissa Keser und Anja Brezing, für Ordnung sorgt Mitte-Spielerin und U18-Weltmeisterin Lisa Knodel.

Ob sich die Zweiklassengesellschaft in der Frauen-Bundesliga in der Feldrunde 2025 verändert? Das ist kaum zu erwarten. Dennach, Calw, Pfungstadt und der TV Segnitz machen seit über 10 Jahren die DM-Plätze unter sich aus. Käfertal rangiert fast immer auf Platz 5. Dahinter klafft eine Lücke zu den übrigen Teams, die allesamt gegen den Abstieg kämpfen. Beste Chancen auf Platz 1 in der Südstaffel hat der bestens besetzte TSV Dennach. Letzten Herbst wurden die Pink Ladies Zweite der World Tour Finals, gewannen dann in der Calwer Walter-Lindner-Sporthalle zum zehnten Mal in Folge den European Champions Cup und wurden zuhause Meister. Das Top-Trio im Angriff (Sonja Pfrommer, Pia Neuefeind, Maya Mehle) und die starke Abwehr mit den Nationalspielerinnen Ann-Kathrin Motteler und Denise Zeiher sind in bestechender Form „Es macht wahnsinnig Spaß, wir haben eine große Harmonie im Team – und jeder Erfolg ist einzigartig. Das motiviert uns“, so Chefin Anna-Lisa Aldinger. „Wir wollen zur DM, am besten als Südmeister.“

Nach dem sechsten Medaillenerfolg bei deutschen Hallenmeisterschaften in Folge (darunter 2 x Gold, zuletzt Silber) legt Laura Flörchinger vom TSV Calw eine Pause ein. Dafür rückt mit Nadine Maisenbacher (unten/Foto: Janina Bosse) eine erfahrene und fleißige Zuspielerin bei den Hermann-Hesse-Städterinnen ein. Sie kommt vom Nachbarverein TV Unterhaugstett, der im Vorjahr am letzten Spieltag den Veitsbronnerinnen unterlag und damit abstieg. Julia Maier vom Zweitligisten TSV Calw 2 bekommt nach starken Spieltags- und Trainingsleistungen die Gelegenheit, im Oberhaus ihr Talent zu zeigen. „Wir wollen uns erneut für die DM-Endrunde qualifizieren. Das ist in diesem Jahr noch schwieriger, aber machbar“, sagt Mannschaftsführerin Leonie Pfrommer. Bleibt Nationalspielerin Henriette Schell von Verletzungen verschont und ruft Fenja Stallecker ihre starken Leistungen der letzten Monate erneut ab, ist der Calwer Angriff definitiv DM-reif.

In der letzten Hallenrunde probierten die Bundesliga-Männer erfolgreich den nun auch bei den Frauen vorgesehenen Modus aus. Die Erstplatzierten der Nord- und Südstaffel sind direkt fürs Final Four qualifiziert. Der Süd-Zweite trifft in Hin- und Rückspielen auf den Nord-Dritten, der Nord-Zweite auf den Süd-Dritten. Dies verspricht zusätzlich Spannung.

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