Foto oben: Sister Act beim TV Unterhaugstett - Julia Sauerbrunn (links) übergibt die Kapitänsrolle an ihre jüngere Schwester Vera (rechts). Foto: DeHo
Am Sonntag startet die Frauen-Bundesliga Süd in die Hallenrunde 25/26. Fünf der neun Teams gehören der STB-Region an und ihre Fans stellen sich Fragen: Bleibt es bei der seit Jahren anhaltenden Dominanz der Vereine TSV Dennach und TSV Calw? Wie schlagen sich Aufsteiger TV Stammheim aus Stuttgart und die etablierten TSV Ötisheim und TV Unterhaugstett? Am 1. Februar, dem letzten Spieltag der regulären Runde, sind alle schlauer. Dann steht auch fest, wer die zwei Tickets fürs Final-Four-Turnier gezogen hat. Sehnsuchtsziel ist die 2.200 Zuschauer fassende „SCHARRena“, die ins Stadion des VfB Stuttgart integrierte moderne Halle. Davon träumen auch die Konkurrenten vom fränkischen TV Segnitz und hessischen TSV Pfungstadt. Weitere Wettbewerber sind der TV Käfertal aus Mannheim und TV Schweinfurt-Oberndorf.
Die Schwäbinnen-Teams in alphabetischer Reihenfolge und ein Blick in die Glaskugel:
Viel Neues gibt‘s beim TSV Calw. National-Schlagfrau Henriette Schell braucht nach Verletzungen eine Pause und reißt eine große Lücke. Laura Nonnenmann (Karriereende), Ida Hollmann (zurück beim TV Brettorf) und Julia Maier (Dennach) verabschiedeten sich. Neu im Team ist Patricia Lebherz vom TV Unterhaugstett und als Trainer wurde Rolf Schlotter (Spvgg Weil der Stadt) gewonnen, der Impulse in den doch arg ausgedünnten Kader bringen wird. „Wir sind motiviert und freuen uns, dass es losgeht“, berichtet Kapitänin Leonie Pfrommer. Mit Spaß und Kampfgeist wollen die „Löwinnen“ weiterhin oben mitspielen. Doch ob es erneut für eine Teilnahme an der Meisterschafts-Endrunde reicht, nach Silber in der Halle und Bronze im Feld 2025? Fenja Stallecker bewies zuletzt ihre Qualitäten als Hauptangreiferin, Zuspielerin Nadine Maisenbacher verleiht dem Team Stabilität. Am Können von Leo Pfrommer und Samantha Lubik gibt es keine Zweifel. Prognose: Das Meisterturnier ist nur erreichbar, wenn wirklich alles passt.
Das zweite Faustball-Schwergewicht im Nordschwarzwald, der TSV Dennach, verabschiedete die Handbruch-geplagte Abwehrspielerin Martina Bortolotto, die durch Julia Maier vom TSV Calw ersetzt wird, sowie Schlagfrau Pia Neuefeind. Trainer bleibt der Waldrennacher Angreifer und Ur-Dennacher Michael Ochner. Als Spielertrainerin hat die erfahrene Anna-Lisa Aldinger den Überblick: „Unsere Vorbereitung verlief gut. Wir haben das Vorbereitungsturnier in Gärtringen gewonnen, fleißig trainiert und viel ausprobiert.“ Saisonziel der „Pink Ladies“, logisch, ist die DM-Teilnahme in Stuttgart-Bad Cannstatt – als Titelverteidiger. Im Vorjahr gelang der Sieg nach längerer Durststrecke vor heimischem Publikum gegen Calw. Prognose: Top-Anwärter des Südens aufs Final-Four-Turnier.
Eine gewisse Unbeschwertheit und Selbstverständlichkeit zeichnet den TSV Ötisheim seit Jahren aus. Die Mannschaft kennt sich seit gefühlter Ewigkeit und auch in diesem Herbst geht ein unveränderter, erfahrener Kader in die Runde. Allerdings steht Marie-Therese Rothmaier, die „Grande Dame“ des gewitzten Angriffs-Faustballs, nicht mehr zur Verfügung. „Aize“ muss zudem auf Isabel Löwe (geb. Schuler) verzichten. „Steffi Frech und ich werden mehr im Spielgeschehen stehen“, blickt Routinier Irina Kuhn voraus. „Im Angriff wird Malena Heidelbauer die Hauptrolle übernehmen und wir sind mit sieben Spielerinnen gut aufgestellt.“ Irina selbst fungiert als Spielertrainerin, Marc Löwe wird häufiger als bislang an der Seitenlinie betreuen. „Wir wollen früh in der Saison angreifen und diesmal vorne mitspielen, sind top motiviert und haben Bock auf diese Hallensaison“, lautet die Kampfansage. Prognose: Konkurriert um einen Rang in der sicheren Tabellenmitte.
Sechs gewonnene Spiele standen für den TV Stammheim in der letzten Feldsaison auf dem Konto – Platz 6. Ein toller Erfolg, der das Selbstbewusstsein der jungen Mannschaft von Trainer Florian Gruner stärkte. Als Aufsteiger möchten die Stuttgarterinnen nun in der Halle daran anknüpfen. Wieso auch nicht? Der gesamte Kader steht weiterhin zur Verfügung, Zuspielerin Sarah Abramek kehrt nach langer Verletzung zurück. Denise Fichtl und Lea Neumann werden in ihrer letzten Saison vor dem Karriereende hoch motiviert sein und Nachwuchstalent Stella Dörr erweitert den Kader. Flo Gruner: „Wir sind direkt nach den Sommerferien in die Halle gewechselt, sind sehr zufrieden mit der Vorbereitung und werden top-fit in die Saison starten.“ Natürlich werde man als Aufsteiger den Klassenerhalt als erstes Ziel anvisieren. Aber „wir konnten im Feld den Anschluss ans Mittelfeld herstellen, nun wollen wir uns auch in der Halle in dieser Tabellenregion etablieren und es den Top-Teams der Liga richtig schwer machen, uns zu schlagen.“ Prognose: Der TVS erweitert das Hauen und Stechen im Tabellenmittelfeld.
Siebter in der vorletzten Hallenrunde, Siebter im Vorjahr: Der TV Unterhaugstett schrammte in der Halle zweimal am Abstieg vorbei. Diesmal soll das rettende Ufer früher erreicht und das Nervenkostüm geschont werden. Das Gesicht der Mannschaft hat sich verändert. Julia Sauerbrunn übergibt die Kapitänsbinde an ihre jüngere Schwester Vera. Die vielseitige Patricia Lebherz wechselte zum TSV Calw. Die Verantwortung als Trainer obliegt Bernd Wenzdorfer, einem erfahrenen Faustballkenner und Vater von Angreiferin Joleen Wenzdorfer. Zudem betreut Bernd Bodler die Mannschaft im Training. Auf dem Spielfeld soll Maren Treuheit, vom ASV Veitsbronn gekommen, mit ihrer Erfahrung neue Stabilität einbringen. Susi Klitzke, die bereits in der Feldrunde zum Wiederaufstieg des TVU beigetragen hatte, soll aus der Jugend nachrücken. Schlagfrau Vera Sauerbrunn: „Wir freuen uns auf die Saison. Ziel ist, dass wir uns in der neuen Konstellation finden und natürlich, dass wir den Klassenerhalt schaffen.“ Prognose: Ein erneuter Nicht-Abstiegsplatz wäre ein voller Erfolg.
Fazit: Abgesehen von leichten Verschiebungen sind nicht die ganz großen Überraschungen zu erwarten. Im Abstiegskampf werden sich vor allem Unterhaugstett und Schweinfurt-Oberndorf behaupten müssen, im Tabellenmittelfeld wird’s richtig eng mit den Teams aus Pfungstadt, Käfertal, Ötisheim und Stammheim. Dennach und Segnitz sind die Top-Anwärter auf das Final Four, Calw lauert.
Zu den Fotos unten: Trainer Flo Gruner und die Stammheimerinnen wollen sich etablieren (Foto RoWu).
Darunter: Nach dem Meisterschaftsfinale 2025: Fenja Stallecker (Calw) und Ann-Kathrin Motteler (Dennach / Foto SH)



