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Von Hüttlingen nach Bodø - Der goldene Weg der Showakkrobatikgruppe Avanti Avanti

Mitte Juli wurde die Stadt Bodø in Norwegen zum Zentrum der Turnkunst: Die European Gym for Life Challenge (EGFL) 2024 stand auf dem Programm. Die Challenge wird von European Gymnastics (EG) organisiert und findet alle zwei Jahre statt. Sie ist in der Regel einen Tag vor dem Beginn von Eurogym, einem weiteren großen Gymnastik-Event, das junge Talente aus ganz Europa anzieht. Mit der Teilnahme von 61 Gruppen aus elf Nationen versprach das Event auch in diesem Jahr ein Fest der Vielfalt und Kreativität zu werden.

Foto aus der Show

Was ist die European Gym for Life Challenge?

Die teilnehmenden Gruppen, bestehend aus mindestens sechs Turnern im Alter ab zwölf Jahre, hatten maximal drei Minuten Zeit, um ihre Show aufzuführen. Die Gruppen sind aufgefordert, ihre Shows entweder mit oder ohne Geräte zu präsentieren, wobei die Freiheit zur künstlerischen Ausdrucksweise gefördert wird. Die Bewertung erfolgte durch vier Juroren in den Kategorien Unterhaltung und Gesamteindruck, Innovation und Originalität, Technik, Qualität und Sicherheit sowie Vielfalt und Abwechslung. Die EGFL bietet eine Möglichkeit, bei der sowohl sportliche Leistungen als auch kreative und künstlerische Darbietungen gewürdigt werden. Jede Kategorie konnte bis zu fünf Punkte einbringen. Unabhängig vom Endergebnis erhielt jede Gruppe eine Gold-, Silber- oder Bronzemedaille, sowie eine Urkunde als Erinnerung an ihren Einsatz und ihre Leistung.

Eine der teilnehmenden Gruppen in diesem Jahr war die Showakrobatikgruppe Avanti Avanti vom TSV Hüttlingen. Silvi Wirth blickt auf eine aufregende Reise nach Norwegen zurück.

Vor dem Wettkampf: Vorbereitung und Erwartungen

„Bereits vor zwei Jahren sicherten wir uns bei der Bundesfinal-Qualifikation in Deutschland einen Startplatz“, erinnert sich Wirth. Ein Highlight ihrer diesjährigen Show war eine Röhnradkugel, die in ihrer Choreografie „Awakening - Das Leben erwacht“ eine zentrale Rolle spielte. Das Thema der Choreografie, die sich mit der Ausbeutung von Natur und der Wiedergeburt des Lebens beschäftigte, ließ sich wunderbar mit dem Gerät verbinden.

Mit viel Aufregung und Vorfreude reiste Avanti Avanti nach Norwegen und nutzte die Tage bis zum Wettkampf für Training und viel Freizeitprogramm. Neben dem sportlichen Wettkampf gab es auch genügend Zeit für Entspannung und Ausflüge, wie etwa einen Besuch am Strand, der trotz der nordischen Temperaturen zum Baden einlud.

„Die Zeit in Bodø war nicht nur lehrreich, sondern auch voller schöner Erlebnisse“, berichtet Wirth. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr und ihren Sportlern die freundschaftliche und wertschätzende Atmosphäre des Wettbewerbs und das Miteinander unter den teilnehmenden Gruppen. Ein Aspekt der Challenge sei das Gefühl der Gemeinschaft und der interkulturelle Austausch. Die Veranstaltung zieht Gruppen aus verschiedenen Nationen an, was die Gelegenheit bietet, internationale Kontakte zu knüpfen und unterschiedliche kulturelle Perspektiven zu erleben.

Auch wenn sich die spätere Stellprobe aufgrund der größer wirkenden Fläche etwas schwieriger gestaltete, ließ sich die Gruppe nicht entmutigen und führte noch eine interne Stellprobe auf einem Basketballplatz durch. Noch jetzt muss Wirth schmunzeln: „Die Akkreditierungsbändchen dienten dabei auch gut als Abmessung für eine Turnfläche.“ Die Wettkampfmatte wurde nachgestellt und die Positionen nochmal geprobt, um die Nervosität in Griff zu bekommen.  

Am Wettkampftag: Spannung und Erfolg

Der Tag des Wettkampfs war von Nervosität und Konzentration geprägt. Dennoch zeigten die Athleten beeindruckende Leistungen. Auch die Juroren konnten beinahe nur lobende Worte finden und die Atmosphäre war von Stolz und Begeisterung erfüllt. Der wahre Höhepunkt nach der schönen Zeit in Norwegen kam mit der Bekanntgabe der Ergebnisse: Avanti Avanti wurde mit der Goldmedaille ausgezeichnet! Die Freude und der Stolz auf den Gesichtern der Sportler waren unbeschreiblich. Die harte Arbeit, das intensive Training und die unzähligen Stunden der Vorbereitung hatten sich bezahlt gemacht. Insgesamt wurden 15 Gruppen mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Avanti Avanti gehörte zu den Besten der Besten und konnte diese Anerkennung gebührend feiern.