Der TSV Niedernhall beweist allen, dass ein Verein ausschließlich ehrenamtlich geführt werden kann. „Wir sind der Beweis, dass es funktioniert, und darauf sind wir stolz“, betont Vorsitzende Yvonne Schweigert. Mit fünf Abteilungen und circa 1 380 Mitgliedern ist der TSV der drittgrößte Verein im Turngau Hohenlohe.
Die einzelnen Abteilungen bieten für jede Altersgruppe ein abwechslungsreiches Sportprogramm. Mit knapp 840 Mitgliedern ist die Turnabteilung die größte und vielseitigste, speziell durch Angebote wie Rope Skipping. Besonders bekannt und erfolgreich seien jedoch die Jazztänzerinnen, die regelmäßig am Deutschland-Cup teilnehmen, erklärt Schweigert.
Ein Jubiläum feierten vergangenes Jahr die Mitglieder des Tauchsports. Zum 50-jährigen Bestehen fand eine einzigartige 3D-Multivisonsshow zu den spannendsten Tauchzielen der Welt statt. „Beim Tauchsport sind es ganz wenige regionale TSV-Mitglieder, die kommen wirklich von überall her“, erklärt die Vorsitzende. Inzwischen zählt die Abteilung rund 150 Mitglieder.
Eine Jahresfeier, die sogar über die Stadtgrenzen hinweg bekannt ist
Ein Highlight, neben vielen tollen anderen Veranstaltungen, ist die Jahresfeier Ende Januar, die seit 22 Jahren immer unter einem anderen Motto steht. „Besonders toll waren die Musicals, die wir schon gemacht haben. Das waren zum Beispiel Mamma Mia, Aladin, The Greatest Show oder Tanz der Vampire im kleinen Stil“, erzählt die Vorständin stolz. Dieses Jahr lautet das Motto „TSV Hangover.“
Bereits im September lädt Schweigert die Verantwortlichen der Gruppen ein, um Themen zu besprechen und die Teilnahme abzustimmen – dieses Mal mit neun Gruppen, darunter erstmals eine Bauchtanzgruppe. Zum Programm an dem Abend gebe es ein Skript und ein „Rote-Faden-Team“ - die Schauspieler, die mit Regieanweisungen durch den Abend führen. Auf die Jahresfeier freuen sich immer alle TSV-Mitglieder besonders, weil sie wissen, dass es im Anschluss eine Riesenparty gibt.
Ehrungsabend und ebm-papst Marathon sind ein weiteres Highlight
Ein weiteres jährliches Ereignis ist der Ehrungsabend im April. In diesem festlichen Rahmen finden die Ehrungen für langjährige und verdiente Mitglieder des TSV, des Gesangvereins, der Theatergruppe, des Posaunenchors und des Deutschen Roten Kreuzes in Niedernhall statt. Die Veranstaltung wird mit Shows, Gesang oder einem kleinen Sketch begleitet. „So hat dieser Abend einen schönen würdigen Rahmen und das Publikum wird bestens unterhalten“, erzählt Schweigert.
Abteilungsübergreifend findet jedes Jahr der ebm-papst Marathon statt. Vor drei Jahren übernahm der Verein die sportliche Leitung. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit der Abteilungen und dem großartigen Orga-Team, werde dieses Großevent problemlos gestemmt. Diese Teamgefühl zeigt sich auch bei der Jahresfeier, wo die Abteilungen gemeinsam auf der Bühne stehen und die Feier rocken.
Die Vereinsfahne wird restauriert
Seit 1957 besitzt der Turn- und Sportverein eine historische Vereinsfahne mit den Farben weiß-blau, dem Stadtwappen und einem Eichenkranz. Diese befand sich zuletzt aber in so schlechtem Zustand, dass sie nicht mehr bei Veranstaltungen genutzt werden konnte. Bis Ende vergangenen Jahres wurde über ein Crowdfunding der Raiffeisenbank Geld gesammelt, um die Fahne zu restaurieren. Das Budget wurde erreicht und der Verein kann sich somit über eine neue Fahne freuen.
Integration und Zukunft
Neben Veranstaltungen und Zusammenarbeit ist Integration ein weiterer wichtiger Baustein im Vereinsleben. Menschen mit Behinderung können nicht nur das Sportabzeichen ablegen – wofür die Trainer speziell geschult wurden – sondern nehmen auch an Veranstaltungen und Wettkämpfen teil. „Vor zwei Jahren spielte ein behindertes Mädchen eine Schauspielrolle im roten Faden. Sie war überglücklich über das Vertrauen, das wir ihr geschenkt haben“, erinnert sich Schweigert.
Der Verein zeigt beispiellos, wie es in diesen aktuellen Zeiten mit Teamwork und Engagement auch laufen kann. Und auch wenn sich der TSV gegen die gesellschaftlichen Trends nicht abschotten kann, geht er aktiv voran und lebt die Vereinsarbeit. Wenn es nach der Vorsitzenden geht, soll der Verein auch in Zukunft ehrenamtlich geführt bleiben.
Zudem hegt sie noch einen Wunsch: „Bisher haben wir stets genauso viele Mitglieder gewonnen wie verloren, sodass wir konstant geblieben sind. Ich hoffe einfach, dass es weiterhin so gut läuft wie bisher.“

