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PERSÖNLICHkeiten: Annete Breitmayer - Veranstaltungsprofi durch und durch

In der aktuellen Ausgabe des STB Magazins wird dieses Mal Annette Breitmayer porträtiert. Sie ist das Herz und der Kopf der Veranstaltungsszene im Neckarpark

Annette Breitmayer begleitet die verschiedensten Veranstaltungen: Wie etwa den Porsche Tennis Grand Prix mit Frank Steinle, Geschäftsführer von XXL Sicherheit.

Als Kind hat sie einige Jahre geturnt, konnte auch mal einen Salto, berichtet Annette Breitmayer heute. Die 55-Jährige lässt es mittlerweile aber gemächlicher angehen. Statt selbst zu turnen, kümmert sie sich darum, dass reibungslos geturnt werden kann. Denn Breitmayer ist das Gesicht der Veranstaltungsszene im Neckarpark: Sie ist im Eventmangement der Porsche-Arena und Hanns-Martin-Schleyer-Halle und koordiniert auch die 40. Ausgabe des EnBW DTB Pokals.

Seit 32 Jahren ist Breitmayer die Anlaufstelle der beiden Veranstaltungsarenen in Bad Canstatt. Auch für den Schwäbischen Turnerbund bildet sie eine der zentralen Personen im Hinblick auf Events wie TurnGala oder auch EnBW DTB Pokal. Letzterer findet vom 27. bis 30. März bereits zum 40. Mal in der Porsche-Arena statt. Die 55-Jährige schätzt die Zusammenarbeit mit dem STB: „Hier weiß ich, dass ich mit Leuten zusammenarbeite, die wissen, auf was es ankommt.“ Weitere Vorteile sind auch die kurzen Wege, die klar geregelten Zuständigkeiten und der Respekt, den beide Seiten füreinander haben.

Aus den Geschäftsbeziehungen habe sich sogar eine Freundschaft gebildet, berichtet die 55-Jährige. „Man kennt die Nöte der anderen“, erklärt die Eventmanagerin. Außerdem haben viele Personen beim STB über Jahre ein vertrauensvolles und effektives Miteinander geschaffen. Hier nennt Breitmayer stellvertretend die langjährigen STB-Veranstalterchefs um Robert Baur, Jörg Hoppenkamps oder auch Alexander Fleige.

ADAC, STB und lange nix

Die Bindung zum STB geht für die 55-Jährige bis an die Anfänge ihrer Laufbahn zurück. Sie erinnert sich noch gut, wie die Veranstaltungsszene in Stuttgart in den Kinderschuhen steckte: „Damals gab es den ADAC, der sein Motocross veranstaltet hat und den Turnerbund mit seinen Veranstaltungen.“ Inzwischen habe sich das alles diametral verändert. Alles in den Abläufen ist schneller geworden, die Terminfülle hat extrem zugenommen. Und obwohl Breitmayer mit den Herausforderungen des Tages und Jobs bestens zurechtkommt, dürfte es für ihren Geschmack in der Zukunft durchaus mehr Entschleunigung geben.

Besonders stark nimmt sie die Geschwindigkeit bei den Veranstaltungen selbst wahr: Sich mal einen Augenblick rausnehmen und die Veranstaltung genießen, ist nicht drin, erklärt sie. Dafür habe sie zu viele Aufgaben – Verwaltung, Organisation und vieles mehr. In den Hallen knistert ihr Funkgerät ihr permanent Aufgaben ins Ohr.

Plötzlich fliegen Flaschen

Ihr nicht alltäglicher Beruf hat die Stuttgarterin mit vielen Persönlichkeiten in Kontakt gebracht und ist auch heute noch sehr abwechslungsreich: „Es ist ganz verrückt bei den Veranstaltungen und nie vorhersehbar, ob es ruhig bleibt oder turbulent wird.“ Ganz gewiss die absurdeste Situation in ihrer Laufbahn hat sie 1995 erlebt: der Boxkampf von Frans Botha und Axel Schulz in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Damals verlor Schulz nach Punkten gegen Botha. Dem Publikum missfiel diese Entscheidung und sie machten mit Wurfgeschossen ihren Unmut breit. „Von einer Sekunde auf die andere kam alles geflogen, was fliegen kann“, erinnert sich Breitmayer. Tage danach waren sie und ihre Kollegen in einer „regelrechten Schockstarre“ – „die Sensation im Fernsehen“. Auch Jahre danach wirkt sie fassungslos. Im Nachklang dieser Ausschreitungen wurde zehn Jahre lang kein Boxkampf in der Arena ausgetragen sowie viele Dinge verboten wie Gläser, Flaschen oder auch Give Aways.

Bei der 55-Jährigen schlagen generell alle Anfragen auf, die mit den beiden Hallen in Verbindung stehen. Früher habe sie jedes Event in Eigenregie mitbetreut, mit den zunehmenden Veranstaltungen sei das aber nicht mehr möglich, berichtet Breitmayer. Inzwischen umfasst das Team vier Leute. Sie kümmert sich von der ersten Anfrage, weiter zur Buchung und Umsetzung der Veranstaltung bis zur Rechnungsausstellung um viele Maßnahmen selbst.

Wie immens die Auslastung in den beiden Veranstaltungsarenen in Bad Cannstatt ist, zeigt ein Blick auf den Kalender und die Reservierungen. Aktuell arbeite Breitmayer bereits an der Belegung für 2028. Besonders die Wochenenden seien naturgemäß sehr beliebt.

Neue Halle gewünscht

Ob der guten Auslastung wünscht sich die Eventmanagerin eine neue Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Eine, die mit der Zeit geht. Denn: Seit längerer Zeit kann sich die Schleyer-Halle nicht mehr auf (internationale) Veranstaltungen bewerben, weil Auflagen nicht mehr erfüllt werden können. So ist die Halle mit zwölf Metern für viele Events zu niedrig – etwa für Trampolinveranstaltungen. Zur Diskussion stehen ein Neubau sowie eine Sanierung. Wie es weitergeht, ist noch unklar – das weiß auch Breitmayer nicht.

Sie weiß jedoch, dass (Turn-)Veranstaltungen in Stuttgart essenziell waren und weiterhin sind. Drei Turn-WMs, der 40. DTB Pokal sowie jedes Jahr das Ende der TurnGala-Tournee haben in den vergangenen 40 Jahren für reichlich Spektakel gesorgt. Gibt es eigentlich Unterschiede innerhalb der Turn-Events? „Definitiv gibt es die“, stellt Breitmayer klar. Allein aufgrund der Tatsache der Dauer. Eine Eintagesveranstaltung erfordere ganz andere Vorbereitungen als eine mehrtägige; genauso wie eine Sportveranstaltung (DTB-Pokal) ganz andere Notwendigkeiten mit sich bringt wie etwa eine Showvorführung (TurnGala).

Jedes Event für sich genommen verkörpere das, was sie genießt: Neue Leute, neue Herausforderungen und neue Eindrücke. Genau das ist es, was sie an ihrem Job schätzt. Hinter den Kulissen alles auf die Beine zu stellen, damit die Zuschauenden dann voll auf ihre Kosten kommen – ohne zu merken, wie viel Schweiß und Kopfzerbrechen dahinterstecken.