Kurze Zusammenfassung:
Nicht nur seit den Vorfällen in Chemnitz stehen das Turnen, aber auch der gesamte Spitzensport in Deutschland, im Fokus der Öffentlichkeit. Der Deutscher Turner-Bund hat den Prozess „Leistung mit Respekt“ ins Leben gerufen und der Badische Turner-Bund und wir wollen den damit verbundenen Wandel vorantreiben und die notwendigen Veränderungen an unseren Stützpunkten in Baden-Württemberg aktiv begleiten.
Rückblick auf die wichtigsten Meilensteine:
Mit Workshops, verbesserter Kommunikation und notwendigen Strukturänderungen wollen wir die Weiterentwicklung hin zu einem respektvollen, wertschätzenden und verantwortungsvollen Umgang unter allen Beteiligten im Spitzensport erreichen. Hier müssen wir die guten Ansätze aus der Vergangenheit verfestigen und aus den Fehlern lernen. Für die Bereitschaft und das Engagement bei allen Prozessbeteiligten möchte ich mich bedanken. Wir sind auf dem richtigen Weg, aber noch lange nicht am Ziel.
Dabei halten wir an unserer Aufgabe und dem Ziel, international erfolgreiche Athletinnen und Athleten in allen vier Olympischen Sportarten auszubilden, auch weiterhin fest. Dies stellen unsere Turnerinnen Eli Seitz (5. Platz Finale Stufenbarren, 9. Platz Mehrkampffinale) und Kim Bui (17. Platz Mehrkampffinale) durch ihr erfolgreiches Abschneiden bei den Olympischen Spiele 2021 in Tokio unter Beweis. Der historische Erfolg von Darja Varfolomeev (TSV Schmiden) mit zwei Bronzemedaillen bei den Europameisterschaften in der RSG, das gute Abschneiden von Leonie Adam (6. Platz EM-Trampolin und Silbermedaille mit dem Team) und Matthias Pfleiderer (Europameister Trampolin Synchronspringen) beide vom MTV Stuttgart, Spitzenplätze bei den Weltcups 2022 unserer Gymnastinnen und Turner lassen hoffen, dass wir auch in diesen Sportarten 2024 bei den Olympischen Spielen wieder vertreten sind.
Das gute Abschneiden von Leonie Adam (6. Platz EM-Trampolin und Bronzemedaille mit dem Team), Matthias Pfleiderer (Europameister Trampolin Synchronspringen), Spitzenplätze bei den Weltcups 2022 unserer Gymnastinnen und Turner lassen hoffen, dass wir auch in diesen Sportarten 2024 bei den Olympischen Spielen wieder vertreten sind.
Auf nationaler Ebene zählen wir sowohl im Nachwuchsbereich als auch bei den Turnligen, in allen vier Olympischen Sportarten zu den führenden Verbänden in Deutschland und stellen auch einen Großteil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei den Junioren-Europameisterschaften. Diese Erfolge dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir im Nachwuchsbereich der Turner und im Trampolinturnen zum Teil erhebliche Rückgänge im Teilnehmerfeld haben. Eine Ursache sind hier sicher die Folgen der Pandemie, aber auch müssen wir verstärkt unser Augenmerk auf die Nachwuchsarbeit in unseren Vereinen und Turngauen richten.
Nach zweijähriger Pause konnten wir im Frühjahr 2022 den 37. DTB-Pokal erfolgreich durchführen. Mit dem Mixed-Wettkampf und der Einbeziehung der Juniorinnen und Junioren haben wir ein neues, innovatives Format gefunden, dass bei den Delegationen und den Zuschauern guten Anklang gefunden hat. Einmal mehr hat der DTB-Pokal gezeigt, wie wichtig dieses Event für die öffentliche Wahrnehmung, aber auch als Highlight für unsere interne Verbandsarbeit ist. Sicher werden wir die vielen positiven Verbesserungsvorschläge aufnehmen und möchten Euch jetzt schon auffordern, Werbung zum DTB-Pokal vom 17. bis 19. März 2023 zu machen.
Ausblick
Leider hat sich der Beginn des Baus der neuen Trampolinhalle als Erweiterung des Kunstturnforums weiter verzögert, aber wir hoffen, dass wir noch im Laufe dieses Jahres mit den Bauarbeiten beginnen können. Dies ist auch bitter notwendig, da der bauliche Zustand in der aktuellen Trainingshalle des Bundesstützpunktes Trampolinturnen in Ruit ein Training nur noch eingeschränkt zulässt. Auch die Turnerinnen des TG Neckar-Teck leiden unter diesem Wegfall der Trainingsmöglichkeiten in Ruit. Hier sollte zeitnah in der Region eine neue Halle mit feststehenden Geräten als Ersatzlösung geplant und gebaut werden.
Nach dem Ende der Ära Ulla Koch, Andreas Hirsch und Wolfgang Willam nach den Olympischen Spielen 2021 hat sich der DTB mit unserem Bundestrainer Valeri Belenki (Cheftrainer Männer), sowie Gerben Wiersma (Cheftrainer Frauen) und Thomas Gutekunst (Sportdirektor) neu aufgestellt. Wir freuen uns über die gute und hoffentlich erfolgreiche Zusammenarbeit. Auch im Bereich des Schwäbischen Turnerbundes müssen wir der Personalentwicklung im Bereich des Olympischen Spitzensport unsere Aufmerksamkeit widmen.
Für das aktuelle und die kommenden Jahre haben wir uns folgende Schwerpunkte gesetzt:
- Weitere Projekte, Workshops, Schulungen im Zusammenhang mit dem Prozess „Leistung mit Respekt“
- Erweiterung des Kunst-Turn-Forums um den Bundesstützpunkt Trampolinturnen
- Fortschreibung des Veranstaltungskonzepts unter Einbeziehung der „Turnmetropole Stuttgart“
- Stärkung der Nachwuchsarbeit im Land und Umsetzung des Nachwuchskonzepts mit der Stadt Stuttgart
- Fortschreibung und Umsetzung des Zielsystems des Schwäbischen Turnerbundes
Für das große Engagement und die Bereitschaft, an der notwendigen Veränderung mitzuarbeiten, möchte ich mich bei allen Turnerinnen, Gymnastinnen und Turnern, ihren Trainer/innen, Kampfrichtern/innen, Eltern, ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden ganz herzlich bedanken. Unseren Sportlerinnen und Sportlern wünsche ich erfolgreiche und verletzungsfreie Wettkämpfe und alles Gute auf dem schweren und langen Weg bis zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris.

