Michael Kuhn mit seinen P-Kader Athleten Leonie Adam, Aileen Rösler und Matthias Pfleiderer.

„Genaue Einweisungen sind wichtig“

Michael Kuhn alias Mitch ist STB-Stützpunkttrainer Trampolin und trainiert im Moment mit seinem P-Kader im Bundesstützpunkt Ruit unter strengen Vorschriften.

Mitch, seit wann würft ihr wieder in der Landessportschule in Ruit trainieren?
Mit meinem P-Kader darf ich seit dem 22. April wieder in Ruit trainieren, was uns sehr gefreut hat. Ab dem 16. April durften wir gemeinsam mit den Turnern im Kunst-Turn-Forum (KTF) trainieren. Hier waren wir allerdings aufgrund der scharfen Auflagen auf die frühen Morgenstunden ab 7 Uhr festgelegt. Da seit dem 12. Mai nun auch die Landeskader wieder trainieren dürfen, ist es natürlich besser wenn wir mehrere Standorte zum Training zur Verfügung haben. So trainieren jetzt bei uns auch Turnerinnen aus dem KTF.

Wie sieht das Training bei euch dann momentan aus?
Ich trainiere mit meinen Athleten aus dem P-Kader fünf Mal pro Woche für zweieinhalb bis drei Stunden pro Tag. Zwei Stunden davon sind wir auf dem Trampolin, die andere Zeit arbeiten wir an der Beweglichkeit, Kraft und Schnellkraft. Zudem habe ich den Athleten Trainingspläne für zuhause ausgearbeitet, bei denen sie nochmal zehn Stunden pro Woche trainieren. Darüber hinaus konnten wir uns eineinhalb Stunden Trainingszeit am Olympiastützpunkt sichern. In dieser Zeit wird dann die Kraft trainiert. Dieser Aufbau funktioniert bei meinen Athleten momentan sehr gut.

Was bedeutet das für die Athleten?
Wir haben uns alle riesig gefreut, als wir wieder in die Halle durften. Es ist aber auch aufgrund der Komplexität der einzelnen Sprünge sehr wichtig, dass wir das Training wieder aufnehmen konnten. Die reine psychische Vorbereitung und Vorstellung der Elemente reicht nicht aus, um es wirklich zu verinnerlichen. Der Körper ist beim Springen starken Kräften ausgesetzt, die auf keine andere Art und Weise simuliert werden können. Deshalb war es für Körper und Kopf sehr gut, dass wir nach der langen Trainingspause wieder einsteigen konnten. Trotzdem bleibt natürlich das Problem mit der Motivation. Im Moment ist nicht absehbar, wann die nächsten Wettkämpfe international, aber auch national wieder stattfinden können. Ein konkretes Wettkampfziel ist deshalb erstmal nicht in Sicht. Ich versuche durch enge Absprachen, viele Gespräche und Detailarbeit trotzdem die Motivation hoch zu halten.

Bereiten euch die Vorschriften viele Probleme?
Eigentlich nicht. Wir haben eine genaue Einweisung vom Olympiastützpunkt bekommen und uns werden alle Materialien bereitgestellt. Nach einer genauen Einweisung unserer Athleten funktioniert das auch mit den Jüngeren ganz gut. Das erfordert natürlich eine gute Vorbereitung und damit ist ein größerer Aufwand verbunden, zum Beispiel auch weil jeder seine genauen Zeiten einhalten muss und zwischen den Gruppen die Übergänge für die Reinigung und Desinfektion richtig getaktet werden müssen.

Wie sieht es denn mit dem Mindestabstand von 1,5 m aus, wird das bei Hilfestellungen nicht zum Problem?
Zumindest im Moment noch nicht. Ich stehe als Trainer immer ein bisschen weg und arbeite hauptsächlich mit einer Schiebematte und schwierige oder neue Elemente bereiten meine Athleten erstmal in die Schnitzelgrube oder in der Longe vor. Bei den Jüngeren könnte das in den kommenden Wochen noch zum Problem werden. Hier verzichten wir gerade noch auf Sprünge die gefangen werden müssen und arbeiten erst an der Methodik und bauen die Grundlagen wieder auf. Anschließend arbeiten wir dann auch hier mit der Schnitzelgrube und hoffen, dass wir natürlich auch irgendwann wieder Hilfestellung geben dürfen.

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