Drittkleinster Gau beim STB, aber viele gute Turner: der Turngau Zollern-Schalksburg.

Turngauporträt: Zollern-Schalksburg

In der Juni-Ausgabe des STB-Magazins wird der Turngau Zollern-Schalksburg vorgestellt mit seinen knapp 21 000 Mitgliedern in 82 Vereinen.

Bis ins Jahr 1885 waren die Turnvereine im Bereich des heutigen Zollern-Alb-Kreises noch dem Turngau Achalm angeschlossen. Doch dann erhöhte dieser die Beiträge um zehn Pfennig pro Mitglied. „Die sparsamen Älbler sind dann allesamt ausgetreten und haben 1886 den Turngau Zollern-Schalksburg gegründet. Der Turngau ist also aus Sparsamkeit entstanden“, erzählt Jürgen Koch, der heutige Präsident.

Drittkleinster Gau im STB

Mit knapp 21 000 Mitglieder in 82 Vereinen und Abteilungen ist der Turngau Zollern-Schalksburg der drittkleinste Gau im Schwäbischen Turnerbund. Nur der Turngau Nordschwarzwald und die Nachbarn vom Turngau Hohenzollern haben noch bescheidenere Zahlen im Portfolio. Ernsthafte Überlegungen, Zollern-Schalksburg und Hohenzollern vielleicht zu fusionieren, gab es bisher noch nicht. „Aber die Turngaue werden sich insgesamt mittelfristig Gedanken über ihre Strukturen machen müssen“, glaubt Koch, der zudem beim STB Vertreter der Turngaue ist.

Ländliche Strukturen mit Vor- und Nachteilen

Die ländliche Struktur des Turngaus hat ihre Vor- und Nachteile. „Man findet bei uns noch vielerorts das klassische Ehrenamt, also Leute, die gänzlich ohne Bezahlung oder für eine minimale Aufwandsentschädigung zum Beispiel als Übungsleiter tätig sind. Und je kleiner die Kommune, desto tiefer sind die Vereine oft verwurzelt. Da sind manchmal 50 oder 60 Prozent der Menschen Mitglied – und das gibt den Vereinen natürlich ein großes Gewicht“, sagt der Turngau-Präsident. Andererseits habe man natürlich nicht die große Auswahl an Sportstätten wie in vielen Ballungsräumen. „So müssen die Spitzenteams aus Balingen oder Schömberg in der Regel mindestens einmal pro Woche zum Training zum Beispiel nach Tübingen, weil es dort eine Schnitzelgrube hat“, so Koch.

Beachtliche Qualität

Gemessen an der eher überschaubaren Größe hat der Turngau Zollern-Schalksburg eine beachtliche Zahl und Qualität an Mannschaften. Das geht bis hin zur 3. Bundesliga, in der die Frauen der TSG Balingen derzeit antreten. „Wir haben nach Corona sogar mehrere Vereine zu verzeichnen, die im Kinderbereich wieder neu ins Wettkampfturnen eingestiegen sind“, freut er sich. In Alina Blum gibt es seit kurzem auch wieder ein für den Wettkampfsport zuständiges Präsidiumsmitglied. „Das Amt war eine Weile vakant. Aber bislang bekommen wir die Posten noch gut besetzt.“

Dennoch glaubt Koch, dass sich die Zahl der Wahlämter in Zukunft eher verringern wird. „Dafür wird es dann in der ,zweiten Ebene‘ mehr Leute geben, die nur für ein Projekt zuständig sind. Da gibt es Personen bei uns, die sich seit Jahren jedes Jahr um die Durchführung einer bestimmten Veranstaltung kümmern, die Arbeit wird also auf viel mehr Schultern verteilt. Und die bleiben uns dann meist länger erhalten, als wenn sie sich vielleicht für eine Periode in ein Amt wählen lassen würden“, glaubt der Turngau-Präsident.

Turn-Gala eines der Highlights

Zu Highlights im Veranstaltungskalender des Turngau Zollern-Schalksburg gehört neben dem Gaufest und dem Kindergaufest noch die jährliche Turngau-Gala. Eine Besonderheit bei den Turnfesten ist, dass man nicht immer einen veranstaltenden Verein sucht. Vielmehr tritt der Turngau als Veranstalter auf und arbeitet dann mit mehreren Vereinen aus der Umgebung des jeweiligen Veranstaltungsortes zusammen. Weitere wichtige Aufgaben des Turngaus sind natürlich die Aus- und Weiterbildungen der Übungsleiter. „Daneben haben wir in den vergangenen Jahren ein Projekt zusammen mit dem Landkreis, in dem wir ein Bewegungsprogramm in die Kindergärten bringen. Die Inhalte korrespondieren mit dem, was in den Vereinen im Kinderturnen gemacht wird“, erklärt Koch.

Ein Hauch von Highland Games

Einmal im Jahr weht ein Hauch von Highland Games durch den Turngau Zollern-Schlalksburg. Denn dann finden die Gaumeisterschaften in einer Disziplin statt, die man sonst eher breitschultrigen, bärtigen Hünen aus dem schottischen Bergland zuordnen würde: Steinstoßen. „Die Gaumeisterschaften im Steinstoßen und im Schleuderball haben bei uns seit Jahrzehnten Tradition. Früher gehörten beide Disziplinen ja zum Mehrkampf. Und wir haben halt nach wie vor diese immer sehr nette Veranstaltung“, erklärt der Turngau-Präsident Koch. Bis zu 80 Teilnehmer treffen sich dann und wuchten die bis zu 15 Kilogramm schweren Steine durch die Gegend. Und auch der gesellige Teil kommt dabei nicht zu kurz. „Es gibt Leute, die treffen sich genau einmal im Jahr – nämlich bei dieser Veranstaltung“, weiß Koch. „Und unser Wendelin Acker ist sogar Europameister in seiner Altersklasse. Der ist 90 Jahre alt!“

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