Speziell mit dem Schwäbischen Turnerbund verbindet ihn eine lange Geschichte. Und dass, obwohl Turnen und Saltos nur in seiner Schulzeit Platz fanden.
Mit dem Landesturnfest in Aalen 1999 kommt der gelernte Kommunikationselektroniker und gebürtige Aalener erstmalig mit dem Turnsport in Berührung: Die damalige STB-Projektleiterin Heike Mödinger ist gebürtige Aalenerin und stellt den Kontakt zu Fischers Arbeitsgeber im Veranstaltungsbereich UBS Quality Sound her. Für UBS sind Sportveranstaltungen damals nicht fremd. Regelmäßig geben sie Vereinen im Jahr eine Bühne, sich zu präsentieren.
Ohne Spaß geht es nicht
Mehr als 25 Jahre später hat sich aus der zufälligen Arbeitsbeziehung ein „besonderer Bezug“ entwickelt, wie Fischer erklärt. Zu vielen Mitarbeitenden und Helfenden hat der 51-Jährige mittlerweile sogar einen privaten Draht. Für den Kommunikationselektriker ist der STB über die Jahre zu einer Familie geworden. Denkwürdig etwa das 2024 abgebrochene Landesturnfest in Ravensburg. „Allein an diesem Turnfest siehst du, wie gut wir uns verstehen“, blickt Fischer zurück. Das Landesturnfest muss in Folge von Hochwasser abgebrochen werden. Zusammen mit den STB-Kollegen bauen beide Seiten die Veranstaltungstechnik ab. Hand in Hand. Niemand sei sich für irgendeine Aufgabe zu schade gewesen. „Auf diese Weise macht es enorm viel Spaß“, hebt der 51-Jährige hervor.
Ohne Spaß gehe es in dieser Branche ohnehin nicht, weiß Fischer. Der Job verlange einem vieles ab. Jeder Auftrag beginne Tage vorher mit dem Aufbau und ende Tage danach mit dem Abbau. Inklusive des Parts zwischen Auf- und Abbau. „Eine klassische Veranstaltung gibt es nicht“, sagt der Kommunikationselektroniker. Seine Kollegen und er sind für alles rund um die Veranstaltung verantwortlich. Bühne, Technik und alles, was sonst noch dazugehört. „Unsere Fertigkeiten und Fähigkeiten liegen im Verborgenen“, erklärt der gebürtige Aalener. Zuschauende und Besuchende nehmen die Arbeit von UBS nicht wahr.
Auch wenn ein wiederkehrendes Event im Prinzip gleich ist, unterscheide es sich doch in einigen Punkten. Etwa im Bereich der Technik. Diese wird von Jahr zu Jahr immer schnelllebiger und fordernder: „Es ist Hölle anstrengend und mit wahnsinnigem Druck verbunden.“ Kunden nehmen keine Rücksicht mehr, sehen ihr Projekt oftmals als zentralstes an. Zudem seien Events heute viel schlechter planbar, sagt Fischer. Durch die Schnelllebigkeit gebe es deutlich mehr Fluktuation, was wiederum Fischer und seine Kollegen zu spüren bekommen.
Umdenken durch Pandemie
Doch der 51-Jährige hat ein dickes Fell und schon ganz andere Bretter gebohrt. Den Aalener kann so schnell nichts mehr aus der Ruhe bringen. Denn mit der Corona-Pandemie stand der Kommunikationselektroniker bereits kurz vor dem Ende. Auf einem hart umkämpften Markt der Veranstaltungstechnik brachen durch die Pandemie von einem auf den nächsten Tag alle Aufträge fürs ganze Jahr ein, erinnert sich Fischer.
„Wir wussten gar nicht, wie es weitergeht – auch nicht mit unserer neu gebauten Lagerhalle.“ Also trommelte Fischer seine Angestellten erst einmal zusammen. Botschaft: Die Zukunft ist unklar. In dieser Zeit kommt ein Freund auf den 51-Jährigen zu und bittet ihn um Hilfe bei einer handelsüblichen Badsanierung eines Privathaushalts. Da Fischer und Co. in Folge der Pandemie viel Zeit haben, willigt er alternativlos ein. Irgendwann realisiert er: Das könnte ein Rettungsring sein.
Fischer intensiviert die Bemühungen um neue Aufträge in dem neuen Sektor. Durch seine jahrelange Expertise in der Veranstaltungsbranche besitzt der Aalener ein großes Netzwerk. Seine Kaltakquise fruchtet: Bald stellt er zwei neue Elektriker ein. Seinem Team lässt er freie Hand: Entweder sie machen bei der Haustechnik mit oder müssen sich etwas anderes suchen. Ein Teil geht, ein Teil bleibt. Durch diesen Schachzug gelingt es dem 51-Jährigen, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, zu überleben und sich noch besser aufzustellen.
Mehr als die Hälfte durch Gebäudeelektrik
Inzwischen hat sich der Sektor der Gebäudeelektrik zu einem wichtigen Part des Betriebs entwickelt. Arbeiten im Bereich Installation, Häuser und Photovoltaik. Mehr als die Hälfte der Einnahmen generieren Fischer und seine Kollegen über diese Schiene. Sie sind mittlerweile sogar für zwei bis drei Architekturbüros aktiv.
Wenig verwunderlich, dass der gelernte Kommunikationselektroniker stolz ist, diese schwierige Phase überstanden zu haben. Zumal das aufgebaute Netzwerk ein hart erarbeitetes ist. Für Fischer obendrein ein anfangs völlig unbekanntes. Nach seinem Start 1994 bei UBS steht Fischer zehn Jahre später plötzlich vor der Chance, den Betrieb zu übernehmen. Der 51-Jährige sagt zu, aber erst nach Abschluss seines Technikers.
Mit der Übernahme des Betriebs realisiert der Aalener, was ihn da erwartet: Buchhaltung, Rechnungen schreiben, Angebote vorbereiten. „Das war eine ganz wilde Nummer“, erinnert sich Fischer an seine Anfangszeit.
Abgesehen von seiner fehlenden Erfahrung in den Anfängen gibt es in den mehr als 20 Jahren auch einige denkwürdige Situationen, die der 51-Jährige nicht beeinflussen konnte. Das Landesturnfest in Friedrichshafen 2008 hat es da gleich aus doppeltem Anlass in die Annalen geschafft. Zunächst durchkreuzt ein brütender Schwan direkt am See die Pläne der Organisatoren. Fischer und Co. wollen und müssen eine Bühne im Seebereich aufbauen. Der Tierschutz greift ein und schreibt bestimmte Zeitslots vor. Die Techniker lassen sich trotzdem nicht abhalten und bringen die Feier gut rum.
Zudem muss dann auch noch eine Abendveranstaltung wegen Sturm abgebrochen werden. Für die Veranstalter ein Desaster. Für die lokale Presse nicht. Sie berichtet von einer tollen Eröffnung und einem unterhaltsamen Programm. „Blöd nur, dass die Veranstaltung nie stattgefunden hat“, blickt Fischer heute mit einem Lachen zurück.
Am Grill ebenfalls ein Experte
Bei rund 150 Veranstaltungen pro Jahr, wovon rund acht auf den STB entfallen, braucht der Technikexperte viel Energie. Diese holt er sich vor allem beim Grillen und Tauchen. Letzteres vorzugsweise im warmen Sommerurlaub. Der Aalener besitzt mehrere Tauchscheine und kommt in den tiefen Sphären besonders zur Ruhe. Kein Gerede, keine Hektik.
Seine Leidenschaft fürs Grillen entdeckt der 51-Jährige in der Corona-Zeit: „Irgendwann hatte ich keine Lust mehr aufs Standardgrillen mit Wurst und Steak.“ Inzwischen hat er seine halbe Terrasse mit Grillausrüstug belagert. Dort stehen etwa eine Plancha (heiße Eisenplatte, auf der du alles machen kannst) oder auch ein Dutchofen (großer Gusstopf, in dem ganze Gerichte gegrillt werden). Zudem geht der Hobbygrill regelmäßig auf Grillmessen und bildet sich weiter.
Sein Grill-Geheimtipp? „(Kopf-)Salat eignet sich besonders gut zum Grillen und entfaltet mit der richtigen Soße einen besonderen Geschmack.“

