Darja Varfolomeev genießt ihren Auftritt vor heimischen Publikum sichtlich. Foto: Faßbender

Gymnastik International: Varfolomeev siegt beim Heimwettkampf

Darja Varfolomeev vom TSV Schmiden hat beim „Gymnastik International“ ihre neuen Olympiaübungen mit Keulen und Ball präsentiert und dafür jeweils die höchsten Wertungen erhalten. Ihre Mannschaftskameradin Margarita Kolosov gewann mit dem Band, wohingegen die deutsche Gruppe einen eher durchwachsenen Auftritt in Fellbach-Schmiden zeigte.

Glänzende und siegreiche Auftritte – mit Keulen und Ball – vor heimischer Kulisse hat Darja Varfolomeev am Wochenende bei „Gymnastik International“ gezeigt. Mit Reifen und Band ließ die 17-Jährige vom TSV Schmiden die anderen alleine turnen. Das Fehlen der amtierenden fünffachen Weltmeisterin nutzte ihre Trainingsgefährtin, die Stützpunkt-Gymnastin Margarita Kolosov, die das Bandfinale gewann, sowie Daniela Munits aus Israel, die das Reifenfinale für sich entscheiden konnte.

Auch wenn die Weltmeisterin sich ein wenig rar machte, und auch wenn die ganz großen internationalen Namen gefehlt haben, das Turnier war ein voller Erfolg. Sina Maier, die Standortmanagerin am Bundesstützpunkt in Fellbach-Schmiden, hatte im Vorfeld nicht zu viel versprochen. Für die 28. Auflage des Traditionsturniers hatten sie die Schmidener 1-2-3-Sporthalle fein gemacht. Einen riesigen schwarzen Vorhang hatten die Helfer hinter dem Wertungsgericht aufgehängt, außerdem die Werbebanner an den Wänden abgehängt. Auch die Kulisse auf den Rängen passte, die an beiden Tagen gut gefüllt waren. Laut war das Publikum und ausgesprochen fair, denn nicht nur die Übungen der Lokalmatadorinnen im Einzel oder in der Gruppe bei den Juniorinnen und in der Meisterklasse, wurden bejubelt und beklatscht.

Laut war das Publikum und ausgesprochen fair

Es ist ein besonderes Jahr mit den Olympischen Spielen in Paris im Sommer als Höhepunkt. Darauf richten sich nicht nur alle Augen, sondern auch alle Anstrengungen im Bundesstützpunkt für Rhythmische Sportgymnastik, wo Deutschlands beste Gymnastinnen fast täglich trainieren. Die Termine bis zu den Spielen sind sorgfältig ausgewählt und getaktet. Das Turnier vor der eigenen Haustür ist der offizielle Auftakt in die Saison. Und der fiel für die grazilen Stützpunkt-Vertreterinnen positiv aus. Isabell Sawade, die deutsche Teamchefin, zeigte sich nach dem zweitägigen Wettkampf jedenfalls mehr als zufrieden mit den Leistungen aller Einzelgymnastinnen in der Meisterklasse.

„Die neuen Übungen von Darja mit Keulen und Ball sind noch besser choreografiert und noch schwieriger als die bei den Weltmeisterschaften“, sagte Isabell Sawade. Es zahle sich aus, dass Anne Jung, Tänzerin und Choreografin aus Frankfurt und von 1996 bis 1999 Mitglied der RSG-Nationalgruppe, seit kurzem das Team um Cheftrainerin Yuliya Raskina unterstütze. „Sie arbeiten gemeinsam an den Übergängen zwischen den einzelnen Elementen, und es läuft richtig gut.“

Wie gut die Entwicklung von Darja Varfolomeev im Olympiajahr ist, wurde erst neulich deutlich. Denn es gab einen ersten Vergleich mit einer Top-Gymnastin aus Belarus, das wie die einst führende Gymnastiknation Russland wegen des Ukrainekriegs lange von allen Wettkämpfen ausgeschlossen war. Bei einem Aufeinandertreffen als Gastgymnastinnen in der italienischen Bundesliga hatte Darja Varfolomeev für ihre Keulenübung 37,200 Punkte bekommen, berichtete Isabell Sawade. „Und das gleiche Kampfgericht hat am gleichen Tag der Weißrussin Alina Harnasko die Note 35,400 mit dem Band gegeben.“

Kolosov holt Sieg mit dem Band

Auch Margarita Kolosov, so die Teamchefin, sei schon früh in guter Form. „Und es ist einfach schön, dass sie mit ihrer neuen Bandübung hier gleich gewonnen hat.“ Doch auch die anderen Gymnastinnen vom Bundesstützpunkt, wie Anastasia Simakov, die Zweite mit dem Ball und Dritte mit dem Band wurde, oder Lada Pusch überzeugten. Isabell Sawade freut sich deshalb schon auf den 3. April. Dann wird in Schmiden die interne Qualifikation für die drei Tickets für die Europameisterschaften im Juni in Tel Aviv geturnt. „Es ist das erste Mal, dass alle in allen vier Geräten aufeinandertreffen, und noch ist keine gesetzt“, sagte die Teamchefin. Konkurrenz belebe das Geschäft.

Nicht ganz so positiv fällt Isabell Sawades Fazit bei der Nationalgruppe aus, die ebenfalls in Schmiden trainiert und das Ticket für Paris mit ihrem fünften Platz im Mehrkampf bei den Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr schon in der Tasche hat. Die Auftritte der auf sechs Gymnastinnen angewachsenen Formation – Melanie Dargel ist mit fünf Reifen neu im Team, Emilia Wickert übernimmt bei drei Bändern und zwei Bällen – wurden vom Publikum gefeiert. Doch die Fachfrau sieht noch Arbeit. „Die neue Reifenübung muss besser sitzen, und wir müssen insgesamt etwas sicherer werden.“ Platz vier mit den Reifen hinter der Siegergruppe aus Japan, den Polinnen und dem Team aus Usbekistan und der Bronzerang mit drei Bändern und zwei Bällen hinter Japan und Polen, sprang für das Sextett heraus, das Daniella Kromm, Alina Oganesyan, Anja Kosan und Hannah Vester komplettieren. (Text Eva Herschmann)

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