DTB-Turnerinnen bei der WM | Foto: picture alliance/ Murrat Marijan

Turn-WM: Elisabeth Seitz im Stufenbarrenfinale

Elisabeth Seitz schafft es bei ihrer 10. WM-Teilnahme in das Stufenbarrenfinale. Wenige Wochen nach ihrer krankheitsbedingten Pause beendet sie die Qualifikation auf dem achten Platz.

Die deutschen Turnerinnen haben im britischen Liverpool einen fast optimalen WM-Auftritt absolviert. Das Team mit vier WM-Debütantinnen hatte in der M&S Arena lediglich einen Fehler zu verzeichnen, dafür aber viele gelungene Übungen und starke 155,664 Punkte.

So turnte Top-Turnerin Elisabeth Seitz vor etwa 6.000 Zuschauern an ihrem Paradegerät Stufenbarren mit 14,400 Punkten auf einen zwischenzeitlich achten Rang, was eine Zitterpartie um den Einzug in das Gerätfinale der besten Acht bedeutete, die jedoch ein gutes Ende nahm. Die Europameisterin zeigte sich nach ihrem Corona bedingtem Trainingsrückstand in alter Wettkampfstärke und brillierte wieder einmal an den Holmen. „Ich bin sehr glücklich, dass es hier heute so gut geklappt hat. Ich habe im Laufe der WM-Vorbereitung genau einmal meine Übung durchgeturnt und heute zum zweiten Mal“, erklärte die zehnmalige WM-Teilnehmerin mit einem Lächeln. Das Gerätefinale findet am Samstag, 5. November um 16 Uhr Ortszeit (15 Uhr deutsche Zeit) statt.

Weniger Glück hatte die zweite aktuelle deutsche Europameisterin, Emma Malewski. Die 18-Jährige blieb bei ihrer ersten WM-Teilnahme an ihrem Spezialgerät Balken leider bei der sogenannten Wolf-Drehung am Balken hängen und musste deutliche Abzüge hinnehmen. „Ich bin natürlich im Moment etwas enttäuscht. Ich hoffe, dass ich morgen schon mit einem anderen Blick auf meinen Wettkampf schaue“, so die Hamburgerin, die aufgrund einer Fußverletzung keinen Mehrkampf turnte.

Stattdessen absolvierten die zwei Youngster Anna-Lena König und Karina Schönmaier den Vierkampf und zeigten bei ihrem ersten Auftritt auf internationalem Parkett beachtliche Nervenstärke und sehr gute Leistungen. 49,999 und 50,633 Punkte standen am Ende auf der Anzeigetafel für sie zu Buche – was zwar nicht für das Mehrkampffinale reichte, aber trotzdem einer nahezu optimalen Ausbeute entsprach. Entsprechend hatte Cheftrainer Gerben Wiersma nur lobende Worte für die Beiden, wie auch für Lea Marie Quaas parat, die drei Geräte geturnt hatte. „Ich bin stolz, wie wir uns als Team hier präsentiert haben. Wir haben mehr Punkte erturnt, als wir zuvor als Optimum errechnet hatten. Es war toll zu sehen, wie ruhig und konzentriert alle waren. Elisabeth hat die jungen Turnerinnen wirklich sehr gut geführt“, erklärte der Niederländer und fügte an „es war nicht damit zu rechnen, dass wir hier das Teamfinale erreichen, insofern sind wir mit dem Ergebnis sehr zufrieden“.

Schon der Einstieg mit den ersten beiden Geräten lief wie geschmiert für die DTB-Turnerinnen. Am Startgerät Boden zeigten sie keinerlei Nervosität und absolvierten souverän ihr Programm. Auch am darauffolgenden Sprungtisch unterlief dem Quartett kein Fehler. Dann kam der mit Spannung erwartete Stufenbarren. König, Malewski und Schönmaier legten solide vor. Elisabeth Seitz als Letzte zeigte dann ihre Übung mit einem Schwierigkeitswert von 6,1. Ohne größere Fehler turnte sie durch und kam lediglich beim Tsukhara-Abgang etwas seitlich auf der Matte auf. 14,400 Punkte waren ein starker Wert, der in dem dichten Feld der Top-Platzierten Spannung bedeutete. „Eli“ musste also bis zum Schluss bangen, bis sie aufatmen konnte. Am Schlussgerät Balken turnte die junge Riege weiterhin erstaunlich sicher. Lediglich Emma Malewski unterlief der besagte Fehler, wie auch Lea Quaas, die zu Beginn absteigen musste.

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