Achtung! Wir haben seit 1. August eine neue Telefonnummer: +49 711 – 490 92 - 0

mehr erfahren

Michael Bürkle (Vizepräsident Olympischer Spitzensport)

Neue Zeichen setzen - set new signs

[Olympischer Spitzensport]

„Unter dem Motto „Neue Zeichen setzen - set new signs“ konnten wir eine fulminante Weltmeisterschaft 2019 in Stuttgart feiern. Mit Top-Leistungen, fantastischem Publikum, begeisterte Turnerinnen und Turner, großartige Rahmenveranstaltungen, weltoffene Volunteers war diese WM rundum gelungen. Sportlich blieb uns leider eine durchaus mögliche Medaille für das Turn-Team Deutschland versagt, mit der Olympiaqualifikation der Männer und Frauen wurde aber ein wichtiges Ziel erreicht. Das Jahr 2020 stand ganz im Zeichen der Pandemie und hat auch den Spitzensport vor große Herausforderungen gestellt.“

Das Jahr 2020 stand ganz im Zeichen der Pandemie und in den Medien wurde über die Auswirkungen im Spitzensport ausführlich berichtet, jedoch sind die Folgen für die Nachwuchsarbeit aller Sportarten erheblich. Hier bedarf es unser aller Anstrengungen, dass wieder etwas Normalität und Regelbetrieb in den Vereinen und Nachwuchszentren einkehrt. Bei allen, die mit viel Engagement und Ideenreichtum versucht haben, einen gewissen Trainingsbetrieb aufrecht zu halten, möchte ich mich herzlich bedanken. Unsere Kaderturner*Innen haben es hier etwas leichter, doch ist es für Athleten*Innen und Trainer*Innen nicht einfach, unter Corona-Bedingungen und ohne große Wettkämpfe die Motivation langfristig aufrecht zu erhalten.     

Dabei gerät fast in Vergessenheit, dass wir unter dem Motto „Neue Zeichen setzen - set new signs“ eine fulminante Weltmeisterschaft 2019 in Stuttgart feiern konnten. Mit Top-Leistungen, fantastischem Publikum, begeisterte Turnerinnen und Turner, großartige Rahmenveranstaltungen, weltoffene Volunteers war diese WM rundum gelungen. Sportlich blieb uns leider eine durchaus mögliche Medaille für das Turn-Team Deutschland versagt. Mit der Olympiaqualifikation der Männer und Frauen wurde aber ein wichtiges Ziel erreicht.   

Die WM-Medaille von Ellie Seitz 2018 in Doha, die JEM-Medaillen von Daniel Wörz (TG Böckingen), die Deutschen Meistertitel von der KTV Straubenhardt und dem MTV Stuttgart (Turnerinnen und Trampolin) zeigen die Stärke des Schwäbischen Turnerbundes und die gute Arbeit seiner Stützpunkte, dürfen aber auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir im internationalen Vergleich einiges aufzuholen haben. Deshalb ist es wichtig, dass unsere regionalen Stützpunkte weiterhin optimale Rahmenbedingungen haben. Hier gilt es die gute Arbeit u.a. in Backnang oder in Esslingen-Berkheim, Kirchheim/Teck, um beispielhaft ein paar wenige Standorte zu nennen, durch den Bau von Gerätturnhallen zu unterstützen und somit dem guten Beispiel von z.B. Schwäbisch Gmünd zu folgen.

Im Rahmen der Spitzensportreform des DOSB ist Michael Breuning zum Bundesstützpunktleiter und Leistungssportdirektor Baden-Württemberg ernannt worden. Daneben wurden die Sportstättenförderung und weitere Punkte der Baden-Württembergischen Leistungssportreform umgesetzt. Mit der Positionierung der „Turnmetropole Stuttgart“ und dem „Stuttgarter Nachwuchskonzept“ sind wir - trotz Turn-Weltmeisterschaft - noch nicht wesentlich weitergekommen. Hier gilt es unserer Anstrengungen zu verstärken.

Im September 2019 wurde unser Kunstturn-Forum in Stuttgart 20 Jahre alt. In diesen 20 Jahren hat es sich zu einem der führenden Turnzentren in Deutschland und darüber hinaus entwickelt. Mit dem aktuellen Trainerteam und der sportlichen Führung verbinde ich die Hoffnung, dass wir auch für die zukünftigen Herausforderungen gut gerüstet sind und in unseren Verbesserungsprozessen nicht nachlassen.  

Leider haben unsere Gymnastinnen und Trampolin-TurnerInnen nur noch eine hauchdünne Chance, sich für die Olympische Spiele zu qualifizieren. In diesen beiden Sportarten gab es in den vergangenen Jahren zum Teil chaotische Personalentwicklungen, die sicher auch einen Anteil an dem fehlenden sportlichen Erfolg haben. Mit der Fertigstellung der Erweiterung des Nationalmannschaftszentrums in Fellbach-Schmiden und der hoffentlich baldigen Erweiterung des Kunst-turn-Forums um den Bundesstützpunkt Trampolinturnen und damit Verlegung von Ostfildern-Ruit an den Neckarpark nach Stuttgart, sind bzw. werden die Rahmenbedingungen für beide Sportarten optimal werden. Hier liegt es an uns zusammen mit dem Deutschen Turner-Bund, die Weichen zukunftsweisend zu stellen und mit Kontinuität für einen nachhaltigen sportlichen Erfolg zu sorgen.

Die Schwierigkeit, vorhandene Trainer- und Verwaltungsstellen im Deutschen Turnsport neu oder nach zu besetzen, macht aktuell deutlich, dass die Personalentwicklung insbesondere im Trainerbereich in den vergangenen Jahren vernachlässigt wurde. Diese Lücken lassen sich kurzfristig kaum schließen und bedürfen großer Anstrengungen und einer mittel- und langfristigen Planung aller noch dem Spitzensport im DTB verbliebenen Landesturnverbände.

Da Leuchtturmveranstaltungen wie die Turn-WM oder der DTB-Pokal für die Weiterentwicklung unserer Sportarten von unschätzbarem Wert sind, ist es notwendig, dass wir unser Veranstaltungskonzept im STB fortschreiben. Neben der Weiterentwicklung des DTB-Pokals sollten wir auch den Filderpokal im Trampolinturnen bzw. das „Gymnastik International“ in Fellbach in ein Gesamtkonzept integrieren und auch über weitere internationale Meisterschaften nachdenken.   

Über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Spitzensport wurde in den Medien ausführlich berichtet. Ich möchte mich bei allen Turnerinnen und Turnern, Trainerinnen und Trainern für ihre Rücksichtnahme und Umsicht bedanken und würde mir wünschen, dass alle unserem Turnsport treu bleiben und gesund und gestärkt aus dieser Krise hervorgehen und mit neuem Elan an die kommenden Aufgaben herangehen.

Für die hoffentlich stattfindenden Olympischen Spiele in Tokio wünsche ich allen Turnerinnen und Turnern eine optimale Vorbereitung und viel Erfolg. Abschließend möchte ich mich bei allen Turnerinnen, Gymnastinnen und Turnern, ihren Trainer/innen, Kampfrichtern/innen, Eltern, ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern für das große Engagement bedanken und wünschen, dass wir die anstehenden Aufgaben gemeinsam angehen und lösen.

Schwerpunkte für die kommende zwei Jahre werden sein:

  • Erweiterung des Kunst-turn-Forums um den Bundesstützpunkt Trampolinturnen
  • Fortschreibung des Strukturplans für die vier Olympischen Sportarten in der PKS BTB/STB
  • Fortschreibung des Veranstaltungskonzepts und Einbeziehung der „Turnmetropole Stuttgart“
  • Nachwuchskonzept Stadt Stuttgart
  • Aus- und Fortbildung unserer Trainerinnen und Trainer
  • Verstärkung der Nachwuchsarbeit in allen vier olympischen Disziplinen

weitere Berichte

Wie uns ein kleiner Virus auf dem Weg in die Zukunft sogar helfen kann

[Marketing und Kommunikation]

„Corona hat unser Leben verändert. Was wir gewohnt waren, gilt erstmal so nicht mehr. Wir mussten vieles absagen und...

Weiterlesen

Von der Rolle bis zum Doppelsalto

[Fachgebiet Gerätturnen]

"Das Fachgebiet Gerätturnen bietet ein breites Spektrum an Aufgaben - von den Angeboten der Freizeitturnern über den...

Weiterlesen

Vereine als Fitness- und Gesundheitssport­anbieter stärken

[Freizeit-, Fitness- und Gesundheitssport]

„Viele Projekte und Services wurden bis Anfang 2020 im Bereich Freizeit-, Fitness- und Gesundheitssport...

Weiterlesen