Vom 7. bis 9. Mai in Stuttgart erwartet euch ein vielseitiger Kongress mit neuen Impulsen, praxisnahen Ideen und inspirierendem Austausch für die Altersgruppen von 0 bis 15 Jahren.
Unter dem Motto „Gemeinsam Spuren hinterlassen – Impulse für Verein, Schule und Alltag“ bietet der Kinderturn-Kongress ein abwechslungsreiches Programm rund um Bewegung, Spiel und Spaß. Freut euch auf spannende und praxisorientierte Workshops – von „Babys in Bewegung“ über Eltern-Kind- und Kinderturnen bis hin zu altersübergreifenden Angeboten, die sich direkt im Verein, in der Kita, in der Schule oder im Alltag umsetzen lassen. Dabei gilt: Bewegung findet nicht nur in der Halle statt – auch Ideen für draußen kommen nicht zu kurz. Hier gibt es alle Infos zum Kinderturn-Kongress.
Denn Kinderturnen bedeutet weit mehr als nur Turnen: Es steht für Bewegung, Leidenschaft und gemeinsames Erleben – immer und überall, sportartübergreifend und mit Herz.
Mit gleich mehreren Workshops sind Katrin Obermeier und Raimund Obermeier beim Kongress vertreten. Ihr Angebot reicht vom „Lauf- und Sprung-ABC“ über das Training mit der Koordinationsleiter bis hin zum kreativen Zirkel „Sommergames“. Wir haben mit beiden gesprochen:
Ihr bietet beim Kinderturn-Kongress gleich mehrere praxisnahe Workshops an – vom Lauf- und Sprung-ABC bis zu den „Sommer-games“. Was begeistert euch persönlich am meisten daran, mit Kindern zu arbeiten?
Katrin: Kinder begeistern uns, weil sie mit einer unglaublichen Offenheit und Neugier an Bewegung herangehen. Sie probieren aus, lassen sich auf Neues ein und feiern jeden kleinen Erfolg – diese leuchtenden Kinderaugen sind für uns ein Highlight unserer Arbeit.
Was uns dabei immer wieder beeindruckt: Kinder machen einfach. Sie testen aus, finden eigene Wege und bleiben dran, auch wenn et-was nicht sofort klappt. Während wir Erwachsenen oft viel zu schnell denken „Das schaffe ich nicht“, legen Kinder ohne diese innere „Bremse“ los – und genau dadurch entdecken sie, was alles in ihnen steckt.
Diese natürliche Leichtigkeit und der Mut, Dinge auszuprobieren, machen die Arbeit mit Kindern so besonders. Wir dürfen ihre Freude erleben, ihnen Räume zum Entdecken eröffnen und mit-erleben, wie sie Schritt für Schritt selbstbewusster, mutiger und neugieriger werden. Genau diese Momente machen unsere Arbeit so wertvoll.
Kinderturnen ist viel mehr als Bewegung – welche Fähigkeiten entwickeln Kinder durch eure Angebote ganz nebenbei?
Raimund: Unsere Angebote vermitteln nicht nur Bewegung, motorische Grundfertigkeiten wie Laufen, Springen oder Werfen und komplexe sportmotorische Fertigkeiten wie Dribbeln und Passen – die Kinder erwerben dabei auch Fähigkeiten, die weit über die reine Bewegung hinausgehen.
Beim Workshop „Sommergames“ lernen die Kids die Farben der Olympischen Ringe kennen, verbinden die Bewegung mit Wissen und entdecken spannende Hintergründe aus der Welt des Sports. Wenn sie in verschiedene Rollen schlüpfen, etwa beim „Einzug der Nationen“, werden sie kreativ, gestalten gemeinsam und erleben, wie viel Freude im Miteinander steckt.
In den Angeboten wachsen die Kinder sozial, indem sie kooperieren, Rücksicht nehmen und gemeinsam Lösungen finden. Auch emotional machen sie wichtige Erfahrungen: Mut, Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen und die Offenheit für Neues entstehen oft ganz nebenbei – in Momenten, in denen sie etwas ausprobieren, scheitern, wieder aufstehen und es erneut versuchen.
Kognitiv profitieren sie ebenfalls: Konzentration, Problemlösefähigkeit, Reaktionsvermögen und räumliches Denken werden durch vielfältige Bewegungs- und Denkaufgaben spielerisch geschult.
Koordination, Schnelligkeit, Spiel – eure Kurse decken ein breites Spektrum ab. Warum ist gerade diese Vielfalt für die motorische Entwicklung von Kindern so entscheidend?
Katrin: Vielfalt in der Bewegung ist für Kinder deshalb so entscheidend, weil sich motorische Fähigkeiten nicht isoliert entwickeln. Je ab wechslungsreicher die Bewegungserfahrungen sind, desto leichter entdecken Kinder, was alles in ihnen steckt – körperlich, geistig und emotional. Unterschiedliche Bewegungsformen sprechen verschiedene Fähigkeiten an und fördern gleichzeitig den Transfer zwischen ihnen. Genau diese Variabilität ist der Motor für nachhaltiges motorisches Lernen.
In unseren Trainings erleben Kinder Laufen, Springen, Klettern, Balancieren, Fangen, Werfen und vieles mehr in unterschiedlichen Varianten. Durch diese Vielfalt sammeln sie ständig neue Bewegungserfahrungen, verfeinern ihre Bewegungen und entwickeln ein sicheres Körpergefühl. Dabei zeigt sich sehr deutlich, wie eng die motorischen Grundfähigkeiten Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Koordination und Beweglichkeit miteinander verzahnt sind – wie Zahnräder, die ineinandergreifen: Verbessert sich eine Fähigkeit, profitieren oft mehrere gleichzeitig.
Vielfalt ist dabei kein „nice to have“, sondern der Schlüssel für eine ganzheitliche Entwicklung. Sie macht individuelle Stärken sichtbar, stärkt Selbstvertrauen und unterstützt Kinder darin, Herausforderungen mutig anzugehen. Gleichzeitig legt sie die Basis für wichtige „Life Skills“ – etwa Teamfähigkeit, Fairness oder Durchhaltevermögen. All das entsteht durch abwechslungsreiche, spielerische und anregende Bewegungserlebnisse.
Viele Trainerinnen und Trainer stehen vor der Herausforderung, Kinder für Bewegung zu begeistern. Habt ihr einen Tipp aus eurer Praxis, der fast immer funktioniert?
Raimund: Ein Tipp, der bei uns fast immer wirkt: Bewegung in kleine Abenteuer verwandeln. Sobald ein Laufspiel zur Dschungelmission wird oder ein Parcours zu einer Mutprobe mit Levels und Teamaufgaben, sind Kinder sofort dabei. Sie bewegen sich, weil sie etwas erleben wollen – nicht, weil sie „trainieren“ sollen. Dieser spielerische Zugang öffnet Türen.
Ebenso wichtig ist der erste Moment: Kinder spüren sofort, ob sie willkommen sind und ob sie uns vertrauen können. Ein warmes Lächeln, ein klarer Start und das Gefühl „Du bist hier richtig“ machen unglaublich viel aus.
Sehr hilfreich ist auch, direkt zu den Kindern – zum Beispiel in die Schulen – zu gehen und dort verschiedene Sportarten vorzustellen. Dieser erste Kontakt in einer vertrauten Umgebung nimmt Hemmungen und weckt Neugier.
Genau hier entsteht etwas Besonderes: Wenn wir in die Schulen gehen, öffnen wir Kindern eine „Tür“, die sie allein vielleicht nie gefunden hätten.
Wenn ihr den Übungsleitenden nur einen Grund nennen dürftet, warum sie unbedingt am Kinderturn-Kongress teilnehmen sollten – welcher wäre das?
Katrin und Raimund: Wenn wir nur einen Grund nennen dürften, dann diesen: Die Atmosphäre des Kinderturn-Kongresses ist einfach ansteckend. Dort treffen motivierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf Referentinnen und Referenten, die mit Leidenschaft ihr Wissen teilen. Diese Mischung sorgt dafür, dass man in kürzester Zeit neue Impulse bekommt, Altbekanntes aus einem frischen Blickwinkel sieht und den eigenen Horizont spürbar erweitert.
Man geht mit Ideen nach Hause, die sofort umsetzbar sind – und mit einer Energie, die lange nachwirkt. Genau das macht den Kongress so besonders.

