Ein starker Abschluss: Matthias Pfleiderer (MTV Stuttgart) wird im Einzel starker Fünfter und verpasst eine Medaille nur knapp. Foto: Thomas Rösler

Trampolin-EM Tag 5: Pfleiderer fliegt im Finale auf Rang fünf

Am fünften Tag der Trampolin-EM in Guimares hat Matthias Pfleiderer (MTV Stuttgart) für die beste deutsche Platzierung im olympischen Einzelwettbewerb gesorgt.

 

Matthias Pfleiderer hat bei den Trampolin-Europameisterschaften im portugiesischen Guimaraes den fünften Platz belegt und damit für die beste deutsche Platzierung aus deutscher Sicht im olympischen Einzelwettbewerb gesorgt. Im Finale am Sonntag kam der 28-Jährige auf 57,420 Punkte. Es siegte der Portugiese Pedro Ferreira mit 59,160 vor dem Franzosen Pierre Gouzou (58,910) und Diogo Abreu (Portugal/57,810). 

"Das war eine super Leistung von Matthias", sagte Bundestrainerin Katarina Prokesova. "Er hat die Nerven behalten und den Sprung ins Finale verdient."

Pfleiderer, im Halbfinale Siebter, bedankte sich nach seinem Erfolg erst mal bei den Trainern und den Physiotherapeuten, "die haben mir den Start ermöglicht, nachdem ich kurzzeitig Probleme mit dem Zwerchfell hatte". Er sei dann gut in die Übung hineingekommen.

"Ein Sprung ging ein bisschen in die Federn am Rand, da habe ich ein bisschen Höhe verloren, und es war keine perfekte, aber trotzdem eine gute Übung. Mit Platz fünf bin ich bei dem Starterfeld hier sehr happy und zufrieden."  

Bei den Teamkollegen war es nicht so gut gelaufen. Sowohl Fabian Vogel als auch Caio Lauxtermann brachten im Halbfinale am Vormittag ihre Vorträge nicht zu Ende. "Es gab generell viele Abbrüche bei den Herren in dieser Runde", sagte Prokesova. "Das kam in letzter Zeit oft vor."

Frauen verfehlen Finale denkbar knapp

Bei den Frauen flog die Olympiazehnte von Rio, Leonie Adam (MTV Stuttgart), als Neunte mit 53,00 Punkten nur um einen Rang und eine Hundertstel am Endkampf vorbei. "So knapp war es noch nie", lautete der Kommentar der Stuttgarterin. So wie sie hatten laut Prokesova auch Aileen Rösler als Elfte mit 52,810 und Aurelia Eislöffel als 18. mit 51,330 Punkten "schöne Übungen hingelegt".

"Wir können ein sehr positives Fazit ziehen", sagte Prokesova. "Wir wissen, dass es noch ein bisschen besser geht, und Potenzial ist da. Aber wir können erst mal zufrieden sein."

Bei den Juniorinnen schafften Greta Steinbrenner und Pauline Hering den Sprung ins Finale und belegten dort mit 50,02 und 48,00 den fünften und sechsten Platz. "Eine Medaille zu holen, war schwierig", sagte Prokesova. "Beide haben bis zum Ende fehlerfrei geturnt und schöne Platzierungen erreicht. Wir sind mit den Mädchen sehr zufrieden."

Positives Fazit

"Das deutsche Team hat sich hier in Portugal stark präsentiert", bilanzierte DTB-Sportdirektor Thomas Gutekunst. "Das Highlight am letzten Tag waren der Finaleinzug von Matthias Pfleiderer und sein sehr guter fünfter Platz. Dazu kamen die beiden Juniorinnen, die den DTB mit der Teilnahme am Endkampf ebenfalls sehr gut vertreten und gezeigt haben, dass wir auch Talente haben, die den Arrivierten in Zukunft Druck machen können. Gleichzeitig haben wir bewiesen, dass wir auch in der Breite sehr gut aufgestellt sind. Wir hatten in den Semifinals bei Frauen und Männern die maximale Anzahl an Teilnehmern. Das macht Mut für die Zukunft. Sowohl bei den Senioren als auch den Junioren waren wir mit allen Teams in den Top fünf und konnten auch Medaillen holen. Somit blicken wir sowohl im olympischen als auch im nicht-olympischen Doppelmini-Bereich auf eine erfolgreiche EM zurück."


Tag 4:

Das zweite deutsche Duro mit Synchron-Weltmeister Fabian Vogel und Caio Lauxtermann erreichte im Finale 51,260 Punkte - damit verpassten sie eine Medaille nur knapp. Gold ging in einem engen Wettkampf an Großbritannien (51,940) vor Frankreich (51,720) und Portugal (51,520). Im Vorkampf am Vormittag hatte es für die beiden deutschen Mitfavoriten noch zum dritten Platz hinter den beiden französischen Paaren gereicht. 

"Caio und Fabi haben einen souveränen Vorkampf geturnt", erzählte Bundestrainerin Katarina Prokesova. "Auch im Finale haben sie es sehr gut gemacht. Mehr als 51 Punkte reichen fast immer für eine Medaille. Aber die anderen drei Paare haben ihre Übung optimal getroffen, und so war das Glück diesmal nicht auf unserer Seite." 

Auch die deutschen Turnerinnen Maya Möller und Aurelia Eislöffel konnten bei ihrem ersten EM-Einsatz bei den Seniorinnen kein Edelmetall gewinnen. 46,590 Punkte bedeuteten in der Entscheidung ebenfalls Rang vier und die Bestätigung des Vorkampfergebnisses. Es siegte das Paar aus Großbritannien (48,160) vor Frankreich (47,890) und Georgien (47,740). 

"Wir sind sehr stolz auf die Mädchen", sagte Prokesova. "Sie haben bei ihrer ersten EM geliefert und eine sehr schöne Übung geturnt. Dass das nicht für eine Medaille gereicht hat, ist völlig in Ordnung."

Bronze für DMT-Junioren 

Auf dem Doppelminitrampolin sicherte sich das deutsche Junioren-Team Bronze hinter Großbritannien (12 Punkte) und Spanien (10). Marvin Brodowski, Luis Bosse und Jakob Winterstein kamen in der Entscheidung auf neun Punkte; zum Team gehörte auch Ersatzmann Elias Achille, der die Mannschaft in jeder Hinsicht unterstützte und jederzeit hätte einspringen können.. 

"Das war wieder ein Krimi", berichtete Trainer Olaf Schmidt. Nachdem Bosse als Starter mit 24,40 Punkten eine gute Grundlage für den späteren Erfolg gelegt hatte, beeindruckte Brodowski als Zweiter mit 26,80 Punkten. Das war am Ende die höchste Wertung im gesamten Finale. "Hoch, sauber, schön ausgeturnt", lobte Schmidt. Das sei ein "brillanter" Vortrag gewesen und "kickte" die Deutschen nach vorne. Winterstein landete bei seinem zweiten Sprung auf dem Gerät und kam nur auf 19,80 Punkte. Nach vorne wäre aber auch sonst wohl nicht mehr gegangen, erklärte Schmidt. "Der dritte Platz ist wirklich sehr gut." 


Tag 3:

Daniel Schmidt, Hannes König, Adrian Thomson und Simon Dobler (TG Biberach) mussten sich im Finale am Freitagabend mit neun Punkten nur der Konkurrenz aus Spanien (13) und Portugal (12) geschlagen geben und sicherten so die erste Mannschaftsmedaille seit zwölf Jahren.

"Ich habe schon viel erlebt in meiner Karriere, aber das war einer der spannendsten Krimis darunter", sagte Trainer Olaf Schmidt. "Die Turner haben sich gegenseitig gepusht und unbeschreiblichen Teamgeist gezeigt." Youngster Thomson habe gleich zu Beginn seinen Dreifachsalto "zelebriert" und mit der höchsten Punktzahl im Trio (28,10) drei Zähler geholt. König hielt die Deutschen mit 26,80 auf Medaillenkurs, und Schmidt sicherte mit 27,00 den Weg zu Edelmetall ab, indem er aus taktischen Gründen die Schwierigkeit ein bisschen herunterschraubte, um einen sicheren Vortrag zu zeigen.

Dobler hat zwar nicht geturnt, da nur drei der vier im Teamfinale antreten dürfen. Dennoch hat er seinen Anteil an der Medaille.

"Kompliment an die Turner! Ich freue mich besonders, weil unsere Disziplin vor ein paar Jahren in Deutschland schon kaputt war", sagte Schmidt. "Aber jetzt ernten wir die Früchte unserer guten Nachwuchsarbeit, und ich denke, es geht auch noch weiter nach oben."

Die Frauen des DTB waren zuvor nur um einen Zähler an einer weiteren Medaille vorbeigeschrammt (belegten mit acht Punkten Rang vier hinter Portugal (13), Großbritannien (12) und Spanien (9). "Wir waren in zwei Durchgängen besser als die Spanierinnen", berichtete Schmidt. Doch Weltmeisterin Melania Rodriguez hatte in ihrer Gruppe so gut vorgelegt, dass die Deutschen nicht mehr an den Südeuropäerinnen vorbeikamen. 


Tag 2:

Am Ende hatte Frankreich mit 13 Punkten die Nase im Team-Finale vorn. Deutschland lieferte sich mit Spanien einen Nervenkrimi und sicherte sich den starken zweiten Rang mit neun Punkten.

STB-Bundesstützpunkttrainer Michael Kuhn freute sich über die tolle Mannschaftsleistung sowie über den Beitrag zum Erfolg von Matthias Pfleiderer (MTV Stuttgart): "Matthias hat eine stabile Kür gezeigt und drei von maximal fünf möglichen Scorerpunkten beigesteuert."

Frauen landen auf Rang fünf

Keine Medaille haben dagegen die deutschen Frauen geholt. Sie beendeten das Teamfinale auf Platz fünf. Leonie Adam (MTV Stuttgart) musste ihre Kür leider frühzeitig abbrechen und auch die anderen beiden (Aileen Rösler und Aurelia Eislöffel) hatten gegen ihre Gegnerinnen keine Chance. Auch hier gewann Frankreich.

Volle Besetzung im Halbfinale

Erfreulich dagegen aus STB-Sicht: Im Einzel hat der STB die volle Besetzung für das Halbfinale am Sonntag geschafft. Auch Adam und Pfleiderer dürfen noch einmal an den Start gehen.


Tag 1:

STB-Bundestützpunkttrainer Michael Kuhn war mit der Leistung Doblers sehr zufrieden: "Er hat einen sehr starken Wettkampf geturnt."

Dobler erreichte am Ende eine Punktzahl von 26,200 und wurde hinter dem Sechsplatzierten Daniel Schmidt (27,800) zweitbester Deutscher auf Rang zehn. Gleichzeitig holte er damit auch seine beste internationale Punktzahl und Platzierung. Ein rundum gelungener Auftritt.

Fürs Finale hat es als Zehntplatzierter dennoch nicht gereicht. Dafür kämpft der STB-Turner am Samstag im Teamfinale Doppelmini um eine Medaille, wie Kuhn bereits angekündigt hat.

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