Praxis-Beispiel zur Inklusion von Kindern im Turnen

TV Bammental

 

Handicapturnen beim TV Bammental - Diana Thurau gibt uns einen Einblick

Seit September 2018 haben wir beim TV Bammental eine kleine Gruppe von Kindern mit besonderem Talent. Ich nenne sie liebevoll Handicap-Gruppe! Diese Kinder bringen ein ganz großes Talent mit, nämlich Freude! Freude an der Bewegung! Obwohl diese bei manchen Kindern sehr eingeschränkt ist, haben sie trotz oder wegen ihrer Einschränkung einen großen Drang diese Bewegung auszuleben.

Es ist mir eine wahre Freude den Kindern hierfür einen Raum zu geben und sie bei ihren Bewegungen zu unterstützen.

 

Wie hat alles begonnen?

Im Frühjahr 2018 kam eine befreundete Mutter auf mich zu und hat mich  gefragt, ob es noch Hallenkapazitäten für eine Gruppe Kinder mit körperlichen Einschränkungen gebe. Ich gab ihr damals die Antwort, dass man dies auf der Gemeinde erfragen müsste.

Schnell stellte sich heraus, dass sie gerne möchte, dass diese Gruppe über den TV Bammental stattfindet. Einen Trainer, der diese Gruppe anleitet, bringen Sie auch mit. Da dachte ich mir - besser könnte es für uns ja gar nicht laufen. Also haben wir nicht lange gezögert und haben die Hallenstunde angemietet und im September 2018, nach den Sommerferien, mit der Handicap-Gruppe gestartet. Schon nach drei Monaten konnte die Übungsleiterin die Gruppe, aus beruflichen Gründen, nicht weiter betreuen und ich habe mich damals zur Verfügung gestellt. Durch meine Ausbildung Übungsleiter C im Kinder- und Jugendturnen und einer Fortbildung zum Thema Psychomotorik bringe ich die nötigen Voraussetzungen mit.

 

Und so siehts in der Praxis aus

Ich habe mir damals viele Gedanken gemacht, wie ich die Stunde umsetzen könnte, was ich mit den Kindern machen sollte. Habe im Internet recherchiert und nach Stundenbildern gesucht. Aber schnell stellte sich heraus, dass es nicht wichtig ist was man macht, sondern, dass man es macht. Timo, ein Junge mit Downsyndrom ist es wichtig, dass er Springen kann. Umso höher umso besser! Alternativ schnappt er sich die Blackrolls und wirft sie mit einem Ball ab.

Das eine mal haben wir die Slackline aufgebaut und da kam Maike, ein Mädchen mit einer halbseitigen Spastik, in die Halle eingebogen. Sie lachte, Maike lacht immer, und fragte mich, ob sie dies auch kann. Und ich musste ihr Antworten, dass es vermutlich nicht ginge. Aber Maike hat mich eines anderen belehrt! Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich mich daran zurückerinnere. Wir haben sie auf beiden Seiten festgehalten und sie ist über die Slackline balanciert! Mein Sohn sagte zu mir, Mama das kann sie doch eigentlich gar nicht! Ja, aber sie hat es probiert, es ging doch und sie war stolz wie Oskar.

Es gibt noch ganz viele positive Erinnerungen, von ganz tollen Kindern von denen ich Euch erzählen könnte, aber ich habe genau eine Botschaft für Euch! Versucht, wenn möglich, diesen Kindern einen Raum zu geben, wo sie sich entfalten können. Sie werden es Euch mit Spaß, Lachen und Umarmungen danken.