"Wir sind nur im Team stark"

Jürgen Link ist 1. Vorsitzender des TV Schmie (Turngau Neckar-Enz) und damit wie er selbst sagt ein bisschen „Mädchen für alles“. Was genau zu seinen Aufgaben gehört und wieso er einiges von seinem Vater lernen konnte, hat er uns im Interview verraten.

Jürgen, was war deine erste ehrenamtliche Aufgabe im Verein?

Ich bin seit 40 Jahren im Verein Mitglied und wenn man im Verein ist, dann ist man immer irgendwo am Helfen. Ich war bei Veranstaltungen, bei Baueinsätzen und was es eben sonst noch so zu tun gab im Einsatz. Mein erstes „richtiges“ Ehrenamt habe ich dann vor zwölf Jahren übernommen, als ich 1. Vorsitzender im Verein wurde.

Wie kam es dazu, dass du das Amt übernommen hast?

Sagen wir mal so: Die Bereitschaft ein solches Amt zu übernehmen ist bei den meisten nicht allzu ausgeprägt, deshalb wurde, als sich mein Vorgänger nach zehn Jahren aus dem Amt zurückgezogen hat, eine Findungskommission gegründet, die ich geleitet habe. Da ich selbst hauptberuflich, aber auch ehrenamtlich schon Erfahrungen auf Führungsebene sammeln konnte, habe ich dann schlussendlich das Amt übernommen.

Was gehört aktuell zu deinen Aufgaben?

Grundsätzlich muss ich schauen, dass nichts „anbrennt“. Ich “darf“ viele der anfallenden Aufgaben koordinieren, Menschen fürs Ehrenamt motivieren und ihnen Wertschätzung entgegenbringen und natürlich auch den Überblick behalten. Wir sind zwar ein kleiner Verein, besitzen aber eine eigene Turnhalle und einige Liegenschaften. Da gibt es also immer vieles zu tun.

Wie viel Zeit benötigst du dann ca. pro Woche für diese Aufgaben?

Vier bis fünf Stunden in der Woche. Natürlich gibt es als 1. Vorsitzender immer viel zu tun und man könnte noch deutlich mehr Zeit investieren, aber mit meinem Beruf als Branddirektor und Leiter des Fachbereichs Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement beim Regierungspräsidium in Karlsruhe sowie weiteren ehrenamtlichen Tätigkeiten lässt sich nicht mehr Zeit vereinbaren.

Was motiviert dich dabei für dein Ehrenamt?

Schmie ist ein Dorf mit 700 Einwohnern. Der TV Schmie hat ca. 500 Mitglieder. Zwar sind davon nicht alle aus Schmie, aber deshalb ist unser Verein ein bisschen wie eine Institution. Und es freut mich, wenn junge, aber auch ältere Menschen gemeinsam Sport treiben und Spaß haben. Hierzu einen Beitrag leisten zu können motiviert mich.

Waren deine Eltern auch ehrenamtlich tätig?

Ja. Mein Vater war ebenfalls 30 Jahre lang der 1. Vorsitzende des TV und meine Mutter ist mittlerweile 82 und immer noch als Übungsleiterin tätig.

Hast du von deinem Vater dann auch viel für das Ehrenamt gelernt?

Ja, zum einen habe ich viel von meinem Vater gelernt, weil er auch immer viel gemacht hat. Und ich hatte in jungen Jahren auch eine Führungsrolle bei der Freiwilligen Feuerwehr inne, bei der ich viel gelernt habe.

Hast du ein Vorbild in Sachen Ehrenamt z.B. deinen Vater?

Natürlich ist das auch durch meinen Vater geprägt, aber es sind auch viele, die im Vorstand mitwirken. Alle sind wichtig, damit der Verein läuft.

Was war bisher der schönste Moment, den du in deinem Ehrenamt erleben durftest?

Den Endlauf der Süddeutschen Meisterschaften im Fahrradtrial. Das war eine Sportveranstaltung auf Spitzensportniveau und es war atemberaubend, was die Sportler mit ihren Fahrrädern machen können. Aber auch die letzte große Baumaßnahme, die wir durchgeführt haben, war ein Highlight für mich. Alles zu organisieren und dann zu sehen, wie es jetzt aussieht, ist schon toll.

Vom schönsten Moment zur größten Herausforderung.

Die größten Herausforderungen sind zwei Dinge. Zum einen ist es, immer wieder Menschen zu finden, die engagiert mitmachen. Zum anderen ist es, den Überblick über alles zu behalten und nichts zu vergessen. Als 1. Vorsitzender habe ich viel Verantwortung und durch die vielen Liegenschaften müssen wir jährlich einiges prüfen, erneuern, etc.

Was sind deine Stärken und Schwächen im Ehrenamt?

Meine Stärke ist, dass ich es immer wieder schaffe, neue Leute für ein Ehrenamt zu motivieren. Meine Stärke und zugleich auch Schwäche ist, dass ich gelernter Bauingenieur bin und deshalb ständig danach strebe, unsere Liegenschaften auf den neuesten Stand zu bringen. Das ist natürlich mit viel Arbeit verbunden, für die man Leute braucht. Und meine Schwäche ist, dass ich manchmal etwas ungeduldig sein kann.

Welchen Traum möchtest du dir noch erfüllen?

Privat bin ich momentan voll zufrieden. Für den Verein wünsche ich mir, dass bei unserem 125. Jubiläum 2024 möglichst viele Mitglieder aktiv mitwirken und mitmachen, dass wir ein schönes Festjahr hinbekommen. Und dass wir immer wieder neue Leute dazu bewegen können, sich ehrenamtlich zu engagieren und auch verantwortungsvolle Positionen zu übernehmen.

Welche drei Charaktereigenschaften beschreiben dich am besten?

Koordiniert – ich bin bemüht immer den Gesamtüberblick zu halten. Motivierend – ich versuche immer neue Leute zu akquirieren, die sich ehrenamtlich engagieren. Und teamfähig – weil ich weiß, dass wir nur im Team stark sind.

Ihr habt auch einen Helden/eine Heldin in eurem Verein? Dann schlagt sie uns vor – redaktion@stb.de!

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