Die glückliche Siegerin Elisabeth Seitz. Foto: Minkus/DTB

Turnen: Nguyen und Seitz Deutsche Meister im Mehrkampf

Schwabenpower in Leipzig bei den Deutschen meisterschaften: Seitz und Nguyen holen beide Gold. Kim Bui folgt bei den Frauen auf Platz zwei. Nguyen, der am Stützpunkt in Stuttgart trainiert, sicherte sich bei den Titelkämpfen in Leipzig am Samstag (29. September 2018) mit 80,125 Punkten den Titel vor seinem Freund und Teamkollegen Andreas Toba. Der Niedersachse kam auf 79,000 Zähler.

Dritter wurde der Chemnitzer Ivan Rittschik mit 78,800 Punkten. Titelverteidiger Lukas Dauser konnte nach dem starken Auftritt und Sieg bei der ersten WM-Qualifikation vor zwei Wochen in Stuttgart nicht an seine Leistungen anknüpfen. Dem Münchner unterliefen zu viele Fehler und er war daher chancenlos.

Für den zweifachen Olympischen Silbermedaillengewinner Nguyen war es erst der zweite Sieg im Mehrkampf bei den Deutschen Meisterschaften. 2010 in Berlin konnte er den Titel zuletzt erringen. Diesmal sicherte er sich den Titel trotz einer angebrochenen Rippe, die beim Wettkampf sehr schmerzte. „Ich bin froh und sehr zufrieden, dass ich den Titel gewonnen habe. Ich bin zwar mit der Leistung nicht ganz zufrieden, freue mich aber über die Platzierung“, sagte Nguyen, der am fogendenden Tag in den Gerätfinals deswegen nicht mehr antrat.

Für einen Schockmoment sorgte Andreas Bretschneider, der sich beim Einturnen leider einen Achillessehnenabriss am linken Fuß zugezogen hat und nun eine lange Pause einlegen muss. Bereits 2015 hatte der Chemnitzer allerdings am rechten Fuß einen Sehnenabriss erlitten und sich dann mit Bravour zurückgekämpft. Noch in der Nacht wurde "Breti" in Chemnitz erfolgreich operiert.

Die Zuschauer in der Leipziger Arena kamen bei dem spannenden Wettkampf voll auf ihre Kosten. Pauschenpferd wusste vor allem der Erfurter Nils Dunkel zu überzeugen und kam auf 13,850 Punkte. An den Ringen zeigte Routinier Marcel Nguyen seine ganze Stärke und erzielte 14,450 Zähler. Nick Klessing machte hingegen am Sprungtisch mit 14,450 Punkten eine gute Figur. Zur Halbzeit des Wettkampfes lag der Hallenser mit 41,450 Punkten hauchdünn vor dem Berliner Phillip Herder und Marcel Nguyen. Doch der Münchner Nguyen turnte souverän und fehlerfrei durch die verbliebenen Geräte und sicherte sich unter dem Applaus der Zuschauer den Titel.

Auch die Stuttgarterin Elisabeth Seitz entschied bei den deutschen Meisterschaften in der Leipziger Arena mit 53,000 Punkten die Mehrkampfentscheidung und somit ihren zwanzigsten Meistertitel für sich. Damit zog sie mit der Berlinerin Karin Janz gleich, die in der DDR auf dieselbe Anzahl gekommen war. Im Mehrkampf war Seitz schon seit ihrem sechsten Erfolg alleinige deutsche Rekordhalterin. Die Lehramtsstudentin konnte sich in der Messestadt sogar einen Sturz am Schwebebalken leisten, da es auch den beiden größten Konkurrentinnen Sophie Scheder und Kim Bui nicht besser erging. Die Mehrkampfentscheidung galt als zweite Qualifikationsrunde. Ihre Teamgefährtin Bui, die vor 14 Tagen die erste WM-Qualifikation gewonnen hatte, wurde mit 52,500 Punkten Zweite. Die Chemnitzerin Scheder belegte mit 52,100 Zählern Rang drei. Schwebebalken-Weltmeisterin Pauline Schäfer trat nach ihrer Fußverletzung nur am Stufenbarren an und verpasste die angestrebte Finalqualifikation.

Gerätefinals am Sonntag

In der ausverkauften ARENA LEIPZIG begeisterten die DTB-Athletinnen und Athleten das Publikum. Die Kölnerin Sarah Voss war dabei mit zwei Titeln die erfolgreichste Turnerin. „Vor allem mit dem zweiten Titel, dem am Balken, habe ich nicht gerechnet. Es war eine richtig coole DM hier in Leipzig mit einer super Stimmung und einer tollen Halle. Es hat viel Spaß gemacht“, sagte Voss.

Männer
Boden

Am ersten Gerät, dem Boden der Männer, wurde überraschend Viet Thao Hoang Deutscher Meister. Der Berliner kam mit einer dynamischen Übung und 13,500 Punkten auf Platz eins vor Nick Klessing mit 13,266 Zählern. Dritter wurde Felix Remuta aus München mit 12,733 Punkten.

Pauschenpferd
Das Pauschenpferd erwies sich auch diesmal als kniffliges Gerät. Die mitfavorisierten Waldemar Eichorn und Ivan Rittschik patzen, und so nutzte Nils Dunkel seine Chance an diesem Gerät. Der Erfurter gewann mit 13,300 Punkten vor Christopher Jursch aus Cottbus (13,166 Pkt.).

Ringe
An den Ringen setzte sich in Abwesenheit von Marcel Nguyen der Hannoveraner Andreas Toba durch. Der Niedersachse erzielte 14,066 Punkte und lag damit knapp vor Viet Thao Hoang (14,033 Pkt.). Nick Klessing hatte beim Dreifach-Salto-Abgang ein wenig Standprobleme und kam mit 13,500 Punkten auf Rang drei.

Barren
Der Barren war anschließend in der Hand von Philipp Herder aus Berlin. 14,000 Punkte erzielte er und verwies Ivan Rittschik sowie Andreas Toba auf die Plätze. Der EM-Vierte Nils Dunkel hatte kleinere Unsicherheiten und wurde Fünfter.

Sprung
Am Sprungtisch errang unterdessen der Unterhachinger Felix Remuta mit zwei guten Sätzen den ersten DM-Titel seiner jungen Karriere. Mit gesamten 13,950 Punkten lag er knapp vor Nick Klessing (13,916 Pkt.) und Dario Sissakis (12,966 Pkt.).

Reck
Am "Königsgerät" Reck gewann der Cottbuser Christopher Jursch den letzten an diesem Tag zu vergebenen Meistertitel. Mit 13,600 Punkten lag er vor Fabian Lotz (13,433 Pkt.) und dem Hessen Glenn Trebing (12,966 Pkt.).

Frauen
Stufenbarren

Den Stufenbarren entschied Elisabeth Seitz für sich und gewann damit ihren 21. Meistertitel. Die Stuttgarterin zeigte mit 14,666 Punkten eine bärenstarke Übung und verwies ihre Stuttgarter Kollegin Kim Bui auf Rang zwei (14,400 Pkt.). Die Olympiadritte Sophie Scheder wackelte nach ihrer verletzungsbedingten Pause an den Holmen noch ein wenig und wurde mit 13,933 Punkte Dritte.

Schwebebalken
Sarah Voss startete am Balken mit einer starken Übung und 12,833 Punkten. Die Konkurrenz mit Sophie Scheder und auch Carina Kröll kam an die Darbietung der Kölnerin nicht heran. Sodass die 18-Jährige ihren zweiten Einzeltitel an diesem Tag gewann.

Boden
Am Boden der Frauen gewann Leah Grießer  mit 13,166 Punkten ihren zweiten Titel nach 2015. Die 20-Jährige Karlsruherin blieb damit noch vor Rekordmeisterin Elisabeth Seitz (13.000) und deren Stuttgarter Teamkollegin Kim Bei (13.000), die zwar beide punktgleich endeten, Bui musste abert wegen der größeren Abzüge in der E-Note am ende mit Rang drei zufrieden geben.

Sprung
Am Sprung der Frauen brillierte Sarah Voss aus Köln. Die EM-Vierte zeigte beim ersten Satz ihren Yurchenko mit Doppelschraube. Auch der zweite Sprung gelang ihr sicher und somit lag sie mit 14,033 Punkten vor der Berlinerin Michelle Timm, die insgesamt auf einen Wert von 13,533 kam.

Alle Ergebnisse gibt es hier.

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