Turn-Team Battle

Wären die Olympischen Spiele in Tokio nicht Corona-bedingt ins nächste Jahr verschoben worden, hätte der Deutsche Turner-Bund (DTB) am 21. Juni seine Teams für das Großereignis nominiert. Stattdessen stellte sich das Turn-Team einem eigens kreierten Battle, um seinen Fans mal wieder etwas Besonderes zu bieten.

Gestartet wurde mit dem Turn-Team der Frauen. Hier traten drei Stützpunkte in sieben Aufgaben gegeneinander an. Für Stuttgart standen Elisabeth Seitz, Kim Bui, Carina Kröll und Emelie Petz im Kust-Turn-Forum bereit.

Gestartet wurde am Stufenbarren mit der Kombination aus Schaposchnikowa und Pak-Salto. Sarah Voss ging für Bergisch Gladbach als erste ans Gerät und ihr gelang die Verbindung fünf mal hintereinander zu turnen. Damit sicherte sie ihrem Team fünf Punkte. Mit viermal Schapo-Pak von der routinierten Kim Bui und 13 freien Rädern der deutschen Rekordmeisterin Elisabeth Seitz hielt sich Stuttgart jeweils in der Mitte. Bergisch Gladbach, Chemnitz und Stuttgart lagen damit nach zwei Runden auf demselben Platz.

Bei der dritten Disziplin, einem Doppelsalto rückwärts vom Trampolin in den sicheren Stand konnte Carina Kröll nicht punkten. Bei der letzten Aufgabe, den Burpees mit einer Verbindung von Sprüngen über ein Seil und in den Liegestütz, sicherte Kröll gemeinsam mit Teamkollegin Bui mit 55 Versuchen das stärkste Ergebnis. Zuvor hatte WM-Teilnehmerein Emelie Petz mit 17,02 Sekunden das schnellste Ergebnis beim Sprint samt Sprung über einen kleinen Kasten mit anschließendem Salto vorwärts.

Am Ende landete Stuttgart gemeinsam mit Chemnitz auf dem zweiten Platz hinter Bergisch Gladbach. 

Vier Tage später traten dann die Männer des Turn-Team Deutschland gegeneinander an. Von Stuttgart nach Halle reisten Felix Remuta und Carlo Hörr und unterstützen Nick Klessing und Dario Sissakis.

Gestartet wurde mit Krafthalten, bevor es mit Katchev-Grätschen hintereinander am Reck weiterging. Hier sicherte sich Hannoveraner Andreas Toba das beste Ergebnis. Felix Remuta trat bei den Dreifachschrauben am Boden in den sicheren Stand an, konnte sich aber gegen Karim Rida aus Berlin nicht durchsetzen. Mit 25 Vorschwungelemente am Barren brachte Dario Sissakis das Team wieder ein Stück weiter nach vorn, am Ende platzierten sich Klessing, Sissakis, Hörr und Remuta auf dem dritten Platz hinter Berlin und Hannover.  

Nguyen strebt bei der EM einen Mehrkampfstart an

Der Olympiazweite Marcel Nguyen hatte gemeinsam mit Moderator Jens Zimmermann durch den Abend geführt. Da seine im Herbst operierte Schulter „noch nicht bei 100 Prozent“ sei, hatte der Unterhachinger auf die Teilnahme am Battle verzichtet. Er kündigte jedoch an, bei der Europameisterschaft im Dezember in Baku einen Mehrkampfstart anzustreben, mit dem Ziel, dem DTB so einen zusätzlichen Startplatz neben denen in der Mannschaft für die Olympischen Spiele in Tokio zu sichern.

Wolfgang Willam zog eine positive Bilanz der Battle-Premieren, die die Athleten selbst angeregt hatten. Der DTB-Sportdirektor lobte die teilweise "tollen Leistungen" und könnte sich vorstellen, die Fern-Wettkämpfe auch mit ganzen Übungen auszutragen.
Zudem erklärte er, dass die Deutschen Meisterschaften während des Internationalen Deutschen Turnfestes im nächsten Jahr in Leipzig gleichzeitig die erste Olympiaqualifikation darstellen sollen.

Das gesamte Turn-Team Battle der Frauen und Männer können auch weiterhin unter Turn-Deutschland.tv im Re-Live angesehen werden. 

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