TG Rems-Murr: Präsidentin gewählt

Beim Turngautag wurde Gislind Gruber-Seibold einstimmig zur Präsidentin gewählt. Die gebürtige Murrhardterin übernimmt ein Amt, das seit dem Rücktritt von Gitte Seibt fast ein Jahr verwaist war.

Die Rems-Murr-Turner haben wieder eine Präsidentin. Beim Turngautag in der Backnanger Hagenbachhalle der TSG 1846 wurde die Alfdorferin Gislind Gruber-Seibold einstimmig gewählt. Die gebürtige Murrhardterin übernimmt ein Amt, das seit dem Rücktritt von Gitte Seibt (Althütte) fast ein Jahr verwaist war.


Wenn in einem Führungsgremium von sieben Posten nur zwei besetzt sind und in den Ausschüssen ebenfalls rund die Hälfte der Ämter offen sind, dann spricht das eigentlich für eine desolate Situation. Der Turngau hat die missliche Lage allerdings offenbar gut gemeistert. Die beiden noch verbliebenen Vize-Präsidentinnen Petra Brecht und Sabine Ruopp klagten nämlich nicht, sondern packten gemeinsam mit Geschäftsstellenleiterin Sibylle Lentini, den verbliebenen Ausschussmitgliedern und ein paar fleißigen Schaffern im Hintergrund an. So wurde das Schiff Turngau gut und sicher durch die Wogen geführt. Entsprechend oft wurde die Arbeit des Trios und ihrer Helfer in Backnang gewürdigt.

Nun hoffen die Rems-Murr-Turner aber, dass die Zeit der überaus dünn besetzten Führung der Vergangenheit angehört. Auch wenn von den vielen offenen Posten eigentlich nur das Präsidentenamt besetzt werden konnte. Das allerdings mit einer Frau, die Anlass zu Optimismus gibt. Nicht nur weil Gislind Gruber-Seibold viel Gremienerfahrung aus ihrer Tätigkeit als Gemeinde- und Kreisrätin mitbringt. Auch nicht weil die Pädagogin mit ihren Eltern Giselher und Gudrun Gruber sowie Bruder und SPD-Landtagsabgeordneten Gernot Gruber erfahrene und altgediente Sportfunktionäre und Sportler im Umfeld hat. Auch weil die 55-Jährige bei ihrer Vorstellungsrede den richtigen Ton traf und klar machte: Sie kommt nicht, um nur zu präsentieren, sondern um mitanzupacken. „Ich habe viele Vorschusslorbeeren erhalten“, bekannte sie und versprach: „Ich werde mich anstrengen, Euch nicht zu enttäuschen. Mithelfen will sie, „dass wir gemeinsam mit den Vereinen und den Sportlern etwas auf die Beine stellen“, appellierte sie an den Solidargedanken und stellte klar: „Die Vereine sind unser sozialer Kitt.“ Zudem machte die Alfdorferin klar, dass sie auch durchaus bereit ist, das innerhalb des Sports oft ungeliebte Thema Sportpolitik aufzugreifen. So sagte sie in Richtung Zusammenarbeit von Kommunen und Schulen mit gewerblichen Anbietern: „Wir bleiben mit dem Schwäbischen Turner-Bund bei der Forderung, dass der Sport der erste Ansprechpartner für Sportangebote ist.“


Was Gruber-Seibold und ihr Führungsteam jedoch auch hin bekommen sollten: Die Vereine wieder zu mehr Einsatz für den Turngau zu bewegen. So waren in Backnang lediglich 55 der insgesamt 94 Rems-Murr-Klubs (48 000 Mitglieder) vertreten. Und auch fürs Gau-Kinderturnfest in diesem Jahr wird noch nach einem Ausrichter gesucht.


Auf der anderen Seite steht der Turngau sehr gut da. Sportlich stimmt die Richtung. Selbst in der Spitze ist Rems-Murr mit Turnern wie dem Backnanger Sebastian Krimmer vertreten. Und das vielfältige Angebot im Fitness-, Gesundheits-, Breiten- und Leistungssport der Vereine lobte nicht nur Backnangs Erster Bürgermeister Michael Balzer in seinem Grußwort. Auch finanziell steht der Turngau gut da. Er schreibt schwarze Zahlen. Diesmal aber nur knapp und Finanzchefin Petra Brecht warnte die Klubs schon mal vor, dass die Umlage eventuell erhöht wird. Dass dies nicht, an einem zu großzügigen Umgang mit dem Geld liegt, machten die Kassenprüfer Reiner Müller und Siegfried Schwarz klar, die Brecht eine sehr gute und genaue Arbeit attestierten. Entsprechend einstimmig fiel ihre Entlastung aus. Überhaupt waren die Wahlen durch eines gekennzeichnet: Einstimmigkeit.


Umrahmt wurde der Turngautag von Grußworten, die neben Michael Balzer von Claudia Krimmer für die ausrichtende TSG Backnang 1846 TuS, von der STB-Vizepräsidentin und Grünen-Landtagsabgeordneten Petra Häffner, von Brigitte Würfel für den STB-Kooperationspartner AOK und von Sportkreis-Vizepräsidentin Silke Olbrich, die gleichzeitig auch das Staatliche Schulamt Backnang vertrat, kamen. Für einen bunten und gelungen Aufakt hatte der Kinderturnzirkus der TSG Backnang 1846 um ihre Leiterinnen Giannina Condello und Binca Mayer sowie den fünf Mädchen zwischen 8 und 3 Jahren mit einer Einrad- und Jonglage-Vorführung gesorgt.

(Von Uwe Flegel)

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