Kurt Knirsch war bis vor kurzem noch als Trainer beim TB Kirchentellinsfurt aktiv.

Schwäbische Turnikone Kurt Knirsch feiert 90. Geburtstag

Kurt Knirschs Lebensleistung in nur einem Wort zu beschreiben ist schlichtweg nicht möglich. An seinen heutigen 90. Geburtstag kann er auf eine atemberaubende Karriere in Sachen Turnen zurückblicken.

Kurt Knirschs Lebensleistung in nur einem Wort zu beschreiben ist schlichtweg nicht möglich. An seinen heutigen 90. Geburtstag kann er auf eine Karriere als Buchautor, als Dozent an der Universität Tübingen, als STB-Ideengeber auf allen Ebenen und Turnexperte beim TB Kirchentellinsfurt (TBK), seinem Heimatverein, zurückblicken.  Im TBK engagierte er sich schon in jungen Jahren. Dabei spielten für ihn die koordinative und konditionelle Entwicklung der Kinder im Gerätturnen eine wichtige Rolle. Zudem wird die kognitive und konzentrative Leistungsfähigkeit positiv beeinflusst. Bis zuletzt war er dort als Trainer aktiv. Erst im Alter von 88 Jahren hängte er seine Turnsachen an den Nagel.

„Du bist dynamisch, manchmal recht aufbrausend, aber du bist nicht stehen geblieben und hast dich weiterentwickelt“, charakterisierte ihn der ehemalige STB-Präsident Rainer Brechtken einmal. Und auch der aktuelle Präsident, Wolfgang Drexler, kann sich an die Trainingseinheiten unter der STB-Turnikone noch gut erinnern. Vor allen Dingen an Knirschs menschliche Seite. Wenn sich jemand bemüht und engagiert hat, dann hat er diesen nach seinen Fähigkeiten gefördert. Ob turnerischer Laie oder Weltklasse – die Könnensstufe spielte keine Rolle. 

Der junge Knirsch selbst war ein Könner. Er war mehrfacher Württembergischer Meister, gehörte zum Kreis der Nationalmannschaft. Danach folgte das Studium an der Sporthochschule in Köln. 

Schon sehr früh hat Kurt Knirsch damit begonnen, die biomechanischen Hintergründe des Turnens zu ergründen. An einer Künstlerpuppe aus Holz hat er die verschiedenen Bewegungen nachgestellt. Als Abstraktion daraus entstanden die Reihen mit Strichmännchen. In unzähligen Lehrbüchern zerlegte er so die kompliziertesten Übungsteile in einzelne Abschnitte und machte sie so einfach verständlich. Sogar ins Chinesische und Hebräische wurden diese Werke übersetzt. 

Der Esslinger Rudolph Spieth, damals Vertreter des DTB im Internationalen Turnerbund, holte Knirsch als Lehrer und Trainer nach Esslingen. Damit begann auch seine erfolgreiche Arbeit im STB. Von 1970 bis zu seinem freiwilligen Ausscheiden 2005 war er in verschiedenen Ämtern tätig. Zunächst als Kunstturnwart, von 1976 an als Präsidiumsmitglied und von 1986 als Vizepräsident Spitzensport. Die Entwicklung des Leistungssports im Lande, von der Talentförderung bis zum Aufbau des Landessausschusses für Leistungssport, in dem er 24 Jahre mitarbeitete, gehen auf seine Ideen zurück. Genauso trifft dies auf das Konzept der Kindersportschulen KiSS zu. Auch war er wesentlicher Initiator für den Bau und Betrieb der Landesleistungszentren in Ostfildern-Ruit und Fellbach-Schmiden sowie des Kunst-Turn-Forums. Auf Bundesebene gehört er viele Jahre dem DTB-Fachausschuss Lehrarbeit an, war Motor der Aus- und Fortbildung von Trainern und stand für neue Wege im Gerätturnen. 

Parallel zu seiner ehrenamtlichen Tätigkeit befasste sich Knirsch auch beruflich mit dem Turnen. 1973 wurde er von Professor Ommo Grupe ans Institut für Sportwissenschaften der Universität Tübingen geholt. Damit war er für die Ausbildung vieler Generationen von Sportlehrern im Bereich Turnen zuständig. 

Die Turn-Weltmeisterschaften 1989 in Stuttgart benutzte Knirsch und richtete ein Trainersymposium für Gerätturnen aus. Diese Veranstaltung findet bis heute im Rahmen des EnBW DTB Pokals statt.
 

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