Jahresausblick der Turner

Mit den europäischen Spielen in Baku und der Weltmeisterschaft in Glasgow stehen den deutschen Turnern wichtige Stationen auf dem Weg nach Rio bevor. Cheftrainer Andreas Hirsch blickt auf das Jahr 2015.

Mit den europäischen Spielen in Baku und der Weltmeisterschaft in Glasgow stehen den deutschen Turnern wichtige Stationen auf dem Weg nach Rio bevor. Cheftrainer Andreas Hirsch blickt auf das Jahr 2015.

Von Cheftrainer Andreas Hirsch

Das übergeordnete Ziel ist eindeutig die direkte Qualifikation mit der Mannschaft für die Olympischen Spiele 2016. Die steht bei den Weltmeisterschaften in Glasgow (24.10. – 02.11.) an. Daher ist meine Jahresplanung genau auf dieses Ziel ausgelegt.
Die Europameisterschaften in Montpellier und die European Games in Baku liegen auf dem Weg zur WM. Die European Games sind für uns ein noch unbekannter Wettkampf, bei dem in einem ungewohnten Format geturnt wird, da nur drei Turner – anstatt wie bei den Olympischen Spielen fünf – den Wettkampf bestreiten. Wir wissen noch nicht, welchen Stellenwert dieses Ereignis in Zukunft einnehmen wird, wollen uns bei der Erstauflage aber natürlich als starke Turn-Nation präsentieren. Fabian Hambüchen, Andreas Bretschneider und Andreas Toba werden, als die drei besten Mehrkämpfer, den Weg über die europäischen Spiele gehen. Für Fabian beginnt die unmittelbare Vorbereitung auf Baku bereits mit dem American Cup in den USA (07.03.). Zum Challenge Cup nach Sao Paulo (01. – 03.05.) reisen unsere drei Mehrkämpfer unter anderem, um vor Rio schon einmal ein Gefühl für einen Wettkampf in Brasilien zu bekommen.

Der andere Teil des Kaders wird bei den Europameisterschaften (13. – 19.04.) antreten. Wir sehen beide ­Stationen als wichtige Tests für die WM und nehmen sie nicht auf die leichte Schulter. Der erste Wettkampf des Jahres ist für viele das Turnier der Meister in Cottbus® vom 19. – 22. März.
Innerhalb der Mannschaft gibt es viel Bewegung. Es wird ein spannendes Jahr, was die Teamzusammenstellung betrifft. Vor Rio steht ein harter Konkurrenzkampf an. Es gibt viele Turner, die auf einem ähnlichen Niveau sind, jeder muss dieses Jahr nochmal richtig Gas geben. Die Jüngeren haben durch ihren Einsatz bei der letzten WM in Nanning internationale Luft geschnuppert, Verantwortung übernommen und wollen weiter angreifen. Außerdem können die Verletzten wie Sebastian Krimmer und Marcel Nguyen es schaffen, zurück zu kommen. Daher kann ich jetzt noch nicht sagen, wer bei der WM dabei sein wird.

Die Deutschen Meisterschaften in Gießen (19. – 20.09.) liegen unmittelbar vor den Weltmeisterschaften und stellen die erste WM-Qualifikation dar. Anfang Oktober wird dann die zweite Qualifikation stattfinden, bei der vor allem der hintere Teil der Mannschaft formiert wird.
Bei der großen Belastung in diesem Jahr sind auch Erholung und Ernährung wichtige Themen. Wir setzen auf aktive Regeneration und wollen über die richtige Ernährung und gegebenenfalls verbesserte Essgewohnheiten an die Leistungsreserven heran. Durch die für ihn optimale Ernährung soll jeder Turner seine maximale Leistung abrufen können. Das perfekte Wettkampfgewicht jedes Athleten, welches für die optimale Leistung erforderlich ist, wurde zum Start der Vorbereitung von unserem Mannschaftsarzt berechnet. Dieses soll jeder möglichst gleichmäßig über das gesamte Jahr durch Training und aktive Erholung beibehalten.


Beim nächsten Lehrgang Mitte Februar wird im Bundesleistungszentrum Kienbaum die neue Halle eingeweiht, die im vergangenen Jahr gebaut wurde und hilft, die Trainingsbedingungen im Hinblick auf Rio und darüber hinaus nachhaltig zu optimieren.


Spannend bleibt zunächst auch, ob Andreas Bretschneider sein eigenes Element anerkannt bekommt. Er erfährt zurzeit große mediale Aufmerksamkeit. Es wäre eine riesige Würdigung für ihn, ein Element sein Eigen nennen zu dürfen. Durch die Anerkennung würde unsere internationale Präsenz vor Olympia, besonders auf dem südamerikanischen Kontinent, noch einmal größer.

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