Nach fast 27 Jahren verlässt Hans-Jürgen den STB und geht in Rente.

„Ich werde die Menschen vermissen“

Hans-Jürgen Künneth, STB-Geschäftsbereichsleiter Sportarten, geht in den Ruhestand und verlässt den Schwäbischen Turnerbund nach fast 27 Jahren.

Am 1. März 1995 startete Hans-Jürgen seine hauptamtliche Karriere beim STB, aber bereits vorher hatte er Anknüpfungspunkte mit dem Verband. Begonnen hat der heute 65-Jährige seine ehrenamtliche Karriere bereits mit 14 Jahren als Übungsleiterhelfer einer Vorschulkinder-Gruppe beim TSV Dietenheim im Turngau Ulm. In dieser Funktion kam er über Peter Klemm auch zu einer ehrenamtlichen Aufgabe im Turngau. Er besetzte das Amt des Jugendsprechers und hatte als Delegierter beim Landesjugendturntag in Heidenheim im Alter von 16 Jahren das erste Mal eine direkte Verbindung zum STB. Dass er irgendwann beruflich beim STB landen würde, ahnte Künneth zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Nach seinem Schulabschluss absolvierte er ein Studium für das Gymnasiallehramt mit den Fächern Sport und Mathematik. In der Schule landete er als Lehrer jedoch nur kurz. Er begann stattdessen als Sportlehrer bei der TSG Söflingen. Hier übernahm er dann später die Geschäftsführung und wechselte nach zehn Jahren zum STB.

Beim STB startete Hans-Jürgen als Geschäftsführer des STB Bildungswerks und hatte diese Position bis zur Auflösung im Jahr 2016 inne. Während seiner Zeit im Bildungswerk übernahm er mit dem Wechsel von Walter Betsch als STB-Ausbildungsleiter an die Sportschule Ruit auch die Funktion des Geschäftsbereichsleiters (GBL) des Teams Bildung. Unter dem Vizepräsidenten Geschäftsführung Wolfgang Fleiner übernahm Hans-Jürgen dann den Bereich Sonderaufgaben und als das Bildungswerk als selbstständiger Verein aufgelöst wurde, kam zu den Sonderaufgaben der Bereich Sportarten hinzu. Die Position als GBL Sportarten und Sonderaufgaben hat er bis zu seinem Renteneintritt am 1. Februar 2022 inne.

Während seiner Zeit als Geschäftsführer des STB Bildungswerkes entwickelte Hans-Jürgen einige Bildungsveranstaltungen, die bis heute fester Bestandteil des Bildungsjahres sind. Dazu gehören unter anderem der Sportkongress Stuttgart, der im Jahr 1997 zum ersten Mal als Zukunftskongress in der Liederhalle stattfand. Bis heute findet diese Veranstaltung im Zwei-Jahres-Rhythmus statt und feierte kürzlich erst ihre Premiere als Online-Variante. Auch die zahlreichen Fachtagungen und den Kinderturn-Kongress initiierte Hans-Jürgen sowie die Aerobic Convention, die seit nun drei Jahren als Fitness Convention bekannt ist. Darüber hinaus akquirierte er einige EU-Projekt für den Verband.  In der Anfangszeit gehörten die AOK-STB Gesundheitswochen, die von 1990 bis 2005 im SBZ Bartholomä stattfanden, sowie der Aufbau der Vereinsberatung zu seinen Aufgaben.
 Im Bereich Sportarten legte Hans-Jürgen mit seiner langjährigen Kollegin Katja Gassner und dem Fachgebiet Gerätturnen den Grundstein für die Offensive Gerätturnen mit dem Projekt Schule turnt. Die Auftaktveranstaltung fand im Jahr 2018 in großem Rahmen statt und das Projekt konnte bei der Turn-WM Stuttgart 2019 auf dem Schlossplatz mit der Salto- und Parkour-Station ebenfalls voll überzeugen.

27 Jahre sind eine lange Zeit, deshalb haben wir Hans-Jürgen noch ein paar Fragen zu seiner Zeit beim STB gestellt.

Hans-Jürgen, was war dein schönstes Erlebnis während deiner Zeit beim STB?

Ich glaube das war wirklich die Auftaktveranstaltung zu Schule turnt mit der damaligen Ministerin für Kultus, Jugend und Sport Dr. Susanne Eisenmann. Bei dieser Veranstaltung an der Zollberg Realschule in Berkheim hat einfach alles gepasst. Das Format und die Inhalte kamen super an, die Stimmung war gut und es hat mich sehr gefreut, dass die Ministerin das Projekt so gut aufgenommen hat. Ich verbinde mit diesem Tag nur schöne Emotionen. Aber auch wenn ich an die Kongresse denke, verbinde ich damit immer Highlights. Ich fand es immer super, wenn Robert Baur und ich uns ein sportpolitisches strategisches Motto überlegt haben, ich die Redner dazu gefunden habe und die Impulsredner das dann auch so auf den Punkt gebracht haben. Es hat immer viel Aufwand in der Planung der Kongresse gesteckt und wenn es dann am Ende alles aufging, dass es bei den Teilnehmenden und darüber hinaus Nachklang für den Vereinssport und Verband gefunden hat, war das ein persönliches Highlight für mich.

Im Bereich Sonderaufgaben blicke ich sehr gerne auf das Themenfeld Inklusion zurück. Was sich da seit 2014 entwickelt hat ist sensationell. Mein bisheriges Highlight war der INSPIRATION-Wettbewerb beim Turnfest in Ulm. Diesen hätten wir in Ludwigsburg noch toppen können, dann kam leider Corona dazwischen.  Ich bin gespannt, was die Zukunft hier noch bringt. Für das Jahr 2022 konnten wir beispielsweise die Aktion Mensch als Partner gewinnen und bieten eine Ausbildung für Menschen mit und ohne Behinderung zum Übungsleiterassistenten Kinderturnen an.

Was war die größte Herausforderung?

Das ist schwierig zu sagen, aber ich denke der Umsatzeinbruch von einer Million DM, als die Gesundheitswochen des Bildungswerkes nicht mehr durch die Krankenkassen unterstützt wurden. Das Bildungswerk anschließend wieder nach vorne zu bringen und das Thema der Sportbildung außerhalb des Vereins aufzubauen – war ein langwieriger und schwerer Weg. Ich musste versuchen, dass das Bildungswerk wieder ein entsprechendes Instrument für den STB wird und ein sich ohne Zuschüsse selbsttragender Verein bleibt. Das war nicht einfach.

Was wirst du am meisten vermissen?

Die Menschen, mit denen ich im Team zusammengearbeitet habe, ehrenamtlich und hauptberuflich. Und natürlich auch die Inhalte, aber hier kann ich mich ja beispielsweise auch ehrenamtlich weiter darum kümmern. Aber jetzt beende ich mein Arbeitsleben und schaue dann mit etwas Abstand, ob und was ich tue.

Was wünschst du dir für die kommende Zeit?

Ich will zunächst mal nur gesund bleiben.

Auf was freust du dich?

Darauf, öfter spontan zu entscheiden. Bisher hatte ich viele Tage und Wochenenden, die durch Termine gefüllt waren. Dadurch war mein Terminkalender für Kulturveranstaltungen nicht so offen, wie er es jetzt sein wird.  

Der STB bedankt sich bei Hans-Jürgen Künneth für seinen Einsatz und den letzten 27 Jahren und wünscht ihm für seinen Ruhestand alles Gute.


Wenn Hans-Jürgen sein Amt am 31. Januar offiziell niederlegt, tritt Alexander Peschke in seine Fußstapfen. Der 30-Jährige arbeitet bereits jetzt eng mit Hans-Jürgen zusammen und ist auch im STB kein Unbekannter. Bereits seit September 2019 arbeitete Alexander als Referent der Geschäftsführung und war für diverse Aufgaben, wie die Vereinsentwicklung mit dem Projekt Verein 2030 oder den Kinder- und Jugendschutz verantwortlich. Der ausgebildete Sportökonom ist auch privat ein Sportfan und besucht gerne Sportveranstaltungen jeglicher Art. „Ich freue mich auf ein tolles und engagiertes Team, viele neue Gesichter aus dem Ehrenamt und dem STB und auf die Vielfalt der Turnsportarten“, verrät er.

Alexander Peschke übernimmt die Position des Geschäftsbereichsleiters Sportarten.

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