Gerätturn-EM: Platz 5 für die Männer

Die deutschen Turner haben bei der Europameisterschaft in Bern das Mannschaftsfinale auf dem fünften Platz abgeschlossen.

Die deutschen Turner haben bei der Europameisterschaft in Bern das Mannschaftsfinale auf dem fünften Platz abgeschlossen.

Die Riege von Bundestrainer Andreas Hirsch kam auf 256,411 Punkte und rangierte damit hinter Europameister Russland (271,378), Großbritannien (268,427), Gastgeber Schweiz (263,278) sowie der Ukraine (257,696). Letztere hätte Hirsch, wie er sagte, gerne noch hinter sich gelassen, "aber wir haben mehr liegen gelassen". Denn sowohl Marcel Nguyen (TSV Unterhaching) als auch Sebastian Krimmer waren vom Reck (Teamergebnis: 39,132) gestürzt, zudem verzeichnete der Stuttgarter noch einen größeren Fehler am Boden (Teamergebnis: 41,599). "Ich wollte meinen vollen Ausgangswert von 7,2 erreichen", erklärte Nguyen sein Missgeschick am Königsgerät. "Aber beim Adler war ich genau im Handstand und hatte deshalb beim Kolman zu wenig Schwung."Dennoch zeigten sich die Deutschen im Vergleich zum Vorkampf verbessert und konnten sich einen Platz weiter nach vorne schieben. Nach dem ersten Gerät, den Ringen (43,966), lagen sie sogar auf Rang vier. Doch mit im Vergleich zur Konkurrenz einfacheren Sprüngen (42,80) verloren sie zwei Plätze. Danach ging es stets zwischen Platz fünf und sechs hin und her, bis das Endresultat stand.
Ngyuen, der am Sonntag noch im Barrenfinale nach einer Medaille greifen will, bekam diesmal seine Felge auf einen Holm angerechnet und erzielte damit einen Schwierigkeitswert von 7,0. Trotzdem sprangen nach Unsauberkeiten nicht mehr als 15,10 Punkte heraus; das Team kam auf 44,749.


Am Pauschenpferd (44,165) lief es diesmal deutlich besser als noch in der Qualifikation: Sowohl Andreas Toba (TK Hannover) als auch Krimmer turnten ihre Programme durch; Waldemar Eichorn (TV Bous) riskierte diesmal alles und wurde dafür mit 15,066 Punkten belohnt. 
"Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft", erklärte Nguyen, und Toba ergänzte: "Wir haben uns im Vergleich zur Quali gesteigert. Die EM war ein guter Vorbereitungswettkampf für das, was in diesem Jahr noch kommt." Man wisse jetzt, woran man in den nächsten Wochen noch üben oder was man umstellen müsse. Zudem waren einige starke DTB-Turner nicht mit in die Schweiz gefahren, während sich die Medaillengewinner, die sich aufgrund ihres größeren Erfolges das Testevent im April in Rio hatten sparen können, nicht schonen mussten.


Junioren mit vier Finalplätzen


Die deutschen Junioren waren in ihrem Mannschaftswettbewerb auf Rang fünf gelandet. Zudem sicherten sie sich insgesamt vier Finalplätze. Damit verzeichneten die Turner von Bundesnachwuchstrainer Jens Milbradt, die auf insgesamt 243,094 Punkte kamen, einen deutlichen Aufwärtstrend, denn vor zwei Jahren in Sofia (BUL) war der DTB-Nachwuchs nur auf Rang neun gekommen. Mit dem Resultat zeigte sich der verantwortliche Coach denn auch zufrieden, nicht jedoch mit den Leistungen.
Vor allem gleich zum Start am Sprung, dem eigentlich stärksten Gerät seiner Athleten, lief es nicht wie geplant. So öffnete Nick Klessing (SV Halle) seinen Überschlag mit Doppelsalto zu früh und landete im Sitz. Auch seine Teamkollegen verzeichneten Standfehler. 41,698 Punkte langten erst einmal für Rang drei. "Danach sind wir besser in den Wetkampf gekommen und mussten nur noch am Pauschenpferd Federn lassen", erklärte Milbradt. Das allerdings sorgte dafür, dass das Team vor dem letzten Durchgang nur auf Rang sechs lag. Doch gute Übungen an den Ringen ließen es noch an der Ukraine vorbeiziehen. Klessing beeindruckte hier mit 14,40 Punkten und dem damit besten Ergebnis im gesamten Feld. "Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut läuft", sagte er. "Aber da war auch ein bisschen Frust dabei nach dem Sprung, und ich wollte es wiedergutmachen." Weitere Finaltickets lösten Felix Remuta (TSV Unterhaching) als Fünfter am Sprung (14,383) und Siebter der nach Nationen bereinigten Liste am Boden (14,125) sowie Carlo Hörr (TSV Schmiden) als 15. im Mehrkampf (12,90). Leonard Prügel (SC Cottbus) und Tobias Radoi (SC Riesa) ergänzten die Mannschaft.
"Es geht bergauf", stellte Milbradt fest, "aber zu langsam." Der Wettkampf sei "auf einem Irrsinnsniveau" ausgetragen worden. "Selbst wenn alles geklappt hätte, hätte das nicht für ganz vorne gereicht." Dort rangierte Großbritannien (253,436) vor Russland (252,061). Gastgeber Schweiz wurde Dritter (249,959).

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