Gelungener Re-Start der TurnGala begeisterte das Publikum

Begeisterte Zuschauer, strahlende Gesichter, rhythmisches Händeklatschen, stehende Ovationen und nicht enden wollender, minutenlanger Applaus des Publikums: Die Premiere der TurnGala des Badischen (BTB) und des Schwäbischen Turnerbundes (STB) am Mittwoch in Villingen-Schwen-ningen war nach zweijähriger Corona-Pause ein voller Erfolg. Die beliebte Familienschau zur Jahreswende – diesmal unter dem Motto „For a Wonderful World“ – war rundum gelungen. Michaela Netzer-Voit, Vize-Präsidentin des STB, freute sich bereits zur Pause über „eine farben-frohe Veranstaltung mit tollen Nummern, zum Beispiel den Breakdancern“ und war am Ende fast sprachlos: „A wonderful show!“ Und Regisseur Harald „Harry“ Stephan ging es genauso: „Ich sage nur auf gut Schwäbisch: Das war saugut!“ Bis zum 11. Januar 2023 gastiert die TurnGala nun in elf weiteren Städten Baden-Württembergs und präsentiert dabei noch 17 Vorstellungen.

In der seit Tagen ausverkauften Deutenberghalle war „die Freude der Zuschauer, dass sie eine solche Vorstellung wieder besuchen können“ (Netzer-Voit), deutlich spürbar, und von Anfang an ging das Publikum mit, geizte nicht mit Applaus und honorierte die Auftritte immer wieder mit Beifall auf offener Szene. Ob es nun die regionale Gruppe des TSV Sondelfingen zum Auftakt oder die mit Feuereifer auftretende Kindergruppe des TSV Hochmössingen im Anschluss daran mit rund 30 Mädchen im Alter zwischen sechs und 12 Jahren waren oder die professionellen Sportlerinnen und Sportler – alle wurden beklatscht und bejubelt.

Die 15-jährige Anna-Maria Shatokhin vom Bundestützpunkt der Rhythmischen Sportgymnastik (RSG) in Fellbach-Schmiden zeigte eine flotte Ball-Kür, zwei „Catwomen“ präsentierten – untermalt von lautem Katzengemaunze – eine schwierige Show auf zwei hintereinander stehenden Schwebebalken, mit traumhaft sicher gestandenen Flic-Flacs, Salti, freien Rädern und atemberaubenden Kombi-nationen. „The Light Crew“ – eine Formation von vier jungen Damen– zeigte anmutig-schöne Lichteffekte mit LED-Flügeln zu Geigenmusik und erntete dafür den verdienten Applaus der Besucher.

Vier Sportakrobatinnen bildeten das „Fundament“ der „Art of Balance“ und warfen ihre beiden erst zehnjährigen Teamkameradinnen in die Luft, die Salti und Schrauben zeigten, aber auch auf ihren Kolleginnen Handstand oder Spagat demonstrierten. Die vier jungen Finnen des „Trick Enter-tainment“ verblüfften mit ihrem Auftritt alle Gäste, mischen sie bei ihrem „Tricking“ doch Elemente aus Kampfsport, Gymnastik, Akrobatik und Breakdance zu einer mitreißenden Show. Das „Duo Racer“ beeindruckte mit Einrad-Kunststücken verschiedenster Art, etwa durch Hochhüpfen auf ein Podest mit vier Stufen, „Seilspringen“ oder mit einem verlängerten Einrad, auf dem der Artist in rund zweieinhalb Metern Höhe sitzt.

Die „BBoys“ aus Frankreich und Deutschland setzten Breakdance – 2024 in Paris erstmals olympisch – perfekt in Szene: Drehungen und Pirouetten auf Kopf, einer Schulter, dem Rücken oder rasante „Pauschenpferd-Wirbel“ auf dem Boden – ihre Powermoves schienen wie von einem anderen Stern. Vor der Pause wirbelte das National Danish Performance Team noch minutenlang über die Airtrack-Bahn: Acht Modellathleten und ein „Pharao“ als Hilfestellung zeigten in rasanter Folge und irrem Tempo Salti, vorwärts und rückwärts, Schrauben, Flic-Flacs und, und, und. Dazwischen führten „Herr Schultze“ und „Herr Schröder“, zwei schräge, aber liebenswerte Typen, durchs Programm: Adrett gekleidet in Anzug und Krawatte, herausgeputzt mit Pomade, Hornbrille und Sockenhalter, ganz im Stil zweier englischer Gentlemen, ist das Wallstreet Theatre immer wieder für eine Überraschung gut. Zum Beispiel beim „Hütchen wechsle dich!“, bei dem die Beiden sich gegenseitig sechs Hüte in rascher Folge auf- und wieder absetzen. Oder wenn der eine den anderen als Tisch nutzt und das Tischtuch wegzieht, ohne dass das darauf stehende Tablett mit Tasse, Teller und Blumenvase herunterfällt.

Nach der Pause zeigten fünf Mädchen der RSG-Gruppe aus Schmiden eine anspruchsvolle Reifen-Kür, die viel Beifall erhielt. Mit immer wieder die Farben wechselnden Leuchtstäben zeichnete die „Light Crew“ stimmungsvolle Bilder in die Deutenberghalle. Dann „bauten“ die Power-Sportakrobaten ihre Pyramiden oder wirbelten die beiden Jüngsten durch die Luft und faszinierten damit das staunende Publikum, das sich mit frenetischem Beifall bedankte. Beim Kampf zwischen Tricking und Breakdance zur Mundharmonikamusik von „Highnoon“ provozierten sich beide Gruppen zunächst, ehe sie immer mehr zueinander fanden und am Schluss alle Beteiligten alle Elemente in unglaublichem Tempo demonstrierten.

Bei den „Ikarischen Spielen“ des russisch-ukrainischen „Duo Fabulous“ schleuderte der Untermann, auf dem Rücken liegend, den kleinen „Flieger“ mit den Füßen durch die Luft, der dabei rasante Sprungkombinationen, Salti oder Schrauben zeigte. Riesenapplaus und rhythmisches Klatschen begleiteten die Dänen des Performance Teams bei ihren Übungen am Mini-Trampolin – rasend schnell und mit Sprüngen fast bis unter die Decke der Halle. Der Höhepunkt des Abends war sicherlich der Auftritt des Bulgaren Krasimir Vasov: Er zelebrierte „Equilibristik“, die hohe Kunst der Balance in außergewöhnlichen Körperhaltungen. Der Tanz mit der Balance begeisterte die Zuschauer, die einzigartige Kombination aus Kraft, Geschick und Gleichgewicht, mit der Krasimir Handstände aller Art – auf beide Armen, einarmig, auf zwei Stäben, auf einem Schwert, mit und ohne Rotationen und sogar im Sprung mit Handwechsel– scheinbar mühelos präsentierte, war einfach verblüffend.

Beim großen Finale standen dann alle Akteure noch einmal auf der Fläche und wurden begeistert gefeiert. Minutenlang dankten und beklatschten die Besucher die Protagonisten, und am Ende schwappte sogar die gemeinsame La Ola von Zuschauern und Mitwirkenden durch die Halle.

Kartenbestellungen für alle Veranstaltungsorte der TurnGala 2022/2023 sind unter www.turngala.de möglich.

 

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