Gelebte Willkommenskultur

Drei Tage lang diskutierten, informierten und tauschten sich Vereinsvertreter aus ganz Deutschland beim 10. Stuttgarter Sportkongress. Dabei stand vor allem der Umgang mit der aktuellen Flüchtlingswelle auf der Agenda.

Drei Tage lang diskutierten, informierten und tauschten sich Vereinsvertreter  aus ganz Deutschland bei dem führenden Branchentreff des organisierten Sports aus. Bei der Jubiläumsausgabe des Stuttgarter Sportkongresses gingen die knapp 900 Teilnehmer der Frage nach, ob die Gesellschaft in Zukunft den örtlichen Verein überhaupt noch bräuchte, um sich fit zu halten und um eine soziale Heimat zu finden. Dabei standen Themen wie die Beziehung zu den Kommunen, die Auseinandersetzung mit Ganztagesschulen sowie der Umgang mit der aktuellen Flüchtlingswelle auf der Agenda. Vor allen Dingen das letztgenannte Thema zog sich durch die kompletten drei Tage des 10. Stuttgarter Sportkongresses.  Von einer Podiumsdiskussion, über den in dieser Kategorie vergebenen Innovationspreis, bis hin zu einer Fotoaktion setzten die Beteiligten ein deutliches Zeichen gegen Diskriminierung und Fremdenhass. „Es war schön, zu sehen, dass die Vereinsvertreter dem aktuellen Flüchtlingsthema offen gegenüberstehen und dass beim Stuttgarter Sportkongress viele konstruktive Gespräche zustande kamen“, sagte Wolfgang Drexler, Präsident des Schwäbischen Turnerbunds (STB) und stellvertretender Präsident des Landtages von Baden-Württemberg.

Susanne Eisenmann, Bürgermeisterin für Kultur, Schule und Sport der Landeshauptstadt Stuttgart, tat es Wolfgang Drexler gleich und zeigte sich in ihrer Rede stolz: „Ich bin ausgesprochen dankbar, dass wir mit unseren Sportvereinen einen ganz wichtigen Partner haben, der die Arbeit mit den Flüchtlingen konkret gestaltet und bei der Integration hilft. Ich weiß, dass auf die Vereine immer Verlass ist und sie dem Thema offen, kompetent und mit voller Bereitschaft gegenüberstehen. Darauf bin ich sehr stolz.“

Auch der STB als Veranstalter des Kongresses bezog deutlich Stellung und veröffentlichte eine sieben Punkte enthaltende Resolution.  Darin spricht sich der Verband für eine tolerante, vielfältige und weltoffene Gesellschaft aus. „Wir geben ein klares Bekenntnis zu Toleranz und einen fairen Umgang nicht nur im Sport ab und heißen alle Flüchtlinge mit offenen Armen herzlich willkommen. Wir verurteilen jede Form von Übergriffen und Ressentiments gegenüber Flüchtlingen. Bei uns hat jede Form von Rechtsextremismus keinen Platz“, verdeutlichte Wolfgang Drexler.

Dass sich die Vereine in Zukunft aktiv und bewusst mit Veränderungen auseinandersetzen müssen, zeigte beim Stuttgarter Sportkongress allerdings nicht nur die aktuelle Flüchtlingsthematik. „Unsere Turn- und Sportvereine sind dazu angehalten, ihre bisherigen  Angebotsstrukturen anzupassen und sich in die Lebenswelt der Kinder und Erwachsenen zu begeben, um als Anbieter wahrgenommen zu werden“, sagte Wolfgang Drexler. So hätte es also jeder Verein selbst in der Hand, ob aus der Frage, ob er noch als Bewegungsanbieter gebraucht wird, eine Feststellung wird. „Ich möchte dafür appellieren, dass Vereine in Netzwerken denken und beispielsweise aktiv auf Schulen oder Kommunen zugehen“, ergänzte Rainer Brechtken, Präsident des Deutschen Turner-Bundes.

Die Beziehung zur kommunalen Ebene ordnete Roger Kehle, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg, wie folgt bei seinem Vortrag ein: "Die örtlichen Turn- und Sportvereine sind der wichtigste Partner der Kommunen. Sie sorgen mit ihren Angeboten für ein attraktives Gemeindeleben. Neben der Gesundheit ist Sport wichtig für die Integration, die soziale Teilhabe aller Bevölkerungsschichten. Über Sport werden Werte wie Fairness und Toleranz vermittelt.“


Weitere Informationen sowie die Resolution im Wortlaut erhalten Sie auf stuttgarter-sportkongress.de

 

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