Wolfgang Drexler gemeinsam mit Susanne Eisenmann (Ministerin für Kultus, Jugend und Sport) bei einer Veranstaltung von "Schule turnt".

„Einheitliches Bild der Sportverbände gegenüber der Politik ist wichtig“

STB-Präsident Wolfgang Drexler sieht die Krise auch als Motivationsfaktor und tritt im Oktober zu seiner Wiederwahl an.

Wolfgang, die Sportpolitik in Baden-Württemberg hat laut Medienberichten zu Beginn der Corona-Krise nicht unbedingt ein einheitliches Bild abgegeben. Wie ist die aktuelle Lage?
Das Präsidium des Landessportverband Baden-Württemberg, in dem ich ja auch Mitglied bin, hat in der vergangenen Sitzung zusammen mit den Landessportbünden eine einheitliche Sprachregelung gefunden. Mit dieser ist man in der Folge auf die Politik zugegangen. In solch schwieriger Zeit war es wichtig, dass sich die führenden Sportverbände zusammengetan haben. Wir müssen gegenüber der Politik ein einheitliches Bild abgeben, um unseren Forderungen Gewicht verleihen zu können.

Wie lautet nun die gemeinsame Botschaft an die Politik?
Es war elementar, die Lage unsere Vereine transparent und nachvollziehbar darzulegen. Dabei hat die Abfrage des Württembergischen Landessportbunds sehr geholfen. Sie brachte zutage, dass die Vereine schon jetzt mit finanziellen Einbußen von bis zu 150 Millionen Euro aufgrund der Corona-Krise rechnen. Solch konkrete Angaben benötigen unsere Politiker für ihre Entscheidungen. Die zweite große Herausforderung ist es nun, den Wiedereinstieg in den regulären Vereinssportbetrieb zeitnah sicherzustellen. 

Seit Mitte Mai ist dies bereits möglich!
Das stimmt nur mit Abstrichen. Die Öffnung von Sportangeboten „an der frischen Luft“ ist erst ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir begrüßen den Schritt zu einer Lockerung ausdrücklich. Es geht hier aber um die Existenz vieler Sportvereine, die wiederum für das Wohlbefinden eines Großteils der Bevölkerung mitverantwortlich sind. Daher fordern wir auch die Öffnung des Hallensportbetriebs. Immer unter Einhaltung der nötigen Schutzmaßnahmen, um die weitere Verbreitung des Corona-Virus möglichst zu verhindern. Hierbei sind die Landespolitik und die Kommunen gefordert, schnelle Entscheidungen zu treffen. Es geht dabei zum Beispiel um die Fragen, welche Regeln man für kleinere Gymnastik-Hallen finden kann. Wie auch das Kinderturnen, bei dem Hilfestellungen nötig sind, angeboten werden kann. Außerdem sollten aus unserer Sicht kommunalen Hallen auch in den kommenden Schulferien als Sportstätten für zum Beispiel Sommerferienprogramme unserer Turn- und Sportvereine nutzbar sein. Das sind alles noch unbeantwortete Fragen, die es zu klären gilt.

Was tut der STB konkret als Partner seiner Vereine in der aktuellen Situation?
Wir sind im engen Austausch mit unseren Dachorganisationen WLSB und LSV und platzieren dort die Nöte unserer Turn- und Sportvereine direkt. In der Praxis liefern wir unseren rund 1800 Vereinen Grundlagen für die weitere Arbeit. Dabei geht es um Dokumente für die Trainingsumsetzung, aber auch Leitfäden für die Ansprache der Behörden.

Wolfgang, du bist nun im achten Amtsjahr als STB-Präsident. Wie gehst du persönlich mit so einer außergewöhnlichen Herausforderung um?
Ich halte mich an die behördlichen Vorgaben und versuche, Kontakt mit anderen Menschen möglichst zu meiden. Das macht mir und meiner Frau natürlich auch zu schaffen. Als Präsident für unsere Vereine motiviert mich diese Situation aber auch extrem. Ich weiß um die Wichtigkeit der Arbeit unserer Mitglieder und wie gefährdet sie durch Corona ist. Unsere Turn- und Sportvereine sind die Basis für eine gesunde und fitte Gesellschaft. Auch deshalb habe ich mich entschlossen, im Oktober beim Turntag für eine dritte Amtszeit als STB-Präsident anzutreten. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit dem Engagement unserer Vereine einen großen Teil dazu beitragen können, dass unsere Gesellschaft schneller und besser über Corona hinwegkommt. Schon jetzt bedanke ich mich bei allen, die dabei mithelfen. Sie alle bringen
eine herausragende Leistung, die man gar nicht oft genug loben kann.

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