Michael (Mitch) Kuhn ist Landestrainer des STB am Stützpunkt in Ruit.

„Eine enorme Herausforderung für Körper und Geist“

Für kurze Zeit der Schwerkraft entkommen und frei im Raum schweben, das ist die Faszination des Trampolinturnens.

Wer selbst einmal die Möglichkeit hatte, auf einem Trampolin zu turnen, wird den Reiz dieser Sportart schnell erkannt haben. Volle Körperspannung und präzise Bewegungen werden gefordert, ermöglichen im Gegenzug aber Bewegungserfahrungen, die in kaum einer anderen Sportart möglich sind. Wir haben mit Michael (Mitch) Kuhn, dem Landestrainer des STB am Stützpunkt in Ruit gesporchen und die faszinierende Sportart genauer angeschaut.

Mitch, was ist das Besondere am Trampolinturnen?
Ganz klar ist Trampolinturnen eine enorme Herausforderung für Körper und Geist. Ich habe beim Trampolinturnen viele Freiheitsgrade, aber eben nur zwei Fußsohlen, die das Tuch berühren. Als Trampolinturner kann man für einen kurzen Moment die Schwerkraft überwinden und sich dabei noch mit viel Übung in verschiedene Richtungen drehen und überschlagen. Das bedeutet aber auch, dass kleinste Fehler eine enorme Auswirkung haben.

Ist die Sportart vergleichbar mit anderen Sportarten?

Gerätturnen, Akrobatik, Turmspringen oder Tricking gehen in die gleiche Richtung wie Trampolinturnen. Jedoch habe ich in keiner anderen Sportart zehn Sprünge, die exakt hintereinander und präzise auf eine Stelle geturnt werden müssen. Dabei hat der Sportler keine Hilfsmittel wie beispielsweise eine Reckstange, an der er sich festhalten kann.

Wie gestalten sich dann Wettkampfübungen?
Einzelne Elemente (Sprünge) sind noch relativ einfach. Die Herausforderung entsteht, wenn man mehrere Elemente aneinanderreihen möchte. Dann muss jedes Element technisch sauber geturnt werden. Wettkampfübungen bestehen aus zehn verschiedenen Sprüngen. Kleine Ungenauigkeiten schaukeln sich zu immer größeren Problemen auf und man kann seine Übung nicht beenden. Spitzenathleten turnen bis auf neun Metern Höhe und müssen möglichst präzise wieder in der
Tuchmitte landen.

Welche Besonderheiten muss ein Trampolinturner mitbringen, um im Wettkampfbereich erfolgreich zu sein?
Ein gutes Körpergefühl, mentale Stärke sowie eine gute Orientierung im Raum („air-sense“), sind enorm wichtig. Körperlich haben kleine und leichte Turner sicherlich einen Vorteil. Diese tun sich auch häufig leichter bei der dauerhaften Belastung.

Würdest du sagen, dass sich Trampolinturner in der Grundlagenausbildung zu Gerätturnern unterscheiden?
Eine gute Grundlagenausbildung ist das A und O, bei jeder Sportart. Deshalb gibt es hierbei keinen großen Unterschied. Dennoch sind trampolinspezifische Anteile von Beginn an bei der Grundlagenausbildungwichtig.

Ihr möchtet noch mehr über Trampolinturnen wissen? Dann schaut mal hier.

Foto: Kai-Foto

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