Der Weg nach Rio führt über Rio

Ab Samstag ist es so weit: Die deutschen Turner kämpfen dann in Rio beim Testevent um die Olympia-Qualifikation. Wir haben alle Informationen dazu zusammengefasst.

Bei Olympischen Spielen an den Start zu gehen, das ist der Traum eines jeden Leistungssportlers. Etwa 10 000 Athleten werden bei diesem weltweit meistbeachteten Sportevent in diesem Sommer in Rio de Janeiro (Brasilien) antreten und in 28 Sportarten um Medaillen kämpfen. Dass der Weg zu den Spielen alles andere als einfach ist, das haben dieses Mal unsere deutschen Athleten in voller Härte erfahren müssen. Denn in keiner der vier olympischen Turn-Disziplinen konnte das direkte Ticket gelöst werden. Deshalb müssen alle Athleten noch einmal eine Ehrenrunde drehen. Und diese geht über das olympische Testevent in Rio de Janeiro. Wie und wann sich welche Athleten beim Testevent für die Olympischen Spiele qualifizieren können, haben wir euch hier zusammengefasst:

GERÄTTURNEN (WEIBLICH UND MÄNNLICH)
Nachdem sowohl die Frauen- als auch die Männermannschaft bei der WM im vergangenen Jahr in Glasgow die direkte Olympia-Qualifikation verpasst hatten, geht es für die deutschen Teams beim Testevent am 16. (Männer) und 17. April (Frauen) um die letzte Chance. Dort turnen jeweils die Mannschaften mit der WM-Platzierung 9 bis 16 um die verbliebenen vier Mannschaf tsplätze. Sollte die Team-Qualifikation misslingen, wird der Deutsche Turner-Bund trotzdem in Rio beim Gerätturnen vertreten sein. Allerdings lediglich mit einem sehr reduzierten Aufgebot. Dank der kontinentalen Quotenplätze dürften zwei Frauen und ein Mann im DTB-Dress antreten. Wobei ein Platz bei den Frauen davon schon für Pauline Schäfer reserviert wäre, da sie bei der WM in Glasgow eine Bronzemedaille am Balken gewann. Die übrigen beiden Athleten würden vom DTB vorgeschlagen und vom Deutschen Olympischen Sportbund nominiert.

Frauen
Im Aufgebot der Frauen starten beim Testevent: Leah Grießer (TG Neureut), Pauline Schäfer (TuS Chemnitz-Altendorf), Sophie Scheder (TuS Chemnitz-Altendorf), Elisabeth Seitz (MTV Stuttgart), Pauline Tratz (TSV Rintheim) und Tabea Alt (MTV Ludwigsburg). Als Reserve-Athletin wird Maike Enderle (TSV Weingarten) fungieren. Diese deutschen Turnerinnen treten gegen die Mannschaften aus Australien, Rumänien, Brasilien, Schweiz, Südkorea, Belgien, Frankreich an.

Männer
Im Aufgebot der Männer starten beim Testevent: Andreas Bretschneider (KTV Chemnitz), Lukas Dauser (TSV Unterhaching), Philipp Herder (SC Berlin), Marcel Nguyen (TSV Unterhaching), Andreas Toba (TK Hannover), Ivan Rittschick (KTV Chemnitz) und Ersatzmann Helge Liebrich (TV Wetzgau). Fabian Hambüchen muss verletzt passen. Diese Mannschaften möchten neben Deutschland ebenfalls das Olympia-Ticket: Kanada, Rumänien, Spanien, Frankreich, Ukraine, Niederlande und Weißrussland

TRAMPOLIN
Seit den Weltmeisterschaften im vergangenen Herbst ist klar, dass im Trampolinturnen die olympischen Hoffnungen 2016 allein auf der STB-Athletin Leonie Adam ruhen werden. Die junge Stuttgarterin konnte bei den Titelkämpfen im dänischen Odense als einzige Deutsche wirklich überzeugen, schaffte den Sprung ins Halbfinale und damit zum olympischen Testevent in Rio de Janeiro. 13 Athletinnen werden am 20. April am Zuckerhut an den Start gehen, alle mit dem Ziel, sich das Olympiaticket noch zu sichern. Dabei lösen nur die besten fünf Athletinnen die restlichen Olympia-Tickets. Allerdings kann sich dabei pro Land nur eine Starterin für Olympia qualifizieren – aus Russland, Japan, Usbekistan und Ukraine gehen jeweils zwei Turnerinnen an den Start.

RHYTHMISCHE SPORTGYMNASTIK
Ausgerechnet bei der Heim-WM in Stuttgart verpassten die deutschen Gymnastinnen die direkte Olympia- Qualifikation. So gerne hätten sich die Athletinnen von den vielen deutschen Zuschauern in der Porsche- Arena mit dem Olympia-Ticket in der Tasche verabschiedet und somit dem Event die Krone aufgesetzt. Eine Gelegenheit, nach Rio zu kommen, bietet sich aber den Gymnastinnen ebenfalls beim Testevent noch. Im Einzel werden erwartungsgemäß Jana Berezko-Marggrander (TSV Schmiden) und Laura Jung (TV St. Wendel) Deutschland vertreten. Bei ihnen zählt das Mehrkampf-Ergebnis am 21. April, wo zu hoffen bleibt, dass sie unter die ersten sechs gelangen. Allerdings kann für Deutschland nur ein einziger nationaler Startplatz gesichert werden. Als Konkurrentinnen treten die Gymnastinnen aus Estland, China, Armenien, Weißrussland, Russland, Usbekistan, Italien, Kasachstan, Österreich, Finnland, Kanada, Rumänien, Ungarn, Tschechien, Brasilien und Mexiko an, wobei die Russinnen und Weißrussinnen bereits mit jeweils zwei Gymnastinnen für die Olympischen Spiele qualifiziert sind außer Konkurrenz starten.

Die deutsche Nationalmannschaft Gruppe wird am 22. April in folgender Besetzung in Rio de Janeiro antreten: Anastasija Khmelnytska (1. VfL Fortuna Marzahn), Daniela Potapova (TSV Spandau 1860), Natalie Hermann (Bremen 1860), Julia Stavickaja (Bremen 1860), Sina  Tkaltschewitsch (TV Eschborn) und Rana Tokmak (TV Wattenscheid).

Beim Testevent warten die Gruppen aus Brasilien, Finnland, Aserbaidschan, Südkorea, Griechenland, Usbekistan und Russland auf die deutschen Gymnastinnen, wobei auch hier die Gruppe aus Russland außer Konkurrenz startet, da diese sich bereits qualifiziert haben.Um einen Anspruch auf die restlichen Startplätze zu haben, muss ein Platz unter den besten drei erreicht werden.

Startzeiten der deutschen Teams in den für die Olympiaqualifikation entscheidenden Wettkämpfen sind wie folgt:

Gerätturnen
Männer
Samstag, 16. April 2016
Gruppe 1: 15.30-18.00 Uhr (DTB-Beteiligung)
Frauen
Sonntag, 17. April 2016
Gruppe 3: 21.30-23.30 Uhr (DTB-Beteiligung)

Trampolin
Frauen
Dienstag, 19. April 2016
19.00-21.15 Uhr

Rhythmische Sportgymnastik
Einzel
Donnerstag, 21. April 2016
Teil 1: 18.00-20.55 Uhr
Teil 2: 21.30-00.25 Uhr
Gruppe
Freitag, 22. April 2016
16.00-17.30 Uhr

Den gesamten Ablaufplan finden Sie hier
Hier finden Sie unser Facebook-Album mit Bildern der schwäbischen Turnerinnen und Turner aus Rio

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