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Dr. Martin Runge (links) im März 2020 bei einem Dreh von SWR Sport.

STB trauert um Dr. Martin Runge

Am 5. Januar verstarb der Urheber der Fünf Esslinger an den Folgen einer Covid19-Infektion. Dr. Martin Runge hat in den vergangen zehn Jahren die Arbeit des Schwäbischen Turnerbundes im Bereich Bewegungsförderung Ältere maßgeblich und nachhaltig beeinflusst. Der STB ist ihm zu großem Dank verpflichtet und wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Die ersten Kontakte zu Dr. Runge, damals ärztlicher Direktor der Aerpah-Klinik in Esslingen, fanden bereits im Jahr 2010 statt. Seine Leidenschaft für Bewegung und seine beispiellose ärztliche und wissenschaftliche Expertise im Bereich der Geriatrie (Altersmedizin) und rehabilitativen Medizin haben sofort überzeugt. Das von ihm entwickelte Bewegungsprogramm „Fünf Esslinger“ wurde deshalb im Frühjahr 2011 als Pilotprojekt gemeinsam mit dem VDK Baden-Württemberg in vier Mitgliedsvereinen des STB getestet. Immer von ihm persönlich begleitet – egal ob bei der Schulung der Übungsleiter, dem Monitoring oder der Auswertung der Pilotphase. Die Rückmeldungen aus den Vereinen waren überwältigend, die Fortschritte der zum Teil untrainierten Teilnehmer signifikant. O-Ton einer Übungsleiterin: „Ich bin sehr überrascht, mit wie wenig Aufwand ein so überzeugendes Angebot gestaltet wurde.“

Start beim Sportkongress 2011

Nach der erfolgreichen Pilotphase ging es ganz schnell: Zusammen mit Dr. Runge und seinem Team aus erfahrenen Physiotherapeuten der Aerpah-Klinik und deren Träger Dienste für Menschen gGmbH (DfM) wurde gemeinsam mit dem STB ein Lehrplan für eine Tagesfortbildung konzipiert, der noch heute gültig ist. Vorgestellt wurde das Programm in mehreren Workshops beim Sportkongress Ende Oktober 2011. Dr. Runge begeisterte mit einem launigen Hauptvortrag im Plenum und leitete zudem alle Workshops. Die Nachfrage war enorm – bereits während des Kongresses kamen Anmeldungen zur ersten Tagesfortbildung „Fünf Esslinger“ Anfang Dezember 2011 unter seiner Leitung und den Physiotherapeuten der Aerpah-Klinik. Dieser Premiere folgten bis heute insgesamt 32 Fortbildungen für mehr als 700 Übungsleiter.

Beginn einer erfolgreichen Kooperation

Die enge Zusammenarbeit mit Dr. Martin Runge und seinem Team war stets geprägt von Kreativität, Pragmatismus und einer hohen gegenseitigen Wertschätzung. „Wir sind die richtigen Partner, pflegte er zu sagen, eure Vereine können so viel dazu tun, dass Ältere gar nicht bei mir und im Pflegeheim ankommen.“ Das war es, was ihm so wichtig war: Das Wohl der Menschen und ein aktives Altern als Basis für lange Selbständigkeit und Lebensqualität. Und noch ein Satz von ihm ist aktueller denn je: „Uns droht eine demografische Katastrophe, wenn ältere Menschen sich nicht kontinuierlich fit halten.“ Er wusste schon weit vor der Schließung der Aerpah-Klinik um den zunehmenden Mangel an Fachpersonal – gerade im Bereich der geriatrischen Reha. Er hat um seine Klinik gekämpft wie ein Löwe und konnte doch die Schließung im März 2014 nicht verhindern.

Um den Fortbestand der „Fünf Esslinger“ im STB zu gewährleisten wurde mit seiner Unterstützung Ende 2014 eine Kooperationsvereinbarung mit DfM und dem STB geschlossen und die Ausbildung von STB-Dozenten vereinbart. Dr. Runge selbst schulte im Sommer 2015 fünf STB-Referentinnen eine Woche lang auf sein Programm. Seitdem werden die Tagesfortbildungen unter der alleinigen Verantwortung des STB durchgeführt.

Im Jahr 2021 feiern die „Fünf Esslinger“ ihr zehnjähriges Bestehen im STB. Wir hatten so viele Ideen, wie wir gemeinsam mit Dr. Runge dieses Jahr besonders machen wollten. Sein Tod erschüttert und lähmt. Aber er wird in vielen Vereinen mit seinen „Fünf Esslingern“ weiterleben und der STB wird sein Programm und seine Botschaft weitertragen.

Wir verneigen uns vor der Lebensleistung eines ganz besonderen Menschen.

Danke, Dr. Martin Runge.

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