Berezko knapp an Olympia-Ticket vorbei

Unter tosendem Applaus und sichtlich bewegt schloss Jana Berezko-Marggrander ihre Gymnastik-WM ab. Sie hatte sich einmal zu persönlichen Bestleistungen aufgeschwungen und den 19. Platz im Mehrkampffinale erarbeitet.

Unter tosendem Applaus und sichtlich bewegt schloss Jana Berezko-Marggrander ihre Gymnastik-WM im schwäbischen Stuttgart ab. Sie hatte sich bei ihrem letzten Auftritt noch einmal zu persönlichen Bestleistungen aufgeschwungen und den 19. Platz im Mehrkampffinale (11.09.) erarbeitet.


Damit liegt sie vier Platzierungen hinter Rang 15, der ihr die direkte Olympia-Qualifikation ermöglicht hätte. Den begehrten Mehrkampftitel holte Yana Kudryavtseva (RUS) nach einem Wettkampf-Krimi zum dritten Mal in Folge.

Trotz eines leicht nervösen Auftakts mit dem Ball (16,466) legte die 19-jährige Berezko deutlich sicherer nach: Mit den Keulen und dem Band verbuchte sie jeweils 17,216 Punkte und feierte nach ihrer letzten Übung (Reifen) sogar die höchste Wertung ihrer WM-Woche (17,300).

„Ich glaube, das war der beste Wettkampf, den ich je geturnt habe“, resümierte die Gymnastin des TSV Schmiden gelöst. „Die vier letzten Tage waren für mich unglaublich anstrengend. Aber das Publikum hat mir richtig viel Energie gegeben und ich habe meine letzten Kräfte nochmal rausgeholt.“

Die direkte Olympia-Qualifikation habe sie zwar verpasst, sei aber dennoch höchst zufrieden mit ihrer Leistung und wolle ihre Chance beim Olympischen Test-Event 2016 nutzen. „Jetzt mache ich erst mal zwei Wochen Pause, aber danach bleibe ich dran – ich muss mich noch weiter verbessern“, erklärte Berezko.
Das Gefühl, ihre Heim-WM so stark abzuschließen, sei unbeschreiblich: „Am Ende wollte ich einfach die Kampfrichter vergessen und nur noch eine gute Show für das Publikum zeigen – ein ganz großer Dank an alle, die gekommen sind und mich unterstützt haben!“

Russisches Duell um Gold

Bis zum letzten Handgerät spielte sich an der Spitze des Mehrkampffeldes ein Wettkampf-Krimi ab: Nachdem sich Kudryavtseva im zweiten Durchgang im Band verheddert hatte, lag sie bis zur letzten Übung zwei Zehntel hinter ihrer Landsfrau Mamun zurück. Die hielt jedoch dem Druck nicht stand und hatte einen Geräteverlust in ihrer Band-Kür, was die Tür für Kudryavtseva öffnete: Sie holte sich mit 75,632 Punkten Gold und bleibt damit seit 2013 ungeschlagene Mehrkampf-Weltmeisterin.

„Die letzte Übung war sehr emotional für mich, denn jetzt ist meine WM vorbei“, berichtete die Siegerin. Die Silbermedaille holte Mamun (74,766): „Ich wusste nicht, dass ich in Führung war“, so Mamun, „ich wollte nur nochmal eine starke Übung turnen.“
Dritte wurde die Weißrussin Melitina Staniouta (72,132): Die 21-Jährige hatte bereits mit dem Ball Bronze gewonnen. Für Kudryavtseva ist dies das fünfte WM-Gold (Ball, Band, Keulen, Team, Mehrkampf); Mamun hat insgesamt zweimal Gold (Reifen, Team) und dreimal Silber gewonnen (Ball, Band, Mehrkampf).

Für die zweite DTB-Gymnastin Laura Jung hat es ebenfalls zur Qualifikation für das Test-Event 2016 gereicht (Platz 44).
Am Samstag (12.09.) will die DTB-Gruppe es besser machen: Um 13 Uhr beginnt ihr WM-Mehrkampf in Stuttgart.

 

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