Bartholomä ist identitätsstiftend

Das Sport- und Bildungszentrum (SBZ) Bartholomä wird saniert und modernisiert. Wir haben mit Vizepräsident Bildung Sven Lange und Geschäftsbereichsleiter Markus Rieger darüber gesprochen, was das für den STB bedeutet.

Sven, als Vizepräsident Bildung und Kultur warst du von Anfang an bei dem Projekt Bartholomä und seiner Sanierung mit dabei. Was bedeutet die Sanierung deiner Meinung nach für den Bildungsbereich des STB?

Sven: Die Sanierung des Sport- und Bildungszentrums (SBZ) Bartholomä ist für den STB ein sehr  großes Projekt und bietet gleichzeitig eine riesige Chance für den STB. Wir haben dort die Möglichkeit mit einer Bildungsstätte, die auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist, zu arbeiten. Insbesondere auch im Bereich Breitensport und der GYMWELT, worauf wir in den letzten Jahren bereits den Außenbereich angepasst haben und in Zukunft auch die Gastronomie abstimmen werden.

Markus, auch du als Geschäftsbereichsleiter Bildung im STB hast das Projekt von Beginn an mit begleitet. Wie siehst du die Sanierung?

Markus: Meiner Meinung nach bietet die Sanierung dem STB die Chance, einen noch größeren Fokus auf den Bereich Fitness und Gesundheit zu legen. Wir können Bartholomä zum Zentrum für Fitness und Gesundheit des Sports in Württemberg ausbauen, weil es eine qualitative Aufwertung der Rahmenbedingungen für alle Aus-, Fort- und Weiterbildungen gibt, die dort stattfinden.

Wie kam es zu der Idee, dass Bartholomä saniert werden soll?

Sven: Aufgrund des Alters des Gebäudes war beispielsweise eine energetische Sanierung notwendig. Auch die Anzahl der Zimmer reicht nicht mehr aus. Zudem konnten die Anforderungen unserer Zielgruppe nicht mehr erfüllt werden. Gerade in der heutigen Zeit sind zum Beispiel Einzelzimmer unabdingbar, ebenso wie die Nutzung modernster Techniken und uneingeschränkter Internetzugang. Da all diese Anforderungen nicht mehr gewährleitet werden konnten, lag eine grundlegende Sanierung des SBZ auf der Hand.
Markus: Zuallererst muss man sagen, dass die Kapazitäten, Lehrgangsmaßnahmen durchzuführen, sowohl in Bartholomä als auch an den württembergischen Sportschulen begrenzt sind.
Das heißt schon allein um unsere bereits bestehenden Maßnahmen unter zu bringen, konnten wir gar nicht anders, als zu sanieren. Die Anzahl der Zimmer reicht nicht mehr aus, um auch weitere Maßnahmen planen zu können.

Gab es viele Diskussionen, als die Sanierung zum Thema wurde?

Sven: Klar, wenn es um so ein großes Projekt geht treffen die unterschiedlichsten Meinungen aufeinander. Verkaufen, stilllegen oder sanieren – das waren grob die drei Meinungsrichtungen, die vertreten wurden. Und diese drei Möglichkeiten haben wir diskutiert, aber natürlich auch geprüft, um herauszufinden, was die für den STB die sinnvollste Lösung ist. Schlussendlich haben wir uns einstimmig für die Sanierung entschieden, die meiner Meinung nach aus Bildungssicht, aber auch aus wirtschaftlicher Sicht am meisten Sinn macht. Hierfür sind die bewilligten Zuschüsse des Landes Baden-Württemberg und des WLSB von erheblicher Bedeutung, ohne die das
Projekt Bartholomä keine Chance gehabt hätte.
Markus: Ergänzend hierzu ist wichtig, dass eine kontinuierliche Umverteilung aller  Bildungsmaßnahmen, die in Bartholomä stattfinden, auf die anderen Bildungsstätten nicht möglich wäre. Deshalb hatten wir viele intensive, aber auch inhaltlich wertvolle Diskussionen, die meiner Meinung nach zur besten Lösung für den STB geführt haben.

Bartholomä ist die einzige Bildungsstätte, die im Besitz des STB ist. Was bedeutet da die Sanierung?

Sven: Bartholomä als Standort gehört zur Kultur des STB und das hat man auch in den Diskussionen gemerkt. Menschen, die schon länger mit dem STB verbunden sind, haben eine Beziehung und Erinnerungen, die sie mit Bartholomä verbinden. Zu meiner Zeit in der STB-Jugend fanden zum Beispiel auch alle Tagungen der Turnerjugend noch in Bartholomä statt, oder der Hauptausschuss. Zwei Tage mit Übernachtung ermöglichen ein Zusammensitzen und Austauschen, eine über die Sitzung hinausgehende Diskussion der Beschlüsse, aber auch das Zwischenmenschliche und Gespräche ab von der Tagesordnung. Und genau das ist das Wichtige in einem Verband wie dem STB, was wir auch in Zukunft wieder mehr einbringen wollen.
Markus: Bartholomä ist damit letztendlich auch ein Bindungsinstrument, indem die Mitglieder des STB ein Stück Heimat haben können. Mit dem ursprünglichen Begriff Turnerheim ist allein mit dem Namen schon eine gewisse Identifikation mit dem STB verbunden und kann damit auch zu einem Wir-Gefühl beitragen.

Ist es deshalb auch so wichtig, dass Bartholomä erhalten bleibt?

Sven: Ja. Wir sind ein Verband, in dem die unterschiedlichsten Bereiche aufeinandertreffen und damit auch die unterschiedlichsten Interessen. Ein Haus, in dem alle zusammenkommen und das alle Interessen vereint, wo man um den gemeinsamen Konsens ringt, eben auch fernab der Tagesordnung. Bartholomä war immer diese zentrale Anlaufstelle und damit identitätsstiftend für den STB. Wir können Bartholomä gleichzeitig nutzen, um eigene Themen besser darzustellen, wie zum Beispiel den Gesundheitssport.

Wie viele Übungsleiter nehmen jährlich in Bartholomä an Bildungsmaßnahmen teil und gibt es hier schon Zukunftsvisionen?

Markus: Jedes Jahr nehmen zirka 2000 Personen in Bartholomä an Aus-, Fort und Weiterbildungen teil. Und natürlich ist der Plan mit einer Aufstockung der Schlafkapazität auch eine Steigerung der Teilnehmerzahlen zu generieren. Eine genaue Zahl haben wie hier allerdings noch nicht vor Augen, weil das auch vom noch festzulegenden Betriebskonzept abhängig ist.

Der Standort Bartholomä liegt ab vom Schuss in der Natur. Wie kann das positiv genutzt werden?

Sven: Gesundheitssport findet immer mehr auch draußen statt. Hier hat Bartholomä natürlich einige Vorteile zu bieten. Unsere Bereiche Natursport Sommer und Winter finden hier optimale Bedingungen vor, ebenso wie andere Gesundheitsangebote. Zudem lernt es sich ohne viel Ablenkungen auch besser. Neben den Vorteilen für die Bildungsmaßnahmen, bietet der Standort aber natürlich auch super Bedingungen für die Erholung nach dem Lehrgang.
Allgemein finde ich, dass Bartholomä ein schöner und spannender, aber gleichzeitig auch entspannender Standort ist, an dem ich selbst gerne Prüfungen, Lehrgänge oder Tagungen durchführe, selbst wenn für mich die Anreise dorthin deutlich weiter als an die Sportschulen ist.
Markus: Da pflichte ich Sven bei. Der Standort Bartholomä bildet einen Gegenpol zu den belebten, stressigen Städten und bietet Erholung und Entspannung. Und genau danach suchen viele unserer Teilnehmer. Außerdem arbeiten wir gemeinsam mit dem Landratsamt Ostalbkreis an einer besseren Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Des Weiteren ist die Gemeinde Bartholomä dabei, das SBZ
mit einem Breitbandanschluss anzubinden. Die Sanierung und Modernisierung findet hauptsächlich im Schlaftrakt und im Gastronomiebereich statt.

Finden zusätzlich auch Neuerungen in den Hallen statt?

Markus: Die Hallen entsprechen alle soweit noch unseren Anforderungen. Die einzige Neuigkeit, die es in diesem Bereich geben wird ist, dass die bisherige Gerätturnhalle zu einer multifunktionalen Halle umgebaut werden soll, sodass sie mehr für die Bereiche Fitness und Gesundheit genutzt werden kann.

Was passiert mit den Bildungsmaßnahmen während der Sanierung?

Sven: Im Moment sind wir noch dabei zu schauen, wohin wir die Bildungsmaßnahmen verlegen können, was sicherlich eine Herausforderung wird. Dennoch haben wir nicht vor, die  Bildungsmaßnahmen zu reduzieren, vor allem nicht, nachdem wir in diesem Jahr aufgrund von Corona gezwungen waren, zahlreiche Maßnahmen abzusagen.

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