Markenbildung, -entwicklung und -pflege für ehrenamtliche Mitarbeit

Marken erzeugen, wenn sie gut entwickelt sind, eine hohe Wiedererkennbarkeit. Ein Beispiel dafür ist die Marke „Tempo", die im Alltag als Synonym für Papiertaschentücher benutzt wird. Eine solch bekannte Marke sagt etwas über die Qualität des Produkts, dessen Nutzen, Werthaltigkeit und Image aus.

Was hat eine Marke mit ehrenamtlichem Engagement zu tun?

Die Mitarbeit im eigenen Verein könnte offensiv als Aushängeschild des Vereins entwickelt werden – ehrenamtliches Engagement als Markenzeichen des Vereins.

Markenbildung im Verein

Auch bei der Marke „Ehrenamt" müssen Qualität, Nutzen, Wert und Image stimmen.

Die Qualität hängt in diesem Fall weniger vom Ehrenamtlichen selbst ab, als vielmehr von den Rahmenbedingungen, die der Verein für die Ausübung der ehrenamtlichen Tätigkeit bietet. Hierzu zählt insbesondere die Art der Vereinsführung.

Obwohl ehrenamtliches Engagement in der Regel nicht bezahlt wird, sollten die Engagierten einen Nutzen von ihrem Einsatz haben. Das können z.B. Lern- und Lebenserfahrungen sein oder Kontakte, interessante Aufgaben oder die Arbeit mit einem engagierten Team.

Wenn die Mitarbeit im Verein entsprechend wertvoll ist und dies auch dem einzelnen Menschen bewusst ist, wird er dafür Zeit, Engagement und Energie investieren, auch wenn andere Freizeitangebote locken.

Eine richtig platzierte Marke „Ehrenamt" kann nach außen strahlen und ein positives Bild oder Image des ehrenamtlichen Engagements erzeugen.

Statt der negativen Einschätzung „schön blöd, dass du dich dort ohne Bezahlung abrackerst", kann es zu einer positiven Ansprache kommen, wie z.B. „das macht bestimmt Spaß in deinem Verein mitzuarbeiten".

Bevor es soweit ist, muss allerdings zunächst einmal Arbeit in die Markenentwicklung investiert werden.

Entwicklung der Marke „Ehrenamt"

Die Erarbeitung der Marke „Ehrenamt" erfolgt idealerweise im Rahmen einer Projektgruppe. Diese sollte möglichst breit aufgestellt sein und neben den Vorständen auch andere Mitarbeitende und interessierte Vereinsmitglieder einbeziehen.

Im Rahmen des Projekts „Markenentwicklung" sind folgende Fragen zu klären:

  •  Was bieten wir einem Mitarbeiter/einer Mitarbeiterin?
  •  Welche Emotionen und Gefühle sind mit der Mitarbeit in unserem Verein verknüpft?
  •  Welche Eigenschaften hat die Mitarbeit in unserem Verein?
  •  Wie machen wir die Mitarbeit in unserem Verein kenntlich?

Diese Fragen muss jeder Verein individuell für sich erarbeiten, da jeder Verein einzigartig ist und es daher auch keine Musterlösung geben kann.

Im Laufe der Erarbeitung sollte immer wieder bei Vereinsmitgliedern und Menschen aus dem Vereinsumfeld getestet werden, ob die erarbeiteten Merkmale glaubwürdig sind bzw. wie sie in der Praxis erlebt werden.

 

Markenpflege

Eine gute Marke will gepflegt sein. Sind die ersten Schritte gemacht, muss nach einiger Zeit geprüft werden, inwieweit das erarbeitete Markenbild noch zu der Zukunftsperspektive des Vereins passt oder ob Veränderungen notwendig sind.

Praxisbeispiele

Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen mit der Marke „Ehrenamt", wir werden diese in unsere Toolbox zur Ehrenamtsförderung aufnehmen und anderen Vereinen als Praxisbeispiel zur Verfügung stellen.

Ihre Ansprechpartner beim STB:

Eberhard Blank Tel. 0711 28077-253 E-Mail: blank@stb.de

Karin Sack - 235 sack@stb.de

 

Quelle:

Prof. Dr. Ronald Wadsack, Salzgitter in verein-aktuell.de vom 29.10.2015

Den kompletten Artikel finden Sie unter: http://www.verein-aktuell.de/vereinsrecht-organisation-fuehrung/mitarbeit-ehrenamt/marke-ehrenamt