Projekt "aktiF - aktiv integrativ - Frauen im Verein"

Pilotprojekt zur Integration von Mädchen und Frauen mit Flucht- oder Migrationshintergrund in die Turn- und Sportvereine des STB im Juli angelaufen

Das Pilotprojekt „aktiF – aktiv integrativ – Frauen im Verein“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Schwäbischen Turnerbunds e.V. (STB) und des Internationalen Bunds e.V. (IB). Es wird im Rahmen des Programms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ seit dem 1.7.2016 durch das Bundesministerium des Innern über einen Zeitraum von zunächst zwei Jahren gefördert. Ziel des Pilotprojekts ist es, Vereine vor allem im ländlichen Raum in ihrer interkulturellen Kompetenz zu stärken, um Mädchen und Frauen insbesondere aus arabischen Ländern als Teilnehmerinnen an den Sport- und Bewegungsangeboten von Vereinen zu gewinnen. Am Projekt können insgesamt zehn Turn- und Sportvereine beteiligt werden.

Was ist der Hintergrund des Projekts?

Der steigende Anteil an Menschen mit ausländischen Wurzeln in unserer Gesellschaft sowie der große Zustrom an geflüchteten Menschen führen dazu, dass sich die Bevölkerung in Deutschland weiter verändert. Unsere Gesellschaft wird bunter und vielfältiger. Mit dieser Entwicklung sollen die Turn- und Sportvereine Schritt halten können, insbesondere jene in ländlichen Gebieten. Dabei tun sich für die Vereine vor allem Chancen auf, wenn sie den Schritt zur interkulturellen Öffnung schaffen. Gleichzeit lernen die zugewanderten Menschen die Strukturen des organisierten Sports und das Vereinswesen in Deutschland kennen.

Warum die Zielgruppen Mädchen und Frauen insbesondere aus arabischen Ländern?

Die turnerischen Sport- und Bewegungsangebote des Schwäbischen Turnerbunds sprechen vorwiegend Frauen an. Dennoch sind Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund, insbesondere aus dem arabischen Raum, bisher noch wenig in den Turn- und Sportvereinen vertreten. Die Zielgruppe bietet jedoch ein großes Potenzial für die Zukunft der Vereine. Die Frauen sind wichtige Multiplikatorinnen, wenn sie im Verein aktiv sind. Sie können weitere Frauen motivieren, am Vereinsleben teilzunehmen und gleichzeitig sind sie ausschlaggebend dafür, dass auch die Kinder Zugang zu den Vereinsangeboten erhalten. Ziel des Projekts ist daher, den Mädchen und Frauen insbesondere aus arabischen Ländern, die Angebote der Turn- und Sportvereine näher zu bringen und sie langfristig an die Vereine zu binden. Bisher ist noch wenig bekannt, wo die Hürden für eine aktive Vereinsmitgliedschaft liegen. Das Projekt soll hier Erfahrungen und Erkenntnisse sammeln und Angebote speziell für die Zielgruppen entwickeln.

Was ist Inhalt des Projekts?

Im Laufe des Projekts werden zunächst fünf Vereine und ab September 2017 weitere fünf Vereine in ihrer interkulturellen Kompetenz gestärkt. Gleichzeitig werden gemeinsam mit den Vereinen und anderen relevanten Akteuren vor Ort (z.B. Schulen, Freundeskreise, Wohlfahrtsverbände, DRK, Sozialamt, Jugendamt, Sport- oder Gesundheitsamt, Jugendvereinen, Frauencafés, Nachbarschaftstreffs etc.) Bewegungs- und Sportangebote für die Zielgruppen Mädchen und Frauen mit Flucht- oder Migrationshintergrund geschaffen und kommuniziert. Dabei geht es in erster Linie darum, den Zugang zu den Zielgruppen zu schaffen. Aus den Erkenntnissen und Erfahrungen des Projekts werden themenspezifische Bildungs-und Workshopangebote für Übungsleiter/innen, Vereinsvorstände und interessierte Mitglieder erarbeitet. Die Erfahrungen werden laufend zusammengetragen und fließen in die Bildungsangebote des STB ein. Zum Ende des Projekts werden die Erkenntnisse in einem übertragbaren Konzept für alle Vereine zusammengeführt und als Leitfaden veröffentlicht.

Wo findet das Projekt statt und wer kann sich beteiligen?

Schwerpunktregionen für die Umsetzung des Projekts „aktiF“ sind zunächst die Landkreise Esslingen, Göppingen, Heidenheim sowie der Ostalbkreis und Alb-Donau-Kreis.

Interessierte Vereine können sich formlos per E-Mail an das Projektbüro wenden.

Was erwartet die Vereine, wenn sie sich am Projekt beteiligen?

Über die Projektlaufzeit sollen in den Pilotvereinen wöchentlich je zwei integrative Sport- und Bewegungsangebote für die Zielgruppen angeboten werden.

  • Workshops und Fortbildungen rund um die Themen interkulturelle Kompetenz und interkulturelle Öffnung
  • Unterstützung bei der Entwicklung geeigneter Sport- und Bewegungsangebote für die Zielgruppen Mädchen und Frauen mit Flucht- oder Migrationshintergrund
  • Beratung und Unterstützung beim Auf- oder Ausbau lokaler Netzwerke mit relevanten Akteuren vor Ort (Schulen, Freundeskreise, kommunale Stellen etc.)
  • Vernetzung und Erfahrungsaustausch der beteiligten Vereine untereinander
  • Finanzielle Unterstützung für die Umsetzung der Bewegungsangebote

Was müssen beteiligte Vereine bieten?

Bewegungsangebote

Die beteiligten Vereine bieten im Gegenzug zwei wöchentliche integrative Sport- und Bewegungsangebote für Mädchen oder Frauen mit Zuwanderungsgeschichte an. Die Altersgruppe und ob geflüchtete Frauen und Mädchen gezielt angesprochen werden sollen oder bereits in zweiter oder dritter Generation hier lebende Zuwanderer erreicht werden sollen, wird gemeinsam mit dem Verein festgelegt.

Teilnahme an Workshops und Fortbildungen

Die verantwortlichen Übungsleiter/innen nehmen an den angebotenen Fortbildungen sowie an zwei Strategieworkshops und zwei zweitägigen Vernetzungsworkshops teil. Außerdem bringen sie sich regelmäßig aktiv in lokalen Netzwerken mit kommunalen Akteuren ein.

Es lohnt sich für Vereine, sich im Projekt zu engagieren. Neben der Fort- und Weiterbildung ausgewählter Übungsleiter/innen erhalten auch Vorstände und Bereichsverantwortliche der Vereine die Möglichkeit, ihre interkulturelle Kompetenz zu stärken und auszubauen. Darüber hinaus fließen ihre Erfahrungen in Aus-, Fort- und Weiterbildung beim STB ein. Nicht zuletzt eröffnen sich die Pilotvereine so den Zugang zu einer für Turn- und Sportvereine noch relativ unbekannten, potenziellen Mitgliedergruppe. Das Projekt rundet die Integrationsleistung der Vereine durch eine feste Verankerung in lokalen Netzwerken mit Politik und Verwaltung ab.

 


Gefördert durch das Bundesministerium des Innern im Rahmen des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“.

Website aktiF

Das Projekt aktiF ist im Web mit einer eigenen Website vertreten. Hier findet Ihr viele weitere Informationen.

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Ergebnisse der Auftaktveranstaltung

Am 25. November 2016 fand in Göppingen die Auftaktveranstaltung zum Projekt "aktiF" statt.

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