Jugend-Zeltlager

Klein aber fein...

Mit „nur“ ungefähr 360 Teilnehmern aus 24 Vereinen fiel das diesjährige 22. Faustball-Jugend-Zeltlager zwar zahlenmäßig etwas knapper aus. Auch das Gelände war etwas weniger großzügig wie in den vergangenen Jahren, wo man sich ja sehr üppig ausbreiten konnte. Nicht knapp war jedoch das Angebot: mit dem Faustballverein Kippenheim (bei badischen Lahr) war ein Ausrichter gefunden worden, der es zwar noch nie ausgerichtet, ja sogar noch nie am Zeltlager teilgenommen hatte, aber trotzdem eine wahnsinnige Performance hingelegt hat, wie man heutzutage so schön sagt!
Obwohl das Zeltgelände vielleicht nicht optimal war (es gab einen sehr steinigen Bereich und man saß sich etwas auf der Pelle), passte die Einteilung und die Anordnung so, dass alle ausreichend Platz fanden. Dafür war der Weg zum Essen sehr kurz und zum Sportplatz sogar noch kürzer, was ja das Wichtigste ist. Für den spielfreien Tag war das Schwimmbad direkt nebenan, die Brauerei zum besichtigen nicht weit weg und eine Fahrt zum Europapark nach Rust locker machbar – was will man mehr. Und am allerwichtigsten ist, dass man schnell zum Essen kommt und da haben sich die Kippenheimer als echte Meisterköche erwiesen! Es gab kaum Wartezeiten, die vielen hungrigen Mäuler hatten gar keine Zeit zum Reklamieren. Frühstück, Mittag- und Abendessen wurden im Schnelldurchlauf serviert und genauso schnell waren die Tische wieder abgeräumt, Geschirr und Besteck aufgeräumt und gespült – das lief nebenher.
Das ist umso erstaunlicher, weil die gastgebenden Spieler sich ja tagsüber als Köche oder zumindest als Küchenhelfer verdingten und fast alles selber machten. Da wurden mit kämpferischem Einsatz Kartoffeln geschält, das Auge gezielt auf das Gemüse gerichtet, dieses taktisch klug in den Topf gespielt und mit einer gewohnt schnellen Reaktion zu einem wohlschmeckenden, deftigen Gemüseeintopf gerührt, serviert mit einem knackigen Würstchen. Und als Verlängerung gab`s Bananen, Äpfel, Pfirsiche oder auch mal Kuchen.
Die allgemeine Versorgung der Kinder, Jugendlichen und Betreuer mit Getränken über eine Wasser-Schankanlage war genauso voll professionell gelöst wie der Ausschank am Kiosk, wo es sonstige Getränke- und Essen sowie Snacks und natürlich die obligatorischen Zeltlager-Crêpes zu kaufen gab.
Mit dieser Logistik im Hintergrund war es letztlich ein leichtes, die Spiele durchzuziehen, was traditionell in Form des Kleinfeldturnier am Donnerstag und dem Großfeldturnier am Samstag vom geübten Team um Olaf Niemann und Helmut Egger wieder mal einwandfrei erledigt wurde. Nur die Stoppuhr schien bisweilen Aussetzer gehabt zu haben...
So konnten bei den Siegerehrungen nach den Turnieren etliche kleine und große Sportler Medaillen entgegennehmen, nicht ohne einen gemeinsamen Live-Videogruß mit Genesungswünschen an unseren Faustballkameraden Patrick Thomas, Hauptangreifer unseres Nationalteams, zu senden, der sich bekanntlich bei den WorldGames sehr unglücklich verletzt hatte.
Mit zwei Einlagespielen, einem Kleinfeld-Showmatch und einem Großfeld-Vergleichskampf etlicher Bundesligaspieler aus der näheren Umgebung, getreu dem Zeltlagermotto „Schwaben meets Baden“, wurden die Zuschauer abends unterhalten. Abend heißt auf dem Zeltlager aber nicht Feierabend, denn gespielt wird dort von morgens sieben bis nachts um Zwölf!

„Ein sehr gelungenes Zeltlager!“ oder „Aldr, voll krass, ey!
Diese Worte konnte man, je nach Alter des Teilnehmers, beim Abbau am Sonntag überall hören, jeder war zufrieden und begeistert von der Leistung, die das kleine Team der Badener Faustballer erbracht haben. Mit dem ersten Zeltlager auf badischem Boden hat sich unsere Nachbarverband einerseits sehr große Verdienste erworben, andererseits aber auch große Erwartungen an die kommenden Ausrichter geweckt.
Wer das im kommenden Jahr sein wird, ist leider noch nicht klar, Klar ist nur, dass die diesmaligen Teilnehmer sicher alle wieder kommen werden, sofern sich`s auch nur irgendwie einrichten lässt!