Anja Kirig vom Zukunftsinstitut stellte beim Stuttgarter Sportkongress erstmals die Ergebnisse der Studie „Die Zukunft des Sportvereins 2030“ vor.

Wie sieht die Zukunft für Vereine aus?

Wie sieht der Sportverein im Jahr 2030 aus, welche Herausforderungen muss er in den nächsten zehn bis 15 Jahren meistern und vor allen Dingen wie? Damit hat sich die aktuelle Studie des Zukunftsinstituts mit Studienleiterin Anja Kirig im Auftrag des Schwäbischen und Niedersächsischen Turnerbunds beschäftigt. Zum ersten Mal wurden beim 11. Stuttgarter Sportkongress die Ergebnisse der Studie vorgestellt.

Frau Kirig, Sie haben in Ihrem Vortrag von sogenannten Megatrends gesprochen, was bedeuten diese?
Megatrends sind globale Veränderungsprozesse, die über mehrere Jahrzehnte hinweg Einfluss auf unseren gesamten Alltag und Erleben haben – sie verändern radikal Werte, Kultur, Politik und Gesellschaft. Aus ihnen ergeben sich soziokulturelle Trends, die durchschnittlich eine Dekade Aktualität haben. Und die wiederum Konsumtrends generieren, die unsere materielle wie immaterielle Bedürfniskultur aufgreifen. Als Trendforscherin beschäftige ich mich nicht mit Moden und Hypes, die sich zwar häufig auch aus den Megatrends ableiten lassen können, jedoch nur von kurzer Dauer und Bedeutung sind.

Was bedeuten diese Megatrends dann speziell für den Sportverein?
Megatrends verändern die Bedürfnisse an den Sport. Sportvereine müssen sich in diesem Zu¬sammenhang verändern, weiterentwickeln und anpassen. Ein Megatrend ist beispielsweise die Mobilität, welcher das Thema der Orts- und Zeitflexibilität für die Sportvereine relevant werden lässt. Die Menschen kommen nicht mehr zum Sport, sondern der Sport muss zu ihnen kommen. Ein weiteres großes Thema werden Kooperationen sein. Neben Schulen und Kindergärten sollten sich die Vereine auch nach Partnern in Unternehmen suchen. Ein weiterer Trend liegt darin, dass sogenannte Communitys die altbekannten Vereinsstrukturen teilweise ersetzen werden. Man trifft sich über soziale Netzwerke in einer informellen Gruppe, um Sport zu treiben. Blei¬ben wird die Sehnsucht nach Gemeinschaft und einem Wir-Gefühl.

Und welche Tipps geben sie Sportvereinen in Bezug auf diese Ergebnisse?
Speziell die Digitalisierung bringt große Herausforderungen für Vereine. Vereinsvertreter müssen sich für das Thema öffnen – ganz gleich welcher Generation sie angehören. Wer sich aber dagegen sträubt, wird in den kommenden Jahren negative Konsequenzen erleben – hin bis zur Vereinsauflösung. Mit einer App und einer Website ist es aber nicht getan. Digitalisierung ist ein wesentlich komplexeres Phänomen.

Was können Sportvereine dann tun?
In Zukunft werden immer weitere Innovationen das Training revolutionieren. Derzeit verändern beispielsweise der Zugang zu Virtual Reality-Brillen, digitales Gerätetraining, smarte Wearables jenseits des Fitness-Armbandes oder Chatbots, welche zum Sport motivieren, die Trainingsmöglichkeiten.

Können sie unseren Sportvereinen ein Patentrezept für die Zukunft geben?
Nein, das gibt es nicht. Ich rate aber jedem Verein eine Bestandaufnahme zu machen. Wo habe ich Bedarf? Was kann ich, was will ich verändern? Es liegt in der Hand der Vereine, was sie daraus machen. Definitiv kann das Workbook den Vereinen dabei eine große Hilfe sein und sie in ihrer Ausrichtung für die Zukunft unterstützen.

 

SCHRITT FÜR SCHRITT IN DIE ZUKUNFT
Das Workbook lädt Sportbegeisterte ein, sich aktiv
mit der Zukunft ihres eigenen Vereins auseinanderzusetzen.
Es beinhaltet:

• konkrete Entscheidungshilfen
• praktische Schritt-für-Schritt Anleitungen
• hilfreiche Arbeitsmaterialien
• neue Ideen
• zukunftsweisende Trends

Das Workbook kann alleine oder im Team bearbeitet werden, zum Gegenstand von Workshops machen oder die Inhalte mit Vereinskollegen diskutieren. Der perfekte Begleiter für alle, denen die Zukunft ihres Sportvereins am Herzen liegt.

Alle Infos zum Verein 2030 sowie zum Workbook für Vereine gibt es hier.

 

 

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