Platz zwei für das Turn-Team

05.07.10

Beim Japan Cup am ersten Juli-Wochenende in Tokio erkämpfte sich das Turn-Team Deutschland den zweiten Platz. Im Mehrkampf landete Hambüchen auf Rang sechs und Nguyen auf sieben.
Mit 266,900 Punkten musste sich die Mannschaft des Deutschen Turner-Bundes am Ende nur dem Team von Gastgeber Japan geschlagen geben, das auf 276,100 Punkte kam. Dritter wurden die USA mit 265,400 Punkten vor Großbritannien mit 263,650 Zählern und Südkorea (263,250). Russland wurde Sechster mit 259,800 Punkten, auf Platz sieben und acht liegen Frankreich (253,600) und Rumänien (249,400).
"Wir sind mit dem Ergebnis absolut zufrieden, die Entscheidung ist erst am letzten Gerät Boden gefallen. Es hat sich ausgezahlt, dass wir hier noch mal etwas riskiert haben", erklärte Cheftrainer Andreas Hirsch und ergänzte: "Es war nicht zu erwarten, dass wir zu diesem Saisonzeitpunkt fehlerfrei durchturnen. Insofern sind wir froh über das Resultat, aber auf keinen Fall selbstzufrieden".
Bei dem Mannschaftswettbewerb der weltbesten Turn-Teams war Europameister Deutschland mit Fabian Hambüchen (TSG Wetzlar-Niedergirmes), Matthias Fahrig (SV Halle), Marcel Nguyen (TSV Unterhaching), Philipp Boy (SC Cottbus) sowie Eugen Spiridonov (TV Bous) angetreten. Mitgereist waren auch die beiden Stuttgarter Bundesligaturner Sebastian Krimmer und Anton Wirt. Krimmer hatte Pech und kugelte sich eine Woche vor dem Japan-Cup beim Einturnen den Mittelfinger der rechten Hand aus. Mittlerweile trainiert er aber wieder leicht.
Vor allem Matthias Fahrig sorgte am Boden für Aufsehen, er präsentierte erstmals einen Twist-Salto mit 1,5 Längsachsendrehungen. Ein neues Übungsteil, das mit der höchsten Schwierigkeit als so genanntes „G-Element“ eingestuft wurde und nach dem Hallenser benannt werden dürfte. Auch Teamkollege Nguyen bot mit seinem dreifach Tsukahara am selben Gerät ein neues spektakuläres Element. 15,600 Punkte, bei einem Ausgangswert von 6,6 waren der Lohn. Fahrig war es auch, der am Sprung mit 16,000 Punkten den Tageshöchstwert markierte. Insgesamt hatte das Team von Cheftrainer Andreas Hirsch drei Fehler in diesem Wettbewerb zu verzeichnen. Fabian Hambüchen musste am Pauschenpferd absteigen und der mit einer leichten Angina angetretene Marcel Nguyen fiel zwei Mal beim Kolman-Salto vom Reck.

Mehrkampf mit Hambüchen und Nguyen
Im Mehrkampf traten 16 Turner aus acht Nationen gegeneinander an. Für das Turn-Team Deutschland gingen Fabian Hambüchen und Marcel Nguyen, der im Kunst-Turn-Forum des Schwäbischen Turnerbundes in Stuttgart trainiert, an die Geräte. Hambüchen wollte die Chance nutzen, sich mit dem japanischen Weltmeister Kohei Uchimura zu messen.
Doch seinen Traum musste Fabian Hambüchen frühzeitig begraben. Bereits bei seinem ersten Gerät, dem Pauschenpferd, war er abgerutscht und landete vorerst auf dem letzten Platz. Doch wie vom Wetzlarer gewohnt, kämpfte er sich von ganz hinten wieder auf die vorderen Plätze und landete am Ende mit 88,700 Punkten auf Rang sechs. Direkt hinter ihm sein durch eine leichte Angina angeschlagener Turn-Team-Kollege Marcel Nguyen mit 88,550 Punkten auf Rang sieben. Nguyen lag nach fünf von sechs Geräten noch auf dem vierten Platz. Doch an seinem letzten Gerät, dem Pauschenpferd, machte sich seine Angeschlagenheit bemerkbar und holte nur noch 13,100 Punkte.
Mit 93,45 Punkten siegte am Ende wie erwartet der Japaner Kohei Uchimura mit 93,45 Punkten vor seinem Landsmann Koji Jamamuro (91,10 Punkte). Auf Platz drei landete der Koreaner Kim Soo Myun mit 89,85 Punkten. Die folgenden Plätze vier und fünf gingen an den Russen David Beljavski (89,150 Punkte) und den Briten Daniel Purvis (88,950).
"Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit unseren Ergebnissen beim Japan Cup. Mit dem hervorragenden zweiten Platz mit der Mannschaft am Samstag haben wir gezeigt, dass wir international gut aufgestellt sind. Im Mehrkampf wäre mehr drin gewesen. Aber Fabian und Marcel haben gut gekämpft und gezeigt, dass sie sich in diesem starken Feld behaupten können", zeigte sich DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam für die bevorstehenden Wettkämpfe optimistisch.
Der Japan-Cup, der im kommenden Jahr voraussichtlich wie der DTB-Pokal in Stuttgart zum neu eingeführten Turn-Grand-Slam gehören wird, ist ein hochklassig besetzter Wettbewerb, zu dem die sechs besten Teams der Olympischen Spiele eingeladen werden.

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